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Sparen, vorsorgen, investieren
Tipps einer Expertin

Sparen, vorsorgen, investieren – Finanztipps für Frauen

Deutschland hat ein Problem in Sachen finanzielle Bildung. Egal ob Männer oder Frauen – es gibt deutliche Defizite. Bei Frauen sind die Auswirkungen des Nichtstuns jedoch gravierender. Die Triodos Bank hat deshalb gemeinsam mit der Female Finance Forum-Gründerin Claudia Müller Themenabende ins Leben gerufen, um die Wissenslücke zu schließen.

Frauen werden häufig im selben Atemzug wie Langzeitarbeitslose und Menschen mit niedrigem Bildungsniveau genannt, wenn es um Altersarmut geht. Denn leider gehören sie ebenso zu den 15,6 Prozent der Rentner und Rentnerinnen, die 2020 laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland als arm galten. 2021 wird sich die Lage nicht spürbar verändert haben.

Finanzielle Absicherung: Warum Frauen oft schlechter dastehen

Gender Pay Gap

Wegen des Gender Pay Gaps können Frauen sich weniger finanziell absichern.

Der Missstand hat gleich mehrere Ursachen. Zum einen verdienen Frauen leider noch immer deutlich weniger als Männer – im Schnitt bis zu 18 Prozent. Sie sind häufiger in schlecht bezahlten Berufen tätig, erreichen nicht so oft Führungspositionen oder arbeiten mehr in Teilzeit- und Minijobs.

Auch Frauen, die Kinder bekommen und dadurch für eine gewisse Zeit nicht oder weniger arbeiten, sehen sich mit Gehaltseinbußen konfrontiert. Oder aber sie begeben sich in eine finanzielle Abhängigkeit von ihrem Partner.

Die sogenannte Gender Pay Gap hat zur Folge, dass Frauen nicht nur weniger Gehalt haben, sondern auch weniger investieren und sich somit finanziell absichern können. Und am Ende macht es sich vor allem im Rentenalter bemerkbar, dass sie weniger Geld haben (Renten Gap). Denn Frauen werden im Schnitt auch noch etwa fünf Jahre älter als Männer. Das bedeutet, sie müssen das Thema Geld und Anlage ohnehin von Beginn an anderes denken und angehen als Männer. Bislang passiert das noch relativ selten.

Frauen und Finanzen: Missstände gemeinsam mit der Triodos Bank aufbrechen

Zeit, endlich alte Strukturen und Muster aufzubrechen und Frauen eine bessere und vor allem finanziell abgesicherte sowie unabhängige Zukunft zu ermöglichen. Aber wie funktioniert das? Am besten, indem Frauen direkt bei sich selbst anfangen.

Dabei sind sie inzwischen zum Glück nicht mehr auf sich allein gestellt, sondern haben starke Ansprechpartner wie die Triodos Bank, an die sie sich wenden können. Die nachhaltige Bank hat gemeinsam mit der Top-Expertin Claudia Müller Finanzabende ins Leben gerufen, die sich speziell an Frauen richten.

Expertin Claudia Müller gibt Frauen in Sachen finanzielle Absicherung wichtige Impulse

Claudia Müller, Kundin der Triodos Bank, ist studierte Ökonomin und hat lange bei der Deutschen Bundesbank gearbeitet. Dort war sie für das Thema Green Finance zuständig, das heißt, sie hat Menschen Tipps gegeben, wie sie ihr Geld nachhaltig anlegen können. In den Gesprächen hat sie jedoch festgestellt, dass es bei dem Thema finanzielle Bildung erhebliche Defizite gibt – egal ob bei Männern oder Frauen.

Da die Auswirkungen bei Frauen deutlich gravierender ausfallen, was sich unter anderem dadurch zeigt, dass deutlich häufiger Frauen von Altersarmut betroffen sind, hat Claudia Müller 2017 beschlossen, ihren Job bei der Bundesbank aufzugeben und das Female Finance Forum zu gründen.

Female Finance Forum von Claudia Müller: Ein Ort für Frauen, um über Geld zu reden

Mit dem Female Finance Forum will sie Frauen einen sicheren Raum bieten, wo offen über Geld geredet werden und man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann - sozusagen eine Bildungsinstitution von Frauen für Frauen. Außerdem will Claudia Müller Frauen rund um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und finanzielle Absicherung Wissen vermitteln.

Dafür gibt sie Workshops und hält Vorträge, bei denen sie die vermeintlich trockenen Finanz-Themen zugänglich macht und mit einem Funken Humor erklärt, warum es so wichtig ist, sich damit zu beschäftigen.

Auch gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsbank Triodos hat Claudia Müller fünf Frauen-Finanzabende konzipiert, bei denen sie Frauen grundlegende Finanztipps mit auf den Weg gibt, aber auch unangenehme Themen wie zum Beispiel Finanzen in der Partnerschaft anspricht.

Essenzielle Tipps zum Thema Altersvorsorge und finanzielle Unabhängigkeit

In einem ersten Kurs bespricht die Expertin für Finanzbildung, warum Frauen sich überhaupt um ihre Finanzen kümmern müssen und welche ersten Schritte es für einen selbstbestimmten Umgang mit Geld gibt. Dabei hat sie vor allem einen wichtigen Appell an alle Frauen: „Der wichtigste Schritt ist es, überhaupt aktiv zu werden. Auch nur 80 % richtig ist besser als 100% nicht gemacht.“

Claudia Müller führt mit anschaulichen und lebensnahen Beispielen durch die komplexe Welt der Finanzen und schafft es, bei jeder Zuhörerin den Antrieb zu wecken, sich am besten noch heute mit den Themen der Altersvorsorge und der Geldanlage auseinandersetzen zu wollen.

Dafür führt sie das Modell des Finanz-Hauses an, um mehr Struktur in die Finanzen zu bringen, erklärt was Pippi Langstrumpf mit finanzieller Unabhängigkeit zu tun hat und räumt mit dem Klischee auf, dass Frauen risikoscheu seien. „Nein, Frauen sind risikobewusst, denn sie wollen verstehen was sie tun. Und das macht Frauen oftmals zu besseren Investorinnen.“

Triodos Bank und Claudia Müller rufen Frauen-Finanzabende ins Leben

Von Vortrag zu Vortrag steigt sie tiefer in die Themen ein. Und wenn Claudia Müller über Geld und Liebe spricht, profitieren nicht nur Frauen von dem Vortrag, sondern auch alle Männer. Denn die Ökonomin erklärt, warum es so wichtig ist, auch in einer Partnerschaft Struktur in die gemeinsamen Finanzen zu bringen, und dass dabei immer das oberste Credo sein sollte, miteinander zu sprechen.

Auch wenn viele Paare nicht gerne über Finanzen reden, sei es doch essenziell, so die Expertin. Denn es müssen wichtige Ansichtspunkte wie Prioritäten, kurz-, mittel- oder langfristige Pläne, aber auch das persönliche Verhältnis zu Geld und die eigene finanzielle Vorgeschichte besprochen und offen dargelegt werden – nur so lassen sich bestmöglich Konflikt vermeiden.

Rententipps für Frauen: Warum Altersvorsorge besser Altersvorfreude heißen sollte

Glückliche Rentnerin

Wenn Claudia Müller zuletzt über Altersvorsorge spricht, sorgt sie dafür, dass das Thema, das sonst so weit weg erscheint, plötzlich ganz nah ist und einem die Dringlichkeit, sich damit zu beschäftigen, noch einmal bewusst wird.

Indem sie die Altersvorsorge aber lieber als Altersvorfreude benennt, macht sie Mut und bringt Leichtigkeit ist das komplexe Thema. Außerdem gibt sie den Frauen Modelle wie das magische Dreieck der Geldanlage an die Hand oder erklärt anschaulich die Unterschiede zwischen aktiven Fonds und ETFs.

Quellen: Bilder: Depositphotos/Krakenimages.com, nito103, londondeposit, Text: Lisa Bender