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Nach 10-Punkte-Plan

Kritik an Münchner Verkehrspolitik

Münchens Verkehrspolitik sollte nachhaltiger und sozial-gerechter werden. Ein im September 2014 von Umwelt- und Verkehrsverbänden verfasster 10-Punkte-Plan sah zahlreiche Veränderungen vor. Ein Jahr später zieht das Bündnis Resümee – und übt Kritik. 

München ist schon heute die am dichtesten besiedelte Stadt Deutschlands, eine Veränderung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil:  die Tendenz steigt eher noch. In keiner anderen Stadt sind die Mieten folglich so hoch wie in der bayrischen Landeshauptstadt. Diese Entwicklung stellt auch die Verkehrspolitik vor große Herausforderungen.

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Nachdem anlässlich der Neubesetzung des Stadtrats ein Zusammenschluss aus Umwelt- und Verkehrsverbünden einen 10-Punkte-Plan entwickelt hat, um die Verkehrspolitik nachhaltiger und sozial-gerechter zu gestalten, stellt das Bündnis ein Jahr später lediglich kleine Verbesserungen, dafür aber viele Fehlentscheidungen fest.

10-Punkte-Plan Muenchen

Übergabe des 10-Punkte-Plans

Der 10-Punkte-Plan

Der 10-Punkte-Plan

U-Bahnausbau verhindert nachhaltige Verkehrsplanung

Eine intelligent vernetzte Mobilitätskarte sollte den Bürgerinnen und Bürgern nach dem Beispiel Wiens den Zugang zu allen öffentlichen Verkehrsmitteln inklusive Radverleihsystemen und Car-Sharing ermögliche. Eine Stadt-Land-Bahn mit Anschluss an das bereits bestehende Trambahnnetz soll zudem die Stadt besser mit dem Umland und Stadtteilen abseits der S-Bahn-Strecken verbinden und Fahrten über das Stadtzentrum unnötig machen. Der geplante U-Bahnausbau verhindere diese Entwicklung jedoch und werde dazu führen, dass Fahrgäste weiterhin über das Stadtzentrum geleitet würden und erhebliche Umwege auf sich nehmen müssten, dabei seien Bau und Instandhaltung neuer Trambahnlinien deutlich günstiger.

Erste Fortschritte

Gelobt werden hingegen das neue Fußgängerleitsystem sowie erste Verbesserungen beim Radverkehr hinsichtlich der Radschnellwege und dem Radverleihsystem. Gerade da, wo der Auto-Verkehr mit Einschränkungen rechnen müsste, sei der Wille der Stadt München, etwas für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu tun, allerdings offenbar doch nicht so groß.

Die Verbünde kritisieren, dass nicht die Ursachen, sondern lediglich die Symptome der Verkehrsproblematik bekämpft würden. Projekte wie die Verkehrsberuhigung am New Yorker Times Square oder die Renaturierung des Flusses Cheonggyecheon in Seoul hätten gezeigt, dass solch mutige Experimente durchaus positiv von der Bevölkerung aufgefasst würden. Dem Münchner Stadtrat mangele es diesbezüglich an Pioniergeist.

Quelle: Green City; Bilder: Green City/ Andreas Schebesta/ Christian Grundmann; Text: kle