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Berlin hat den geringsten jährlichen CO2-Ausstoss pro Kopf im Green City Index.
Green City Index

Green City Index: Deutsche Städte bei Klimaschutz vorne dabei

Eine soeben veröffentlichte Studie ergab, dass die deutschen Großstädte im europäischen Vergleich meist überdurchschnittlich beim Umweltschutz sind. Insgesamt acht Kategorien, u. a. Gebäude, Energieeffizienz, Verkehr, Wasserverbrauch, Recycling oder CO2-Emissionen, waren die Basis der Umweltstudie.

Deutsche Industriestädte sind schmutzig und grau, verbrauchen eine Menge an Energie und sind nicht sonderlich lebenswert. Umweltbewusstsein steht dort im Hintergrund und Klimaschutz steht sicherlich hier nicht an erster Stelle. Mag man denken. Die erste europäische Umweltstudie zu großen Ballungszentren des unabhängigen Forschungsinstituts Economist Intelligence Unit, kurz EIU, im Auftrag von Siemens ergab etwas anderes: Der Green City Index ergab, dass die deutschen Großstädte im Umwelt- und Klimaschutz europaweit überdurchschnittlich sind. Insgesamt wurden 41 europäische Ballungsräume untersucht, 12 davon sind die größten Metropolregionen in Deutschland.

Besonders stark seien deutsche Großstädte in den Kategorien Umweltstrategien, Wasser, Recycling und energieeffizienten Gebäuden. Indes gebe es beim CO2-Ausstoß Verbesserungsbedarf gemäß der Green City Index-Umweltstudie.

Umwelt- und Klimaschutz: Die Kernergebnisse des Green City Index

Im europäischen Vergleich liegen die deutschen Städte bei Fragen der nachhaltigen Stadtentwicklung und damit in den Maßnahmen für Umwelt- und Klimaschutz enge beieinander. Sie zeigen sehr ähnliche Ergebnisse in ihrer Nachhaltigkeitspolitik. Das liegt zum einen an den gesetzlichen Vorgaben. Zum anderen aber auch an dem Umweltbewusstsein vieler Bürger. «Die Studie zeigt auch: Umweltschutz ist kein Luxus", so Emily Jackson, Projektleiterin für die Untersuchung bei der EIU. «Trotz teilweise beträchtlicher Unterschiede zwischen den Städten bei Einkommen, Einwohnerzahl, geographischer Lage oder Industrieanteil hat keiner dieser Faktoren einen nachweisbaren Einfluss auf das Abschneiden im Index.»

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Wie lauten die Umwelt- und Klimaschutz-Ergebnisse?

Berlin ist beim CO2-Ausstoß in den deutschen Großstädten top. Als Spitzenreiter hat Berlin nur einen jährlichen CO2-Ausstoß von 5,6 Tonnen CO2 pro Kopf. Generell schneiden die deutschen Städte beim CO2-Ausstoß am schlechtesten ab, denn der Kohle-Anteil an der Energieversorgung ist in Deutschland am höchsten.

Bremen ist Spitzenreiter beim Abfall-Aufkommen. Zudem punktet die Hansestadt Bremen mit einem durchschnittlich sehr niedrigen Wasser-Verbrauch und überzeugt im Bereich Verkehr mit dem drittlängsten Radwegenetz. Bremen wurde, neben Köln, als «durchschnittlich» in der Green City Index-Studie klassifiziert. Unter anderem lag dies an der nach wie vor bedeutenden, energieintensiven Stahl-Industrie.

Hamburg, neben neun weiteren deutschen Städten mit «überdurchschnittlich» bewertet punktete mit der höchsten Zahl an umweltfreundlichen Berufspendlern. In keiner anderen Stadt kommen so viele Pendler zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit wie in Hamburg. Zudem punktet Hamburg mit der Planung alternativer Verkehrsmittel und der Entwicklung von Grünflächen.

Hannover punktet bei der Bewertung des Energieverbrauchs. Denn es sei bemerkenswert, dass der Energieverbrauch der Wohngebäude etwa ein Drittel unter dem gesamteuropäischen Durchschnitt liegt. Im europäischen Vergleich liegen die deutschen Städte hier vorne. Denn der im Durchschnitt verbrauchen die deutschen Städte 20 Prozent weniger Energie im Gebäudebereich, als die europäischen Nachbarn.

Zudem verfügt Hannover deutschlandweit über das dichteste Netz für alternative Verkehrsmittel, die meisten Radwege und Bus- und Bahnstrecken. Frankfurt ist beim Green City Index Spitzenreiter bei den erneuerbaren Energien. Denn in Frankfurt wird besonders auf erneuerbare Energien gesetzt. Ebenso ist der Anteil an der Nutzung alternativer Verkehrsmittel am höchsten. Denn insgesamt 64 Prozent der Frankfurter nutzen öffentliche Verkehrsmittel oder kommen per Rad oder zu Fuß zur Arbeit. Im Vergleich: noch rund 50 Prozent der Deutschen nutzen noch das eigene Auto, um zur Arbeit zu kommen.


Hamburg liegt als Umwelthauptstadt 2011 im Green City Index bei den umweltfreundlichen Beruftspendlern ganz vorne.

Hamburg liegt bei den umweltfreundlichen Beruftspendlern ganz vorne. Foto: Siemens AG

Köln ist die zweite Stadt, die im Green City Index mit «durchschnittlich» bewertet wurde. Gut wird der Wasserverbrauch und das Verkehrssystem bewertet. Durch den stetigen Abbau von Braunkohlenutzung und dem hohen Sanierungsstand, damit der Energieeffizienz konnte Leipzig besonders punkten. Mannheim, zweiter bei der Nutzung der erneuerbaren Energien, konnte trotz hohem Industriegrad, durch den geringsten Pro-Kopf-Wasserverbrauch und den geringsten Wasserverlust in den Wasserleitungen punkten. Die Mannheimer verbrauchen mit durchschnittlich 58 Kubikmeter Wasser nur die Hälfte der europäischen Städte im Green City Index. Und der Verlust durch Leckagen in den Wasserleitungen liegt hier bei nur 5 Prozent. Manche Städte verlieren hier bis zu 19 Prozent Trinkwasser.

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München zeichnet sich durch einen geringen Energieverbrauch aus und die überproportionale Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Dies gilt auch für Nürnberg. Auch dort werden die öffentlichen Verkehrsmittel besonders häufig benutzt.

Stuttgart schneidet ebenfalls sehr gut ab dank sehr guter Leistungen in sieben der acht Kategorien. Beim Energieverbrauch von Gebäuden die Hauptstadt des grün-rot regierten Baden-Württemberg sogar europaweit Spitzenreiter, trotz dem vergleichsweise hohen Industrieanteil, bedingt durch die Funktion als Standort der Automobilindustrie.

Heute leben bereits drei Viertel aller Deutschen leben bereits heute in Großstädten. Bis 2050 soll sich dieser Anteil nochmals um 10 Prozent erhöhen. Der Kampf gegen den Klimawandel und pro Umweltschutz wird demnach ganz klar in den deutschen Großstädten entschieden werden. «Die Studie hilft kommunalen Entscheidern, sich auf objektiver Basis über effizienten Umweltschutz auszutauschen. Als weltweit führender Anbieter grüner Technologien können und wollen wir den Städten helfen, ihre Infrastruktur nachhaltig auszubauen und zu verbessern», so Rudolf Martin Siegers, Leiter von Siemens Deutschland.


Quelle: Siemens , Text: Jürgen Rösemeier