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EU-Programm
Saubere Luft?

EU-Paket zur Luftreinhaltung mangelhaft

In vielen europäischen Städten sind die Bürger viel zu hohen Schadstoffkonzentrationen ausgesetzt. Die deutschen Umweltverbände kritisieren daher das Programm der EU-Kommission „Paket zur Luftreinhaltung“ als mangelhaft.

Über 90 Prozent der Bevölkerung in Europas Städten sind Schadstoffkonzentrationen in der Atemluft ausgesetzt, die ihre Gesundheit schädigen. Das aktuelle „Paket zur Luftreinhaltung“ („Air Quality Package“) der EU-Kommission, schützt Europas Bürgerinnen und Bürger jedoch nur unzureichend. Zudem gelten die wenig ambitionierten Grenzwerte für die Luftreinhaltung erst 2030.

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400.000 Menschen krank durch Luftverschmutzung

Die deutschen Umweltverbände fordern daher die Kommission schon seit längerem auf, ihren Maßnahmenkatalog an vielen Stellen nachzubessern und appellieren an die Bundesregierung, sich im Rahmen der Verhandlungen für eine deutlich ambitioniertere Neufassung des Gesetzes stark zu machen. Nur so könnten die Europäer in 16 Jahren ausreichend vor schmutziger Luft geschützt werden.

Für Deutschland ist diese Richtlinie nicht nur im Hinblick auf die eigenen Emissionsquellen von Bedeutung, sondern auch hinsichtlich der grenzüberschreitenden Luftverschmutzung. Dorothee Saar, Leiterin des Bereiches Verkehr und Luftreinhaltung der Deutschen Umwelthilfe (DUH): „Weiterhin sterben jährlich in Europa 400.000 Menschen vorzeitig an den Folgen der Luftverschmutzung. Das sind zehnmal mehr als durch Unfälle im Straßenverkehr. Gleichzeitig ist unstrittig, dass die erforderliche Technologie zur Minderung der Belastung vorhanden und kosteneffizient einsetzbar ist.“ Feinstaub, Stickoxide und bodennahes Ozon führen zu schweren oder sogar tödlichen Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems.

Quelle: VCD / Text: Christina Jung