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Earth Day
Die Mobilitätswende

Earth Day 2018: Nachhaltige Mobilität hat Zukunft

Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Verkehrswachstum erfordern neue Mobilitätslösungen, um Staus und negativen Umweltwirkungen entgegenzuwirken. Deshalb steht der Earth Day in diesem Jahr unter dem Motto „Nachhaltige Mobilität hat Zukunft“. Hier erfahrt ihr, welche Fortschritte es in der Mobilitätswende bereits gibt und wie die Zukunft aussehen könnte.

Der Earth Day wurde am 22. April 1970 gegründet, um dem Washingtoner Establishment und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass es in Nordamerika eine Umweltbewegung gab, die der Natur nun eine starke Lobby verschaffen würde. Im Laufe der Jahre wurde der Earth Day immer größer und bekannter, so dass er mittlerweile in mehr als 190 Ländern weltweit jedes Jahr begangen wird. Ziel dieser alle Nationen berührenden Kampagne ist es, die Bürger und insbesondere die jungen Menschen in ein kreatives Umweltprojekt einzubinden. Bis heute blieben die Earth Days stets neutral, geben Hilfestellung, vernetzen und schaffen Medienpräsenz für die vielen Umweltinitiativen vor Ort.

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Die deutsche Earth Day-Bewegung

Die deutsche Earth Day-Bewegung ist heute in einem nationalen Komitee e.V. als gemeinnützige Umwelt-Organisation mit Sitz in Frankfurt/Main zusammengefasst. 

Im "Earth Month" April finden in Deutschland vielfältige Aktionen zum Thema: "Nachhaltig und zukunftsfähig leben, seid umweltfit - engagiert euch lokal, wie global", statt. Eine große Zahl von Initiativen auf lokaler Ebene, u.a. in Unternehmen der Wirtschaft, in den Gemeinden, in Schulen, an Universitäten, in Vereinen und Spontangruppen engagieren sich in dieser Zeit für den Earth Day.

Earth Day Motto 2018: Nachhaltige Mobilität hat Zukunft 

Mit dem Motto „ Nachhaltige Mobilität hat Zukunft – Tempo für lebenswerte Verkehrswende“ möchte der Earth Day in diesem Jahr vor allem auf das Verkehrsproblem aufmerksam machen.

"Mobilität ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasen", sagt Earth Day Präsident Thomas Dannenmann. Der Verkehrssektor in Deutschland hat einen Anteil von etwa 30 Prozent am Endenergieverbrauch. Auch der Anteil des Verkehrs am CO2-Ausstoß ist mit circa 20 Prozent erheblich. Berücksichtigt man zudem die seit Jahren steigende Verkehrsleistung, so machen die Zahlen deutlich: Energie- und Mobilitätswende müssen gemeinsam gedacht und angepackt werden.

"Es besteht dringend Handlungsbedarf um die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen. Während in den großen Bereichen der Industrie und der Energiewirtschaft die CO2 Emissionen kontinuierlich gesunken sind, sind diese beim Verkehr deutlich gestiegen", erklärt der Earth Day Präsident.

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40 Stunden Stau pro Jahr

Besonderen Handlungsbedarf gibt es im Arbeitsverkehr. Rund 40 Stunden stehen Deutschlands Pendler im Jahr durchschnittlich im Stau. Das ist nicht nur frustrierend, sondern belastet auch die Umwelt. Laut Staubilanz des ADAC  gab es 2016 rund 694.000 Staus mit über 1,3 Millionen Kilometer Staulänge und 419.00 Staustunden bundesweit.

Alternativen zum Auto werden immer beliebter

Fahrräder in der Stadt

Das Projekt „Gute Wege zur Arbeit“ des ACE Auto Club Europa möchte nachhaltige Mobilität in der Region fördern und unterstützt Betriebe beispielsweise beim Umstieg auf’s Fahrrad.

Neben dem Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln soll auch das „JobRad“ immer mehr Nutzer finden. „Mit dem JobRad-Angebot überträgt der Arbeitgeber das Dienstwagenprinzip auf die E-Bikes", erklärt Thomas Dannenmann. So können Mitarbeiter zu günstigen Konditionen ihr Traum- Pedelec über den Arbeitgeber leasen und sparen damit Steuern und CO2. Zudem stärkt das Job-Rad die Attraktivität des Arbeitgebers, fördert die Motivation und Fitness des Mitarbeiters und stärkt das Image des Unternehmens pro Umwelt. 

Elektromobilität wird immer vielfältiger

E-Bikes, E-CarSharing, E-Bürgerbus oder E-Bike&Ride: Elektromobilität wird immer vielfältiger und massentauglicher. Große wie kleine Unternehmen treten immer öfter in einen Kooperationswettbewerb, um gemeinsam nachhaltige Konzepte, innovative Technologien und grüne Geschäftsmodelle, wie beispielsweise das JobRad, E-Bike&Ride, E-Car Sharing, E-Bürgerbus, E-Sammeltaxi voranzutreiben und gleichzeitig davon zu profitieren. Regenerativ gespeist, wird E-Mobility bald zentraler Bestandteil eines smarten und ressourcenschonenden Lebensstils sein.

Auch die zunehmende Vielfalt an E-Bikes kann einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilitätswende in Stadt und Land sein. Ob Lastenrad, Anhängerspanne für Kinder und Hunde, Tandem oder Tri-Räder für Behinderte: das Angebot an E-Bikes nimmt weiterhin zu.

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Die Mobilitätswende ist auch Stadtsache

Immer mehr Städte motivieren die Bürger zu neuen Mobilitätskonzepten. Stuttgart z.B. kämpft schon lange gegen die hohe Schadstoffbelastung und will den Autoverkehr durch neue Konzepte jetzt um bis zu 20 Prozent senken.

Besonders ehrgeizige Mobilitätsprojekte hat auch die Stadt Marburg. Unter dem Motto "Gemeinsam Mobil" plant der Landkreis Marburg-Biedenkopf zukunftsfähige Modelle für Elektromobilität, die gemeinschaftlich nutzbar und bedarfsgerecht sein sollen. 

"Wir können nicht dauernd auf den Bund warten, innovative Konzepte regional und lokal sind gefragt", sagt Thomas Dannenmann vom Deutschen Earth Day Komitee.

Volksentscheid Fahrrad

Dort, wo die Politik nicht oder nur langsam reagiert, setzen Bürger selber etwas in Bewegung. Bestes Beispiel dafür ist Berlin: hier haben Hunderttausende für einen Volksentscheid gestimmt, der Berlin fahrradfreundlicher machen soll. Ziel der Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ ist, dass sich Radfahrer sicher und komfortabel fortbewegen können und so noch mehr Berliner aufs Fahrrad umsteigen. In Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und anderen Verbänden wurde der Entwurf eines Radgesetzes mit zehn Kernmaßnahmen entwickelt, die innerhalb von acht Jahren umgesetzt werden sollen. Die enorme Resonanz der Bürger zeigt, dass viele Menschen den massiven Autoverkehr satt haben. Weitere Städte, wie Frankfurt und Braunschweig ziehen bereits nach und verfolgen auch für sich sichere und saubere Straßen.

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Immer mehr Elektroautos

Immer mehr Elektroautos

Etwa 40.000 Elektroautos fahren derzeit auf Deutschlands Straßen. Weltweit hatten im vergangenen Jahr 750.000 oder weniger als ein Prozent aller verkauften Neuwagen einen Elektromotor, etwa die Hälfte ging an Kunden in China. Verbrennungsmotoren sollen dort in den kommenden Jahren nach und nach verboten werden. Das verkündete die Regierung, ohne allerdings einen genauen Zeitpunkt für das komplette Verbot zu nennen. Frankreich und Großbritannien sind da präziser und wollen Autos mit Verbrennungsmotoren ab 2040 nicht mehr zulassen, Indien ab 2030, Norwegen bereits ab 2025. Denkbar, dass auch auf deutschen Straßen in Zukunft nur noch Elektroautos fahren werden.

„Nur durch eine ambitionierte Energie- und Mobilitätswende können wir gewährleisten, den starken Wirtschaftsstandort Deutschland für die Zukunft erfolgreich aufzustellen und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu reduzieren“, so Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbands eMobilität.

Veranstaltungen zum Earth Day 2018

Die Veranstaltungen sind kostenlos, Anmeldung über praesident@earthday.de oder über die Veranstaltungsseiten erbeten. Veranstaltungsdaten und -orte sind:

Nachhaltige Mobilität hat Zukunft

Wann: Montag, 23. April 2018, 10:00 bis 14:00 Uhr 

Ort: IHK Frankfurt am Main, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt

Earth Day 2018 - Zukunft Mobilität

Wann: Dienstag, 24. April 2018, 11:00 bis 12:30 Uhr

Ort: Institut Dr. Flad, Breitscheidstraße 127, 70176 Stuttgart

Weitere Informationen unter: www.earthday.de

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Quellen: Bilder: Depositphotos/maximsamos, mikdam, Scharfsinn, Text: Meike Riebe