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Time for change - jetzt oder nie!
Living Planet Report

Die Erde ist am Ende ihrer Kräfte

Unsere Erde steht kurz vor dem Burnout! Ein aktueller Report zeigt deutlich: Mit unserem Verhalten treiben wir den blauen Planeten und damit uns selbst in den Ruin. Der vom Umweltverband WWF herausgegebene Living Planet Report 2016 zeigt das in aller Deutlichkeit. So kann es nicht weitergehen.

Jedes Jahr bringen wir unsere Erde schneller an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. In diesem leben wir bereits seit dem 8. August über unsere Verhältnisse, verbrauchen also mehr natürliche Ressourcen als unser Planet uns zur Verfügung stellt. Eine Weile kann das gut gehen, doch was passiert, wenn die Vorräte irgendwann tatsächlich knapp werden? Gut möglich, dass dann überall auf der Welt Kriege um Trinkwasser, Land und Lebensmittel entbrennen. Die traurige Wahrheit lautet: Der Mensch richtet sich selbst zugrunde.

Aktuelles Zeitalter ist extrem vom Menschen geprägt

Das klingt drastisch, entspricht aber durchaus der Realität. Denn schließlich sind es menschliche Einflüsse, die dafür sorgen, dass die Artenvielfalt weltweit abnimmt – seit 1970 haben sich die Bestände an Wirbeltierarten mehr als halbiert –,  dass Ökosysteme zerstört werden, die natürlichen Ressourcen zur Neige gehen und die soziale Ungerechtigkeit steigt. Der vom Umweltverband WWF herausgegebene Living Planet Report 2016 zeigt das mehr als deutlich und in allen verstörenden Einzelheiten. Dies bestätigt auch der Weltklimabericht.

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Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat das menschliche Handeln in bis dahin ungekannten Ausmaßen zugenommen. Deshalb sprechen viele Wissenschaftler von einem neuen geologischen Zeitalter, dem „Menschen-Zeitalter“ oder „Anthropozän“. Ein Begriff, der keineswegs positiv zu verstehen ist. Die Menschen haben in den letzten fünfzig Jahren einen derart großen Einfluss auf Umwelt und Natur genommen, dass diese heute stark bedroht sind. Mit anderen Worten: Wir haben das Gesicht der Erde verändert – aber nicht zum Positiven.

Die Folgen des menschlichen Handelns werden immer drastischer.

Der CO2-Ausstoß durch Industrie, Verkehr und Viezucht ist enorm.

Wir leben auf Kosten anderer

Die Folgen des exzessiven Konsums und der weltweiten Ausbeutung der Ökosysteme sind überall sichtbar. Das Klima verändert sich rapide, Tiere und Pflanzen sterben in Massen, unzählige Menschen müssen ihre Heimat verlassen, weil Naturkatastrophen über sie hereinbrechen oder ihre natürlichen Lebensgrundlagen sich erschöpfen. Und trotzdem leben gerade die Bürger in Industriestaaten nach wie vor weit über ihre Verhältnisse. Dazu gehören auch wir Deutschen. Im Durchschnitt hat jeder Einzelne von uns einen Ökologischen Fußabdruck von 5,3 globalen Hektar (gha), obwohl unsere sogenannte Biokapazität deutlich geringer ist (2,3 gha pro Person).

In einigen afrikanischen und asiatischen Ländern  ist der durchschnittliche Fußabdruck dagegen um mehr als die Hälfte kleiner ist als die pro Kopf global verfügbare Biokapazität. Die Größe des durchschnittlichen Fußabdrucks hängt vom Gesamtkonsum eines Landes ab. Wir können also nur deshalb auf so „großem Fuß“ leben, weil wir die Kapazitäten anderer Menschen mitnutzen, während diese täglich ums Überleben kämpfen müssen. Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, die viel zu häufig mit fadenscheinigen Argumenten wie Arbeitsmoral, Entwicklungsstand oder politischem Status erklärt wird.

Große Dürre Perioden werden zur Regel.

Unser Konsumverhalten wird oft an anderen Stellen sichtbar.

Komplexe Probleme erfordern nachhaltige Lösungen

In Wahrheit sind Gegebenheiten selten so eindimensional, wie sie vielleicht manchmal erscheinen mögen. Das gilt ganz besonders für den aktuellen Zustand unserer Erde. Bei den Problemen, die wir beobachten können – Naturkatastrophen, Klimawandel, Artensterben, Dürre, Migration – handelt es sich nur um die Spitze des Eisbergs, um die Auswirkungen von tiefer unter der Wasseroberfläche liegenden Problemen. Wenn wir langfristige Verbesserungen erreichen wollen, dürfen wir uns nicht (nur) auf Sichtbares konzentrieren, sondern müssen genauer hinschauen und die Ursachen der sichtbaren Probleme bekämpfen. Wir müssen dafür sorgen, dass sich Denkmuster und Strukturen ändern, erst dann wird sich auch oberhalb der Wasseroberfläche etwas tun.

Sichtbare Folgen des Klimawandels.

Wir müssen die Probleme an den Wurzeln packen!

Es geht um die Zukunft

Dazu ist es dringend erforderlich, dass wir uns die Zusammenhänge klar machen und endlich verstehen: Es geht längst nicht mehr nur um ein bisschen Naturschutz, sondern um unsere Zukunft. Wenn die natürlichen Ressourcen aufgebraucht sind, bringen uns weder Wohlstand noch Arbeitsethos weiter. Hat die Erde ein Burnout, sind auch wir ausgebrannt. Der WWF fordert einen Paradigmenwechsel und ein neues globales Wirtschaftssystem, das mehr Nachhaltigkeit schafft und das Naturkapital schützt. Nur durch grundlegende Veränderungen ist es möglich, die Katastrophe abzuwenden, auf die wir zusteuern.

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Aber nicht nur Politik, Industrie und Wirtschaft sind gefragt. Jeder Einzelne von uns kann dazu beitragen, dass sich etwas ändert:

Jeder Einzelne ist gefragt: Das können wir für Natur und Umwelt tun

   
Weniger Fleisch essen Mehr als 70 Prozent der weltweiten Landwirtschaftsfläche werden für Tierhaltung und den Anbau von Futtermitteln benötigt
Regional und saisonal einkaufen Das spart Ressourcen und schützt das Klima.
Fisch nur als Delikatesse essen Ein Drittel der weltweiten Fischbestände sind überfischt.
Auf Label achten Bio, Fairtrade, MSC, FSC garantieren Nachhaltigkeit.
Heizung runter drehen Ein Grad kälter – zehn Prozent Heizenergie gespart.
Nachhaltig mobil sein Fahrrad fahren, Bus und Bahn nutzen

Den gesamten Living Planet Report können Sie auf der Homepage des WWF nachlesen: Living Planet Report.

Jeder kann ganz einfach seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Öfter mal das Auto stehen lassen und sich auf das Fahrrad schwingen, schützt das Klima und die Gesundheit.

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Die einfachsten Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Quellen: WWF / Living Planet Report 2016, Bild: Depositphotos/THP, gustavofrazao,pakhnyushchyy, gpointstudio, stoon, Text:  Ronja Kieffer