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Statistik Altersgruppen
Demografischer Wandel

Frauen und Senioren als Zukunftsmotor

Innovationsstau, Wirtschaftskrise, Wettbewerbsnachteile. Experten malen Horrorszenarien vom demografischen Wandel in Deutschland. Doch Demografieforscher der Allianz haben errechnet, das Frauen und Senioren die treibende Kräfte in der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Wandels sein werden.

Bis zum Jahre 2050 wird laut dem Statistischen Bundesamt die deutsche Bevölkerung auf 75 Millionen Menschen zurückgehen. Das bedeutet eine Bevölkerungsschrumpfung von sieben Millionen Menschen. Der Anteil der unter 20-jährigen wird bis 2060 kontinuierlich auf unter 16 Prozent sinken und der der älteren Menschen ab 65 Jahren auf 34 Prozent ansteigen.

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Demografischer Wandel bedroht den Wohlstand

Kurzum: Es werden weniger erwerbstätige Menschen in Deutschland leben und die Gesellschaftsstruktur im Vergleich zu heute von mehr älteren Menschen dominiert sein. Einige Experten sprachen deshalb von einem Ende des Wohlstands und dramatischen Auswirkungen für die Wirtschaftskraft. Doch eine aktuelle Berechnung von Demografieforschern des Allianz-Konzerns widerlegt die Skeptiker. Zwar wird der demografische Wandel durchaus Auswirkungen auf die Erwerbsarbeit in Deutschland haben, jedoch gibt es effektive Maßnahmen, um dem Trend entgegenzuwirken. Frauen und die Erfahrung der älteren Mitarbeiten sind die Lösung. Aktuell gehen etwa 78 Prozent der Männer einer Arbeit nach. Bei den Frauen liegt der prozentuale Anteil nur bei 70.

Frauen und Senioren sind die Zukunft

Frauen und erfahrene, ältere Mitarbeiter lösen unsere Probleme

Entlastung für Frauen und gerechte Entlohnung

Die Experten der Allianz haben errechnet, dass die Zahl der Erwerbspersonen bis 2022 um zwei Millionen steigen würde, wenn Frauen bis 2030 die gleiche Erwerbsquote wie Männer erreichten. Wenn dies gelingt, kann der Wohlstand in Deutschland, trotz des demografischen Wandels, aufrechterhalten werden. Jedoch sind hierbei Politik und Unternehmen gefragt, denn noch immer müssen Frauen verstärkt die Doppelbelastung aus Job und Kindererziehung bewältigen. Anreize und Erleichterungen für Frauen fehlen noch immer. Betriebskindergärten sind Mangelware, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice ebenso. Und in puncto Bezahlung hinken die Gehälter der Frauen noch immer hinter denen der männlichen Kollegen hinterher. Und das trotz gleichwertiger Qualifikation und Leistung. Politiker und Unternehmer müssen ihre Hausaufgaben machen und Worten Taten folgen lassen.

Kind und Beruf

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss erleichtert werden

Arbeitgeber müssen Senioren besser fördern

Und noch ein weiterer Faktor kann den demografischen Wandel positiv beeinflussen und die Deutsche Wirtschaftskraft trotz Bevölkerungsrückgang aufrechterhalten. Unternehmen müssen verstärkt ältere Mitarbeiter fördern. Senioren verfügen über unbezahlbares Wissen, ihre Erfahrung stärkt zudem die soziale Kompetenz und vielfältige Studien haben ergeben, dass Teams, bestehend aus jungen und älteren Mitarbeitern, besonders produktiv sind.

Alte und junge Mitarbeiter

Teams aus jungen und älteren Mitarbeitern sind sehr produktiv

Flexible Arbeitszeiten und altersgerechte Arbeitsplätze

Laut der Allianz-Studie wird die Zahl der Erwerbstätigen bis 2030 um sechs Millionen steigen, wenn Frühverrentungen zurückgehen und die Lebensarbeitszeit auf 67 Jahre erhöht wird. Auch dies ist nur effektiv möglich, wenn Unternehmen den erfahrenen Mitarbeitern entgegenkommen. Neben flexiblen Arbeitszeiten sind alterskonforme Arbeitsplätze und entsprechende Weiterbildungskonzepte zwingend notwendig. Gerade im Alter muss das Arbeiten Spaß machen und Teilzeitmodelle angeboten werden. Wenn der demografische Wandel für Deutschland nicht zum Tal der Tränen werden soll, müssen Frauen und Senioren in den Fokus der politischen und ökonomischen Bemühungen gerückt werden. Ansonsten sinkt die Wirtschaftskraft und wir müssen uns verabschieden von der Wohlstandsgesellschaft.

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Textquellen: www.bpb.de, www.bib-demografie, www.welt.de, www.allianzdeutschland.de, Bildquellen: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Thinkstock © michaeljung, Thinkstock © Monkey Business Images, Thinkstock © monkeybusinessimages, Autor: Peter Rensch