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Bunte Treppen schmücken Istanbuls Städte
Urbaner Ungehorsam

Urbaner Ungehorsam: Bunte Treppen in Istanbul

Er wollte einfach das (Stadt-)Leben ein bisschen bunter machen und die Menschen zum Lächeln bringen: Mit seiner Farbaktion hat der Ruheständler Huseyin Cetinel allerdings eine Farblawine losgetreten…

Vier Tage hat Cetinel mit Hilfe seines Schwiegersohns gebraucht, um die Treppe im Künstler-Viertel Findikli in allen Regenbogenfarben zu streichen. Eine fröhliche und friedliche Guerilla-Aktion, die allerdings gleich eine neue Welle von Protestaktionen gegen die Regierung auslöste.

Denn: Kaum fertig mit seinem bunten Werk, wurden die Treppen von offizieller Stelle wieder mit dem ursprünglichen tristen Grau übermalt. Das ließen die Bürger Istanbuls, die begeistert von der Regenbogen-Aktion Cetinels waren, nicht auf sich sitzen: Das Treppen-Streichen wird zum Volkssport, überall in der Stadt der sieben Hügel, in der es naturgemäß etliche öffentliche Treppen-Wege gibt, greifen die Menschen zu Farbtöpfen und tun es dem Ruheständler nach.

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Mittlerweile hat die Aktion so große Wellen geschlagen, dass auch in anderen türkischen Städten ähnliche Aktivitäten zu beobachten sind.  Auch in den sozialen Netzwerken erregen die Aktionen viel Aufsehen, unter anderem gibt’s immer neue Interpretationen der Hintergründe, wie beispielsweise, dass die Regenbogen-Treppen auch für Gleichstellung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Organisationen werben soll.

Aber in erster Linie wolle Huseyin Cetinel schlicht ein wenig Fröhlichkeit in die Stadt bringen! Eine schöne Form der urbanen Kreativität!

Dank an die New York Times, die uns auf diese Geschichte aufmerksam gemacht hat!

Text: mara
Bild: Sebnem Arsu
Quelle: New York Times