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Bienen sterben, Schuld daran sind Pestizide
Das Bienensterben stoppen

Keine Ausreden mehr. Schluss mit Pestiziden!

Eine neue Studie zeigt: Auch “gute” Pestizide, mit denen Imkern ihren Bienen eigentlich helfen wollen, bedrohen die Gesundheit der wichtigen Bestäuber. Wie viele Warnungen braucht es noch, bis endlich Schluss mit Pestiziden ist? 

Warum immer mehr Bienen weltweit sterben, ist noch nicht vollständig geklärt. Tatsache ist, dass wir ohne die Bestäuber bald ein riesiges Problem haben werden. Bienen sind ein unentbehrlicher Bestandteil des Ökosystems. Sie sorgen dafür, dass die Pollen der Pflanzen verbreitet werden, damit sich diese vermehren können. Ohne die Bienen ist es nur eine Frage der Zeit, bis es auch kein Gemüse, Obst und keine Kräuter mehr wachsen, um uns und die Tiere zu ernähren. Umso lauter scheint der Weckruf, den eine neue Studie über Bienen jetzt veröffentlicht. Demnach schaden auch vermeintlich „gute“ Pestizide den Bienen, die ihnen eigentlich helfen sollen.

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Pestizide bringen Bienen in Gefahr

Pestizide spielen beim weltweiten Sterben der Bienen eine entscheidende Rolle. Vor allem die sogenannten Neonikotinoide richtigen bei den Tieren erheblichen Schaden an, weshalb deren Verbot diskutiert wird. Warum Schluss mit Pestiziden machen? Neonikotinoide gehören zu einer neueren Klasse von Insektiziden, die flächendeckend eingesetzt werden und extrem stark giftig wirken. Für Bienen ist das Pestizid absolut schädlich. Wenn eine Biene über Pollen oder „Schweißtröpfchen“ der Pflanze in Kontakt mit dem Gift gerät, kann sie erheblich in ihrer Orientierungsfähigkeit gestört werden und nicht mehr zu ihrem Stock zurückfinden. Geschieht dies bei mehreren Bienen, können auf diese Weise schnell ganze Kolonien ausgerottet werden. Neonikotinoide schwächen zudem das Immunsystem der Bienen und machen sie dadurch anfälliger für die Varroamilbe, die die Brut der Bienen befällt, ihr Blut aussaugt und Wunden hinterlässt, in der Viren und Bakterien gedeihen. Die Varroamilbe überträgt diese Bakterien zudem. Sie gilt als absoluter Totbringer für die Biene, weshalb Imker seit längerem eine Sorte von Pestiziden einsetzen, die Bienen helfen soll, indem sie die Varroamilbe tötet. Doch dieses vermeintlich „gute“ Pestizid ist nicht besser als die Neonikotinoide – wie eine neue Studie jetzt zeigt.

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Schutz der Biene fehlgeschlagen

Die Studie wurde von Wissenschaftlern der amerikanischen Virginia Tech Universität durchgeführt und kürzlich in der Fachzeitschrift Frontiers in Microbiology veröffentlicht. Es stellte sich heraus, dass die Pestizide gegen Varroamilben und andere Parasiten entgegen bisheriger annahmen auch den Bienen schaden. Besonders das Pestizid Chlorothalonil sorgt dafür, dass sich die Struktur der Darmbakterien der Bienen verändern. Solche Veränderungen, die durch Pestizide ausgelöst werden, beeinträchtigen die Funktion der Bakterien und machen es den Bienen schwerer Zucker und Peptide umzuwandeln. Diese Prozesse sind unverzichtbar für die Gesundheit der Bienen. Die Studie zeigt, dass Pestizide zwar Parasiten und andere Schädlinge von den Bienen fernhalten, ihr Einsatz aber auch den Tieren selbst schadet.

Das wirft die Frage auf, inwieweit zur Ertragssteigerung das Leben der fleißigen Arbeiter(bienchen) riskiert werden darf. Mit dem Bienensterben muss endlich Schluss sein. Die Studie macht deutlich, dass Pestizide nicht in den Bienenstock gehören und auf diesem Gebiet noch sehr viel mehr Forschung nötig ist, bis ein sorgsamer Umgang mit Pestiziden möglich ist. Bis dahin gilt: Schluss mit Pestiziden, Honig-Bienen keiner Gefahr aussetzen!

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Quelle: BUND, Frontiers in Microbiology, Bild: depositphotos Ale_ks, Text: Isabel Binzer