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Notizen zum Interview
10 Fragen an ÖMA

ÖMA im Interview zum Thema nachhaltige Verpackungen

Die Ökologischen Molkereien Allgäu sind bekannt für ihren leckeren Bio-Käse aus hochwertigen Zutaten und nachhaltiger Produktion. Aber wie steht es um die Käse-Verpackungen? Wir haben direkt bei ÖMA nachgefragt!

Seit über 30 Jahren stellt ÖMA erfolgreich eine Vielzahl an Biokäse-Produkten her. Wie stehen Sie zum Thema nachhaltiges Verpackungsmaterial? 

ÖMA: Für uns sind Werte seit jeher die Grundlage unseres ökologisch nachhaltigen Wirtschaftens. Ein zentraler Wert stellt dabei die Natur da. Deshalb setzten wir uns für deren Schutz und die Bewahrung für die Nachwelt ein. Resultierend suchen wir immer nach effizienten und nachhaltigen Methoden unsere Produkte ökologisch zu verpacken ohne dass dabei die gewohnte hohe Qualität darunter leidet.

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Das neueste ÖMA Produkt, der Back-Bergkäse, erscheint nun in ganz neuer, nachhaltiger Verpackung. Worum genau handelt es sich dabei? 

ÖMA: Bei der Herstellung des Kartons ersetzt heimisches Gras einen Anteil des Holzschliffs der häufig aus Übersee kommt und verringert somit den CO2-Ausstoß um rund 50%. Ein guter Beitrag zur Ökobilanz. Zudem ist der Einsatz von Energieressourcen wesentlich geringer als bei herkömmlichen Rohstoffen für die Papierindustrie, ebenso benötigt man wesentlich weniger Wasser während des Produktionsprozesses.

Gras als nachhaltiger Rohstoff für Verpackungen

Wie profitiert die Umwelt im Einzelnen von der neuen Graspapier-Verpackung? Was sind die nachhaltigen Vorteile? 

ÖMA: Heimisches Gras ersetzt importiertes Überseeholz. Gras ist schnell nachwachsender Rohstoff, der auf extensiven Ausgleichsflächen geerntet wird und als Viehfutter keine Verwendung finden würde. Bei der Produktion wird (kann – bei Holz nicht möglich) auf Chemikalien verzichtet. Außerdem wird auch wesentlich weniger Wasser zur Herstellung benötigt.

Wie und wann entstand die Idee, ausgerechnet eine Verpackung aus Graspapier zu verwenden? 

ÖMA: Der Anstoß war eine Einladung zum Graspapierkongress 2017 bei der Papierfabrik Scheufelen in Lenningen/Schwäbische Alb. Hier wurden erste Kontakte zu Herstellern von Graspapier geknüpft und Möglichkeiten von Graspapier in Lebensmittelverpackungen vorgestellt und erörtert. Die Einladung wurde von der Firma Heider-Druck ausgesprochen, die letztlich auch Druckpartner für die Verpackung des ÖMA Back-Bergkäses geworden ist.

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ÖMA hat die Produktgesamtverpackung aus Graspapier selbst geplant und herausgebracht. Welche Partner waren mit an Bord und wie lange hat die Produktentwicklung gedauert? 

ÖMA: Die Firma Heider-Druck aus Bergisch Gladbach war ein optimaler, professioneller Partner. Die Druckerei hatte schon im Broschürenbereich Erfahrungen mit Graspapier gemacht und hat mit ihrem komplexen Knowhow zur Verwirklichung der Verpackung beigetragen. Die Entwicklung des Graskartons hat von Juni 2017, also seit dem Graspapierkongress bis Februar 2018, also zu Vorstellung des Neuproduktes auf der BioFach gedauert. 

ÖMA Visitenkarten auf Graspapier

Die Visitenkarten von ÖMA werden auf Graskarton gedruckt

Wird die Graspapier-Verpackung in Zukunft für weitere ÖMA-Produkte Verwendung finden?  

ÖMA: Ja, angedacht ist das auf jeden Fall. Die genauen Produkte die zur Umstellung anstehen sind aber noch nicht fixiert. Unser nächstes Wunschprodukt ist auf jeden Fall das „Geschwisterprodukt“ des Back-Bergkäses, der ÖMA Back-Camembert. Graspapier wird aber bereits in anderen Bereichen eingesetzt. So werden die ÖMA-Visitenkarten auf Graskarton gedruckt.

Verwenden Sie weitere nachhaltige Verpackungen für Ihre Käse-Produkte? Falls ja, welche sind das? 

ÖMA: Ja, die ÖMA-Frischeboxen für Käsescheiben (gibt es in 10 unterschiedlichen Sorten: von Butterkäse bis Allgäuer Emmentaler) wurden bereits 2013 auf ein Material aus Maisstärke umgestellt. Hier bestehen 80% der gesamten Verpackung aus nachwachsenden Rohstoffen.

Verpackung aus nachwachsenden Rohstoffen

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In welchen Bereichen setzt ÖMA außerdem auf Nachhaltigkeit?

ÖMA: Innerhalb ihrer grundsätzlichen Nachhaltigkeitsarbeit beschäftigen sich die Ökologischen Molkereien Allgäu unter anderem mit den Auswirkungen der Milchwirtschaft auf die Natur. Im Zusammenwirken mit der Bioland-Naturschutzberatung entstand so 2013 das ÖMA Projekt „Naturschutz und Nachhaltigkeit in der Milcherzeugung“. Die Pflanzaktionen sind Teil eines Maßnahmenpaketes, welches bisher für 11 Höfe einer Bioland-Milchliefergruppe im Kreis Ravensburg für jeden Betrieb individuell ausgearbeitet wurde.

240 Meter Hecke und eine kleine Allee für Vielfalt, Vögel, Vier- und Mehrbeiner sind das Ergebnis, der aktuellsten Heckenpflanz-Aktion. 180 gebietsheimische Heckenpflanzen, wie z.B. Johannisbeere, Weißdorn, Holunder und Kornelkirsche sowie 15 Wildfruchtbäume pflanzten ÖMA Mitarbeiter gemeinsam mit Asylbewerbern und der Landwirtsfamilie im Rahmen des ÖMA Naturschutzprojektes.

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Ist soziale Verantwortung auch ein Aspekt Ihrer Unternehmensphilosophie? Wie sieht diese bei ÖMA konkret aus? 

ÖMA: Ein wesentliches Anliegen ist uns, neben der ökologischen Verantwortung, sichere und faire Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen und zu erhalten. Dazu gehört unter anderem eine Beteiligung unserer Mitarbeiter am Erwirtschafteten. Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir unseren Erfolg jedem Einzelnen zu verdanken haben, der sich mit Einfallsreichtum und Engagement an unserem Handeln beteiligt. Vielleicht ist es eine Eigenart der ökologischen Branche, dass der Umgang miteinander stärker von persönlichem Erleben geprägt ist als in anderen Wirtschaftszweigen. Das macht uns bunt und besonders, auf Dauer aber macht es uns leistungsfähig und stärkt unser Unternehmen für die Zukunft.

Und zum Abschluss noch eine Frage zum bereits erwähnten neuen ÖMA Back-Bergkäse: Worauf genau darf sich der Biokäse-Liebhaber da freuen? 

ÖMA: Leckerer Bioland Bergkäse in knuspriger Panade vorgebacken. Eine schmackhafte Mahlzeit, die schnell und kinderleicht zubereitet ist. Ob man als Begleiter ein süß-saures Chutney wählt oder die Sticks auf einem Salatbett anrichtet, der ÖMA Back-Bergkäse ist ein delikater Hochgenuss.

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Quellen: ÖMA, Bilder: Depositphotos/kantver, Smileus, Ratikova; ÖMA, Text: Emi Baier