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Mehr biologische Vielfalt durch Totholz
Totholz für Baggersee

Mehr biologische Vielfalt durch Totholz

800 Holzbündel wurden in Niedersachsen Baggerseen versenkt um zu einer neuen Heimat für Fische, Insekten, Wasservögel, Amphibien und wirbellose Tieren zu werden. Als Alternative zum klassischen Fischbesatz soll damit langfristig Ökologie und Fischerei in Einklang gebracht werden. 

Baggerseen machen in Niedersachsen einen Großteil der Gewässerfläche aus, werden aber im Naturschutz kaum berücksichtigt. Wissenschaft und Angelvereine erarbeiten derzeit im Verbund Strategien zur ökologischen Aufwertung kleiner künstlicher Standgewässer. 

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Alte Ufer neu belebt

Die wenigsten wissen, dass Angler nicht nur Nutzer von Gewässern sind, sondern aufgrund ihrer gesetzlichen Hegeverpflichtung auch Schützer und Gestalter von Uferhabitaten und Fischbeständen. Um zukünftig Erholungsnutzen und Biodiversität an Niedersachsens Baggerseen in Einklang zu bringen, soll Totholz mehr Leben in die Gewässer bringen. Bis zum Jahr 2022 wollen Angler und Gewässerforscher 300kg schwere Holzbündel in eine bestimmte Anzahl von Baggerseen einbringen, Flachwasserzonen schaffen und dann die Auswirkungen auf die Biodiversität untersuchen. Verglichen werden die Aktionen mit naturbelassenen Seen sowie mit beangelten Baggerseen ohne ökologische Ausgleichsmaßnahmen. Jährlich werden dazu die Auswirkungen der verschiedenen Seen auf Flora, Fauna und Fischbestand analysiert. 

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Totholz für mehr Artenvielfalt 

Die Aktion "Baggersee" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Anglerverbands Niedersachsen e.V., dem IGB und der Technischen Universität Berlin. Die mit 10.000 Metern Juteseil verschnürten Holzbündel bestehen aus dünnen und dicken Baumkronenästen und wurden auf jeweils 20 Prozent der Uferlinie mit Hilfe von kiesgefüllten Jutesäcken ins Wasser gelassen. Im Uferbereich naturnaher Gewässer fehlen durch steile Uferkanten und fehlender Pflanzenbesiedlung viele Pflanzen, Wurzeln und Gesteinsformationen, die den Tieren als Unterschlupf und Kinderstube dienen. Mit dem künstlichen Einbringen von Totholz in Baggerseen erhoffen sich die Projektbeteiligten eine breitere Fischbiodiversität und damit einhergehend die Ausweitung der Artenvielfalt wie z.B. Libellen, Vögel, Amphibien und Pflanzen an den Seen. Die Untersuchungsergebnisse aus allen Gewässern sollen zukünftig in allgemeine Leitbilder zur Gestaltung von Baggerseen mit einem gesamtgesellschaftlichen Nutzen münden.

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Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, www.ifishman.de, Bild: Anja Gruner, SFV Helmstedt und Umgebung e.V., Text: Tine Esser