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Jahr_der_Luft

Willkommen im Jahr der Luft

Die europäische Union hat das Jahr 2013 zum „Jahr der Luft“ ausgerufen. Aber „saubere Luft“ - was bedeutet das eigentlich? Und was können wir tun, damit sie besser wird? Einige Maßnahmen, die für ein sauberes Luftjahr geplant sind.

In ganz Europa überschreiten die Ballungszentren regelmäßig die EU-Grenzwerte für Feinstaub. Dies ist besonders verheerend, da allein in Deutschland etwa 75.000 Menschen im Durchschnitt zehn Jahre zu früh sterben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt aufgrund epidemiologischer Studien die Zahl der vorzeitigen Todesfälle durch Feinstaub auf mehr als 300.000.  

Eins ist klar, Bund, Länder und Kommunen müssen im diesjährigen Jahr der Luft für konkrete Maßnahmen zur Verminderung der Luftbelastung sorgen. Denn nicht nur die Gesundheit der Menschen ist betroffen, sondern auch die Klimaproblematik.

"Rußfrei fürs Klima"

Partnerorganisationen übergaben einen Forderungskatalog für eine bessere Luftreinhaltepolitik in dreizehn europäischen Ländern an die nationalen Umweltministerien. Die Kampagne „Rußfrei fürs Klima“, getragen von den deutschen Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund (NABU), Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Deutsche Umwelthilfe (DUH), wird die nationalen und europäischen Maßnahmen im Jahr der Luft kritisch begleiten. Ihr Ziel ist es, die Klimawirkungen von Dieselrußemissionen ins Bewusstsein von Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit zu bringen und Maßnahmen zur Rußminderung einzufordern.

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„Damit das ‚Jahr der Luft‘ nicht zu einer ‚Luftnummer‘ wird, müssen wir uns an Ländern wie Schweden und insbesondere der Schweiz ein Beispiel nehmen, wo seit Jahren Baumaschinen, Bau- und Schienenfahrzeuge nur mit gefilterten Dieselmotoren betrieben werden. Deutschland ist hier 'Entwicklungsland'. Als Beitrag der Bundesregierung wünschen wir uns, dass die Rußfilterpflicht 2013 für alle Baumaschinen und -fahrzeuge bei öffentlichen Aufträgen verbindlich wird“, erklärt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH).

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Viele wünschen sich durch die Maßnahmen im Jahr der Luft nochmal kräftig durchatmen zu können © Lebensministerium Bayern

Erste Maßnahmen sind bereits getroffen. Projekte wie "Clean Air" machen den Anfang im Verkehrsbereich. In Deutschland tragen derzeit 43 Umweltzonen in 57 Städten zur Minderung der Schadstoffbelastung bei. Jüngst hat sich das Ballungszentrum Mainz/Wiesbaden für eine gemeinsame Grüne Zone entschieden.

Wichtige Maßnahmen : Rußpartikelfilter für öffentliche Fahrzeuge

Doch weiterhin gibt es zahlreiche Ausnahmen, die eine Einfahrt auch ohne grüne Plakette erlauben. Gerade die im Öffentlichen Personennahverkehr eingesetzten Busse verfügen oftmals über keinen Partikelfilter. "Es kann nicht sein, dass umweltbewusste Bürgerinnen und Bürger auf Park-and-Ride Parkplätzen außerhalb der City-Bereiche ihre durchweg gefilterten Diesel-Pkw abstellen, um dann als Nutzer von Dieselstinker-Bussen die innerstädtische Luft zu verpesten.“, so Resch.

Doch die Umrüstung auf geschlossene Partikelfilter ist auch in einem anderen öffentlichen Sektor nötig. Gerade die Abgaswerte der Bau- und Landmaschinen sowie Schienenfahrzeuge überschreiten die geltenden Normen für Straßenfahrzeuge bei weitem. Daher sollten auch hier bei allen öffentlichen Ausschreibungen eine wirkungsvolle Abgasreinigung durch Rußfilter zur Pflicht gemacht werden.

„Doch entscheidend sind die konkreten Ergebnisse: 2013 wird erst wirklich zum Jahr der Luft, wenn die Grenzwerte ausreichend verschärft und wirksame Maßnahmen eingeleitet wurden, um die Gesundheit der Europäer zu schützen“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. / NABU
Text: Christina Jung

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Die Forderungen an das "Jahr der Luft" von der Kampagne "Rußfrei fürs Klima" © Rußfrei fürs Klima