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vegan Kochen
Klimaschutz in der Küche

Klimafreundlich kochen: Ist vegan die Lösung?

Ob Resteküche gegen Lebensmittelverschwendung oder regionale Zutaten der Saison: Klimaschutz wird in deutschen Küchen immer wichtiger. Wenn wir für uns und die Familie wirklich gesund und nachhaltig kochen wollen, servieren wir außerdem so wenig Fleisch wie möglich. Wäre es da nicht gleich das Beste, zum Veganismus überzulaufen? Nicht nur für die Gesundheit und das Tierwohl hat der vegane Lebensstil Vorteile, sondern auch im Hinblick auf unsere CO2-Bilanz.

Wieso Veganismus immer mehr Anhänger findet

Mit frischen und genau bedarfsgerechten Zutaten der Saison und Region zu kochen, ist eine der wichtigsten Grundlagen klimafreundlicher Ernährung. Die CO2-arme Küche findet in Zeiten des Klimawandels immer mehr Anhänger. Nicht zuletzt beweist dies das steigende Interesse an Kochbox-Anbietern wie HelloFresh, die frische Zutaten bedarfsgerecht nach Hause liefern. Auch für Veganer gibt es zeitsparende Rezepte von HelloFresh – und das aus gutem Grund. Veganismus gilt als klimafreundlichste Ernährungsweise überhaupt. Die Anzahl aller Veganer innerhalb der Bundesrepublik steigt, aber liegt laut Bundesministerium für Ernährung noch immer im einstelligen Prozentbereich. Und das, obwohl tierische Produkte gemäß einer Studie des WWF für rund 70 Prozent aller direkten Treibhausgasemissionen im Bereich Ernährung verantwortlich sind.

Wie tierische Erzeugnisse der Umwelt schaden

15 bis 20 Prozent aller menschlich verursachten Treibhausgase sollen auf die Tierwirtschaft zurückgehen. Tatsächlich hat vor allem die Fleischindustrie erwiesenermaßen negative Klima- und Umweltauswirkungen. Dies liegt

  • einerseits an den Tieren selbst, die das Treibhausgas Methan ausstoßen.
  • andererseits an den Futtermitteln, deren Anbau viel Fläche benötigt und zur Rodung der Regenwälder beiträgt.
  • teils an Pestiziden, die bei der Bewirtschaftung von Futtermittelflächen das Grundwasser belasten und auch nützliche Insekten töten.
  • zudem an Fabriken, die bei der Produktion tierischer Erzeugnisse viel Energie verbrauchen und CO2 ausstoßen.
  • auch am Transport der erzeugten Ware.

Die schlechteste Klima- und Umweltbilanz hat Rindfleisch. Andere Sorten richten etwas weniger Schaden an. Allerdings sind auch tierische Produkte wie Milch, Eier und Käse in ihren Umweltauswirkungen nicht zu unterschätzen.

So verbessert rein pflanzliche Ernährung den CO2-Fußabdruck

eat green

Die Umstellung auf rein pflanzliche Ernährung verbessert den individuellen CO2-Fußabdruck. Laut Spiegel um durchschnittlich ganze zwei Tonnen im Jahr. Würden alle Menschen auf der Welt vegan leben, würde dies die globale landwirtschaftliche Nutzfläche laut Forschern der Oxford University um etwa 75 Prozent reduzieren. Schon alleine dadurch wäre ein deutlicher Rückgang der Treibhausgasemissionen festzustellen. Auf ehemaligen Weideflächen können außerdem wieder Wälder wachsen, die einen Großteil der klimaschädlichen Gase binden könnten. Allerdings gilt: Auch die Klimabilanz pflanzlicher Lebensmittel kann schlecht sein. Damit sich unser CO2-Fußabdruck durch Veganismus tatsächlich drastisch reduziert, sollten wir bei der Wahl unserer Nahrungsmittel trotzdem noch immer einiges beachten.

  • Reis hat meist eine negative Klimabilanz, denn beim Anbau werden Felder regelmäßig unter Wasser gesetzt. Dadurch verfaulen im Boden organische Stoffe, so dass Methan entsteht.
  • Bei Getreide schneidet solches aus Bio-Anbau deutlich besser ab als konventionell angebautes. Eine bessere Klimabilanz als Weizen haben Dinkel und Roggen, weil sie weniger Stickstoff freisetzen.
  • Hülsenfrüchte sind echte Klimahelden, da sie beim Anbau Stickstoff aus dem Boden aufnehmen und binden.
  • Soja gilt als Klimasünde, weil für den Anbau große Regenwaldflächen gerodet werden.
  • Auch die Verpackungsart spielt eine Rolle: Gemüse im Glas schneidet klimatechnisch zum Beispiel am schlechtesten ab, weil das Recycling von Einweckgläsern energieaufwändig ist. Im Vergleich zu Frischware sind auch tiefgefrorene Gemüsesorten nicht besonders klimafreundlich.

Wer neben Regionalität und Saisonalität auch solche Hintergründe beachtet, ist als klimabewusster Veganer auf dem besten Weg.

Wieso ein klimafreundlicher Kochprozess auch für Veganer wichtig ist

Salat zubereiten

Die Zutaten können noch so klimafreundlich sein: Wenn wir durch Veganismus die Umwelt schonen wollen, müssen wir auch beim Kochen selbst Umweltbewusstsein beweisen. Schon bei den Kochvorbereitungen kann man einiges falsch machen.

  • Obst und Gemüse werden am besten vollständig verwertet – wo möglich, mit Schale.
  • Wenn wir Wasser kochen, dann idealerweise immer nur so viel, wie wir gerade brauchen.
  • Der Backofen wird lieber nicht vorgeheizt und so selten wie möglich geöffnet.
  • Pfannen und Töpfe benutzen wir mit Deckel, damit keine Wärme entweicht.
  • Kochgeschirr passt am besten genau auf die Kochplatten.
  • Wir dünsten so wenig wie möglich.
  • Was zusammen zubereitet werden kann, kochen wir zusammen (beispielsweise unterschiedliche Gemüsesorten in derselben Pfanne).
  • Bei der Zubereitung achten wir auf adäquate Mengen.
  • Wir nutzen Restwärme stets aus, beispielsweise zum Nachgaren.
  • Heißes kommt nicht in den Kühlschrank oder die Gefriertruhe.

Durch Tipps wie diese können wir unseren Energieverbrauch während des Kochprozesses deutlich reduzieren. Gerade als Veganer sollte uns das am Herzen liegen. Denn die positiven Umweltauswirkungen sind einer der drei Hauptgründe, wieso Menschen zum Veganismus überlaufen. Zwar reduziert der Verzicht auf tierische Produkte selbst bereits die negativen Auswirkungen unserer Ernährung. Doch wirklich klima- und umweltfreundliche Küche bedeutet mehr als Veganismus.

Quellen: Bilder: Depositphotos/Nomadsoul1, OKrasyuk, photographee.eu, Text: red