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Hawaii plant den kompletten Wandel zu erneuerbaren Energien
Hawaii wird grün

Hawaii setzt auf 100% erneuerbare Energien

Erneuerbaren Energien gehört die Zukunft. Obwohl daran kein Zweifel mehr besteht, dauert die Umstellung manchmal lange. Hawaii hat jetzt jedoch beschlossen, bis 2045 zu 100% auf erneuerbare Energien umzusteigen, und hat einen unerwarteten Unterstützer.

Beim Asia Pacific Resilience Innovation Summit in Honolulu, Hawaii, ließ Gouvernor David Ige die Bombe platzen: seine Regierung wird einen Umstieg auf erneuerbare Energien anstreben und Elektrizitätswerke weder mit Erdöl noch mit Erdgas betreiben. Angesichts der sinkenden Preise für Solar- und Windkraftanlagen werde Erdgas, so Ige, dem Bundesstaat keine Ersparnisse bringen. Außerdem würden durch das Verbrennen von Erdgas nur noch mehr klimaschädliche Treibhausgase freigesetzt. Statt die Elektrizitätswerke von Erdöl auf Erdgas umzurüsten, solle lieber direkt in erneuerbare Energien investiert werden.

Die Inselkette Hawaii plant den vollständigen Eco Energiewandel bis zum Jahre 2045.

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Hawaii als Versuchslabor

Hawaii wird dadurch zu einem der wichtigsten „Versuchslabore“, wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel geht. Durch die besondere Lage der Inselgruppe im Pazifik hat Hawaii Probleme, seinen Energiebedarf zu decken. Die Strompreise auf Hawaii sind höher als in jedem anderen US-Bundesstaat und natürlich können die Inseln Strom auch nicht einfach importieren. Die meisten Elektrizitätswerke nutzen Erdöl, doch die steigenden Preise haben Hawaii zusätzliche 5 Milliarden US-Dollar gekostet. Durch den Umstieg auf erneuerbare Energien will die Regierung der Unbeständigkeit des Marktes entkommen. Dass Veränderungen nur eintreten, wenn sie gefordert werden, zeigt auch der bisherige Umgang des Staates mit sauberer Energie: bis 2015 sollten erneuerbare Energien 15% des Energiebedarfes decken, im Jahre 2014 lag der Anteil jedoch schon bei 21%.  

Eine schwierige Gratwanderung

Beim Umstieg auf erneuerbare Energien müssen aber auch Kompromisse gefunden worden. Umweltschützer machen auf Risiken für Flora und Fauna aufmerksam, auf dem Wasser treibende Offshore-Wind-Anlagen sollen jetzt denen an Land vorgezogen werden. Die Hawaiis Big Island hat großes geothermisches Potenzial, allerdings ist der Mauna Loa, einer der größten aktiven Vulkane der Erde, mit seiner Göttin Pele ein heiliger Ort, der nicht entweiht werden darf. Andererseits haben die Maori in Neuseeland bei ähnlichen Projekten bereits positive Erfahrungen mit Erdwärme gemacht, da sie diese unabhängig vom Stromnetz, Wind und Sonne macht.

Glühender Krater auf Hawaii

Denkbar wäre die energetische Nutzung der Erdwärme auf Hawaii.

Erneuerbare Energien als drittes Standbein

Unterstützung beim Umstieg erhält Hawaii von einem ungewöhnlichen und doch enthusiastischen Partner – dem US-Militär. Das Heer, die Navy und die Marine wollen auf ihren Stützpunkten auf grüne Energien umsteigen, um dadurch die Sicherheit und Unabhängigkeit der Stützpunkte zu gewährleisten. Auf Hawaii werden nun Forschungseinrichtungen entstehen, in denen die Nutzung erneuerbarer Energien auf den Inseln optimiert werden soll. Dadurch könnte Hawaii neben dem Tourismus und dem Militär ein drittes Standbein bekommen. Erneuerbare Energien tun also nicht nur der Umwelt, sondern auch der Wirtschaft gut.

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Quelle: The Nation; Bildquelle: © nstanev-fotolia, ©SergiyN-fotolia, Autor, : kle