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Im Test: Pedelecs fallen kläglich durch
Pedelecs begeistern viele Radfahrer immer wieder neu: Wie von Geisterhand schiebt die elektrische Trethilfe den Fahrer gegen Wind und Steigungen. Doch die Tester der Stiftung Warentest erlebten beim Test von sechzehn solcher Elektrofahrräder eine harte Landung.
Bei E-Bikes oder Elektrofahrrädern wird der Fahrer durch einen kleinen Motor beim Treten unterstützt. Das kann bei Gegenwind oder Bergfahrten sehr hilfreich sein. In einem Belastungstest über 20.000 Kilometer – das entspricht bei einer angenommenen Lebensdauer der Fahrräder von fünf Jahren einer durchschnittlichen Strecke von elf Kilometern pro Tag – kam es zweimal zum Rahmenbruch und dreimal zum Lenkerbruch. Außerdem wurden bei drei E-Bikes zu schwache Bremsen festgestellt.
Wie die unabhängige Verbraucherzeitschrift test in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, sind neun der sechzehn Fahrräder im Test glatt durchgefallen, und das nicht wegen Kleinigkeiten. Brems- und Akkuversagen, Rahmen- und Lenkerbrüche, sowie eine erhöhte Strahlungsemission der Elektromotoren führten zu der Note „mangelhaft“. Lediglich zwei Pedelecs, das Stevens E-Courier SX“ für zweieinhalbtausend Euro und für den gleichen Preis das „Kettler Obra RT“, haben mit „gut“ abgeschnitten.
Zweimal gab es ein „gut“, dreimal ein „befriedigend“, der Rest ist mehr oder weniger Schrott. test-Redakteur Herbert Noll hat einiges während der Probefahrt erlebt: „Drei Mal hatten wir zum Beispiel einen Lenkerbruch. Man muss sich mal vorstellen: Während der Fahrt bricht der Lenker! Man kann sich da wirklich als Artist im Zirkus bewerben, wenn man so einen Lenkerbruch während der Fahrt unbeschadet übersteht. Und dann hatten wir noch zwei Rahmenbrüche. Da hat man praktisch keine Chance, das sturzfrei zu überstehen!“
Drei Modelle hatten definitiv zu schwache Bremsen, andere störten sogar mit ihrer Elektrik den Funkverkehr von Polizei und Rettungsdiensten. „Das Lustige ist: Manche fahren dann einfach nicht mehr weiter, also der Antrieb versagt, und wenn dann der Funk vorbei ist, dann fahren die wieder los.“, so Herbert Noll.
Akku-Probleme und noch mehr hatte auch das schlechteste Rad im Test, das ‚Leviatec Demission‘: „Wir wollten das in Betrieb nehmen und losfahren: Ging nicht. Dann haben wir den Akku geladen, ging wieder nicht, Akku kaputt. Zweites Muster: Auch Akku kaputt! Drittes Muster gekauft: Auch Akku kaputt. Nun kann man das Fahrrad ja auch ohne Akku fahren, und dabei ging tatsächlich der Rahmen zu Bruch!“, Herbert Noll zieht ein Gesamtfazit des Tests: „Also, nicht mehr durchwachsen, sondern übel bis schlecht! Neun Produkte, die im Test mangelhaft abgeschnitten haben, drei davon mit Lenkerbruch, zwei davon mit Rahmenbruch, dann noch elektromagnetische Verträglichkeit, dass Funkdienste massiv gestört werden, wenn da einer mit einem Fahrrad vorbeifährt. Das ist ein Testergebnis, so haben wir uns das nicht vorgestellt, und so wünschen wir uns das auch nicht! Wenigstens sind noch zwei gute Produkte im Test gewesen und drei befriedigende Produkte, die man auch noch kaufen kann. Also, ich als Verbraucher würde mir das test-Heft holen, mal einsehen: Wo sind denn da die Testergebnisse? Welche Fahrräder sind „gut“ und danach auswählen!“
Getestet wurden:
Elektrofahrräder 06/2013 - Komforträder mit Einrohrrahmen (Wave)
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Fischer E-Bike City Pedelec CU 01
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Flyer C5R Deluxe
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Giant Twist Elegance C1 28"
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Hercules Tourer 8 Pro
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Kalkhoff Impulse Premium i8R
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Kettler Obra RT
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Kreidler Vitality Elite VE 3
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KTM Macina Eight
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Norma / Top Velo Alu-Elektro-Fahrrad 28"
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Pegasus Premio E8
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Raleigh Impulse iR HS
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Sinus B3 8-G Nexus
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Stevens E-Courier SX
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Victoria Assen
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Winora C2 AGT
Elektrofahrräder 06/2013 - Räder mit Sonderstellung
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Leviatec Demission
Quelle: Stiftung Warentest / Text: Christina Jung
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