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Earth Day 2016
Tag der Erde

Tag der Erde: sinnvoll oder unsinnig?

Der 22. April ist der Tag der Erde. Im Mittelpunkt stehen der Umweltschutz und die gemeinsame Verantwortung für unseren Planeten. Aber bringt das wirklich etwas? Oder ist der Earth Day nur ein symbolischer Tag ohne reale Konsequenzen?

Der Tag der Erde (Earth Day) entstand, wie könnte es anders sein, als spontane Studentenbewegung Anfang der 1970er Jahre. In der Zeit also, als sich die Ökobewegung formierte und besonders junge Menschen begannen, politisch Einfluss zu nehmen und sich lautstark für die Belange der Umwelt einzusetzen. Zum Beispiel mit einem Aktionstag für die Erde an Schulen und Universitäten. Die Idee des US-Senators Gaylord Nelson setzte sich durch: Heute wird der Earth Day jedes Jahr am 22. April in mehr als 150 Ländern begangen.

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Jeder einzelne trägt Verantwortung für den Umweltschutz

Ziel des weltweiten Aktionstags ist es, möglichst viele Bürger und vor allem junge Menschen in ein kreatives Umweltprojekt einzubinden und sie so auf die Verantwortung aufmerksam zu machen, die die gesamte Erdbevölkerung gemeinsam, aber auch jeder einzelne ganz individuell für den Schutz des Planeten trägt. Programmschwerpunkte sind die Umweltbildung an Schulen, Umweltaktionen für einen ökologischen, zukunftsfähigen Lebensstil sowie Symposien über globale und lokale Umweltstrategien.

Die deutsche Earth-Day-Bewegung hat sich ganz besonders den Ausbau und die Umsetzung der im Juni 1992 bei der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro verabschiedeten Agenda 21 zum Ziel gesetzt. Dies soll auf mehreren Ebenen geschehen. Neben einer ökologischen Erziehung ohne erhobenen Zeigefinger stehen die Förderung des Dialogs zwischen allen Interessengruppen sowie die Motivation zur eigenen Initiative möglichst vieler Menschen auf dem Programm.

Umweltschutz verdient die große Bühne

Kritiker fragen nicht zu Unrecht, wie sinnvoll es ist, allen möglichen Themen und Anliegen einen eigenen Welttag zu widmen, der feierlich und mit viel finanziellem wie ideologischem Aufwand begangen wird. Angesichts des katastrophalen Zustands, in dem sich die Erde aktuell befindet, müsste ihr eigentlich jeder einzelne Tag des Jahres gewidmet sein. Aber braucht es einen offiziellen Anlass für aktiven Umweltschutz?

Ganz klar: nein! Jeder einzelne kann im Alltag Verantwortung übernehmen und im Kleinen eine ganze Menge bewegen. Wer mit Jutebeutel statt Plastiktüte einkaufen geht, regionale Bio-Produkte statt billiger Massenware in den Einkaufswagen packt und öfter mal auf Fleisch verzichtet, trägt aktiv zum Schutz unseres Planeten bei – jeden Tag. Das ist übrigens ganz im Sinne des Earth Days. Dessen Motto lautet 2016 nämlich „Mein Essen verändert die Welt! Bewusst genießen, bio, regional, fair“. Der Vollständigkeit halber sei deswegen an dieser Stelle betont, dass ein internationaler Tag der Erde trotz allem sinnvoll und wichtig ist. Schon allein deswegen, weil ein so bedeutendes Thema wie der Umweltschutz zumindest einmal im Jahr die ganz große Bühne verdient.

Trotzdem: Lassen Sie uns jeden Tag zum Tag der Erde machen und so oft wie möglich Verantwortung für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft übernehmen.

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Quellen: Earth Day International, Bild: depositphotos/photographyMK , Text: Ronja Kieffer