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Geld in Nachhaltigkeit investieren ist gut für Umweltschutz.

Nachhaltig Geld investieren und der Anlage einen Sinn geben

Immer mehr nachhaltige Investments gibt es am Markt. Worauf man bei einem Investment achten muss, welche Anlagen-Modelle wirklich sinnvoll sind in Hinblick auf finanzielle, ökologische und soziale Faktoren, erklärt der Schweizer Experte Claude-Victor Comte. So finden wir die richtige Anlage.

Die Pensionskasse des Schweizer Kantons Genf und die ihr angegliederten Unternehmen, kurz CIA, haben sich bereits seit fast zwanzig Jahren die nachhaltige Entwicklung zum obersten Ziel gesetzt, und zwar bei den Anlagen ebenso wie beim Management und der Versicherung.

Wer nachhaltig handelt denkt auch langfristig und ist nicht auf den kurzfristigen Profit aus. Der Geschäftsführer der Schweizer CIA Claude­-Victor Comte sieht das so: «Wir haben uns der nachhaltigen Entwicklung verschrieben, weil wir sie brauchen.»

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Zwei Herausforderungen streicht Comte dabei besonders hervor: «Einmal gilt es, eine ausreichende Rendite zu erwirtschaften, um die langfristigen Rentenversprechen auch einhalten zu können und zum anderen muss die finanzielle, soziale und ökologische Performance gewährleistet sein.» Zudem unterstreicht Comte wie wichtig es ist, die Einhaltung der vorgegebenen Nachhaltigkeitswerte auch überprüfen zu können. Was nicht heißt, dass man sich als Moralapostel aufspielen soll. Es geht darum, sich für seine finanzielle Tätigkeit ein moralisches Verhalten zurechtzulegen und nicht darum, sich über die Moral der Finanzwelt an sich Gedanken zu machen.


DieSchweizer CIA hat sich die Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung als Handlungsrichtlinien vorgegeben. Zu diesem Zweck investiert die Kasse ihr gesamtes Vermögen in nachhaltige Anlagen, davon 3,2 Mrd. Euro in Wertpapiere und 1,5 Milliarden in Immobilien. In ihrer Anlagestrategie hat die CIA auch Ausschlusskriterien definiert wie Waffen und Tabak, Alkohol und Atomenergie. Comte erklärt, dass die CIA sich aus Einrichtungen zurückzieht, wenn diese Branchen 5 Prozent des Umsatzes übersteigen. Die CIA betreibt eine aktive Vermögensverwaltung gemäß den Kriterien der nachhaltigen Entwicklung, welche als Maßstab für die finanzielle, soziale und ökologische Beurteilung von Unternehmen dienen.

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Comte ist der Ansicht, dass die Nachhaltigkeit bei den Anlagen eine unumgängliche Notwendigkeit ist und der Profit allein nicht bestehen kann. Vom finanziellen Standpunkt her fällt der Renditevergleich zwischen nachhaltigen und konventionellen Anlagen ihm zufolge neutral aus. Sehr zu seiner Freude übrigens denn: «Wenn man nachhaltige Entwicklung betreiben kann, ohne dies mit finanziellen Einbußen zu bezahlen, ist das natürlich umso besser.» Auf die Frage, wer denn nachhaltig investieren solle, antwortet er demzufolge kategorisch: «Jedermann».


Nachhaltige Anlage erzielt sehr oft vergleichsweise hohe Renditen.

Die Rendite sollte immer der größte Entscheidungs-Faktor bei nachhaltigen Anlagen sein.

Die Anlagestrategie der Schweizer CIA ist von Erfolg gekrönt. Seit zehn Jahren liegt die Kasse mit ihrer Performance immer in der oberen Hälfte der Vorsorgeeinrichtungen und in zwei von drei Jahren gehört sie sogar zu den besten 30 Prozent. Herr Comte sieht in den nachhaltigen Anlagen ein enormes Potential. Alternativlösungen sind gefragt, insbesondere im Umweltsektor, zum Beispiel bei den Brennstoffen.

Zu den Risiken von nachhaltigen Anlagen bemerkt Comte, dass diese denselben Regeln des Finanzmarktes unterworfen sind wie die herkömmlichen Anlagen. die Anlagepolitik einer Kasse hängt von ihren Verpflichtungen ab, zum Beispiel vom Verhältnis zwischen Rentnern und Aktiven. Herr Comte ist überzeugt, dass die Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen weiter ansteigen wird und fügt hinzu: «Zum guten Glück. Denn der Markt wird entweder nachhaltig sein, oder er wird rascher untergehen.»

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Claude-Victor Comte möchte auch anderen Vorsorgeeinrichtungen die nachhaltige Entwicklung fest ans Herz legen. Er weist darauf hin, dass heute praktisch alle Banken nachhaltig geführte Stiftungen anbieten. Comte schlägt eine Brücke von der Nachhaltigkeit zur Parität in den Stiftungsräten und meint: «Indem man die Frage der nachhaltigen Entwicklung aufwirft gibt man der Parität einen Sinn». Denn, fügt er hinzu, man gibt so den Stiftungsräten die Möglichkeit, ihre Anlageentscheide als verantwortungsvolle Bürger zu treffen.

Im Jahr 2006 zählte die CIA einen Versichertenbestand von 25 785 Arbeitnehmern und 11 593 Rentnern. Die Kasse verwaltet ein Vermögen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Der Deckungsgrad liegt bei 72.4 Prozent. Weitere Informationen finden Sie unter www.cia.ch.

Quelle: Schweizer Personalvorsorge, Text: Anne Yammine