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Biotope auf roter Liste zwei Drittel der deutschen Biotope in Gefahr
Rote Liste deutscher Biotope

Zwei Drittel der deutschen Biotope sind in Gefahr

Aktuell wurde eine neue Rote Liste vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz vorgestellt. Mit einer alarmierenden Nachricht: Zwei Drittel der deutschen Biotoptypen sind ernsthaft gefährdet!

Ein Biotop ist ein Lebensraum, in dem es bestimmte Pflanzen und Tiere gibt – wie zum Beispiel Streuobstwiesen oder Grünland. Und gerade diese zwei Biotoptypen sind in Deutschland besonders von der Gefährdung betroffen.

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Gefährdung der Wiesen und Weiden

Vor allem für das Grünland – aber auch für andere Biotoptypen, wie zum Beispiel Streuobstwiesen – hat sich die Situation seit der letzten Roten Liste von 2006 deutlich verschlechtert. Sie sind „von vollständiger Vernichtung bedroht“ – darunter 78 Prozent der feuchten und 85 Prozent der trockenen Grünlandbiotope.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sieht die Intensivierung der Landwirtschaft als großes Problem: „Jetzt kommt es darauf an, dass auch die Agrarpolitik endlich ihre Verantwortung für den Naturschutz wahrnimmt.“ Denn es sind nicht nur Pflanzen betroffen, auch Tiere der Agrarlandschaft leiden unter den Folgen. Dazu zählen unter anderem Feldvögel wie die Feldlerche, Braunkehlchen oder der Kiebitz und verschiedene Insekten. „Hier gibt uns zu denken, dass mittlerweile nicht mehr nur die extensiv genutzten Biotoptypen betroffen sind, sondern auch Lebensräume mittlerer Nutzung wie die artenreichen Mähwiesen in die höchste Gefährdungskategorie fallen“, betont BfN-Präsidentin Beate Jessel.

Doch es gibt auch positive Entwicklungen, die zeigen, dass Natur- und Umweltschutz sich lohnen.

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Entwarnung für Wälder, Küsten und Gewässer

In Hinblick auf unsere Waldbiotope dürfen wir aufatmen – diese haben sich aufgrund einer nachhaltigen Bewirtschaftung stabilisiert. Zusammen mit der Entwicklung von Biotoptypen der Küsten und Fließgewässer gibt es ein positives Gegengewicht zur Gefährdung von Wiesen und Weiden. Bereits umgesetzte Naturschutzmaßnahmen weisen also Erfolge auf. „Mit besseren Kläranlagen und Renaturierungsprojekten haben wir es zum Beispiel geschafft, dass es vielen Flüssen und Bächen wieder besser geht“, so Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Das gilt allerdings nicht für das Grundwasser und viele stehende Gewässer – wegen der Stickstoffbelastung.

Die Rote Liste gefährdeter Biotoptypen Deutschlands ist ein umfassendes Handbuch, das über die Biotoptypen und ihre Gefährdungen informiert. Außerdem dient sie als Grundlage für alle raumrelevanten Planungen.

Hier geht’s zur Roten Liste der Biotoptypen

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Quellen: Bundesamt für Naturschutz; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Bilder: Depositphotos/aleksask, Text: Emi Baier