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Aufruf zur größten Klima-Jugendbewegung am 15. März
Großdemo am 15. März

Aufruf zur größten Klima-Jugendbewegung

Am kommenden Freitag ist es wieder soweit: Unter dem Motto „Fridays for Future“ ziehen weltweit Schüler, Studenten, Eltern, Lehrer, Erzieher, Umweltschützer und alle, denen etwas an unserer Zukunft liegt, auf die Straße. Dieses Mal in einem Ausmaß, das es so noch nie gegeben hat. Denn obwohl die Schüler in den letzten Wochen mit Vorwürfen und Beleidigungen seitens der älteren Generation konfrontiert wurden, zeichnet sich derweil die wahrscheinlich größte Klima-Jugendbewegung der Welt ab.

„Warum sollten wir für eine Zukunft lernen, die wir vielleicht niemals haben werden, wenn niemand etwas tut um diese Zukunft zu retten?“

Diese Frage stellen Schüler und Studenten aus ganz Europa bereits seit Wochen. Unter dem Namen „Fridays for Future“ gehen jeden Freitag mehrere tausend junge Menschen auf die Straße. Die Bewegung beruft sich auf das Motto von Greta Thunberg, die wochenlang die Schule schwänzte, weil sie sich nicht mit der schwedischen Klimapolitik abfinden wollte. Statt im Unterricht zu sitzen, protestierte sie vor dem Parlament in Stockholm. Mit ihrem Protest kam sie bis vor die UN.

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Es geht den Schülern nicht ums Schwänzen, sondern um ihre Zukunft

Im Gegensatz zu den Politikern hat die Jugend erkannt, dass der Klimawandel eine reale Bedrohung für die Menschheit ist. Und dieser liegt nicht mehr in ferner Zukunft, sondern ist höchst aktuell. Die Treibhausgas-Emissionen steigen bereits lange Zeit und dennoch werden Kohle, Öl und Gas abgebaut. Doch die Politiker unternehmen nichts, um die Klimakrise abzuwenden.

Stattdessen werden die Schüler immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert. Z.B. dass sie an den Demonstrationen nur teilnehmen würden um einen Vorwand fürs Schwänzen zu haben. Andere sagen, sie seien noch zu jung um zu verstehen was die Klimakrise wirklich bedeute und plapperten nur nach, was sie aufgeschnappt hätten. Wieder andere raten ihnen lieber zur Schule zu gehen, um Experten der Klimakrise zu werden. Doch diese Experten gibt es bereits. Die Lösungen sind da, sie müssen nur umgesetzt werden. Gretas Antwort auf die Vorwürfe: „Wir streiken weil wir unsere Hausaufgaben gemacht haben, die Politiker jedoch nicht. Wenn sie nichts machen, müssen wir etwas tun und das werden wir auch!“

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March now or swim later

Politiker missachten unser Grundgesetz

Genauso wie Greta und die zahlreichen Schüler und Studenten, sieht es auch Heiko Hilmer, 1. Vorsitzender der regionalen Energie- und Klimaschutzagentur e.V. Braunschweig: „Aus meiner Sicht haben die Schüler praktisch das Recht die Schulpflicht zu missachten, weil die älteren Generationen und die Politiker unser Grundgesetz missachten.“ In Artikel 20a des Grundgesetzes heißt es nämlich: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung." „Wer Recht und Ordnung von Schülern einfordert, sollte also erst einmal selbst das Grundgesetz einhalten“, so Hilmer. „Und auch im Christentum und anderen Glaubensrichtungen findet man mehrere Aufforderungen zur „Wahrung der Schöpfung“. Doch wie sollen wir von unseren Kindern die Einhaltung der Schulpflicht fordern, wenn wir uns selbst nicht an unsere Regeln halten?“ Was wir jetzt tun und nicht tun, wird unser ganzes Leben und vor allem das unserer Kinder und Enkelkinder beeinflussen – da sind sich die Streikenden einig.

Anstatt der Jugend gegenüber kluge Bemerkungen zu machen, sollten wir uns besser darüber freuen, dass sie für uns alle auf die Straße gehen und zwar zu Zeiten, wo die Öffentlichkeit auch hinsieht und das ist nun mal während der Unterrichtszeit.

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Immer mehr Eltern, Lehrer und Erzieher streiken mit

Doch nicht alle „Erwachsenen“ reagieren vorwurfsvoll: Derzeit tun sich engagierte Eltern, Lehrer und Erzieher vielerorts zusammen, um die streikenden Kinder zu unterstützen. Nachdem die Schüler für ihr Engagement teilweise heftig angegriffen wurden, hat sich die Gruppe “Parents for Future“ gegründet.

In Frankreich haben innerhalb von wenigen Tagen tausende Lehrer einen Aufruf zur Solidarität unterschrieben. Angelehnt am französischen Appel wollen sich nun auch Lehrer in Deutschland mit den Jugendlichen solidarisieren.

Bist du Lehrer*in und willst dich für den Klimaschutz engagieren? Dann unterstütze den Schulstreik, indem du den Aufruf von „Fridays for Future“ unterzeichnest: parentsforfuture.de/unterschreiben

Großdemo am 15. März 2019

Großdemo am 15. März 2019

Am 15. März 2019 gehen junge Menschen in über 50 Ländern auf allen Kontinenten (außer der Antarktis) auf die Straße und sagen: Bis hierhin und nicht weiter!
Bundesweit sind bisher weit über 100 Streiks geplant. Die Schüler brauchen jetzt unsere Unterstützung!

Ob ein Schulstreik auch in deiner Nähe stattfindet, kannst du in dieser Liste sehen: fridaysforfuture.de/march15th

„Fridays for Future“- Regionalgruppen

Außerdem gibt es eine Reihe von „Fridays for Future“- Regionalgruppen, die sich auf unterschiedlichen Social Media Plattformen, wie WhatsApp, Telegram, Instagram oder Facebook organisiert haben. Dort kannst du dich informieren und selber mitdiskutieren.

Hier geht es zu den Regionalgruppen: fridaysforfuture.de/regionalgruppen

Es ist Zeit, dass wir unsere Solidarität bekunden und zeigen, dass wir alle für das gleiche Ziel kämpfen: Endlich ernst gemeinten Klimaschutz!


#kitasforfuture #parentsforfuture #fridaysforfuture #lehrerforfuture

Quellen: Fridays for Future, Bilder: Fridays for Future, Text: Meike Riebe

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