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Wandern fürs Klima
Zu Fuß unterwegs fürs Klima

Pilgerweg nach Paris: zu Fuß zur Klimakonferenz

Ende des Jahres findet in Paris die 21. UN-Klimakonferenz statt, auf der ein neues Klimaschutz-Abkommen verabschiedet werden soll. Während die Teilnehmer mit dem Flugzeug oder der Bahn anreisen werden, wandern Privatpersonen auf Pilgerwegen in die französische Hauptstadt. Vielleicht auch Sie?

Pilgern ist in - obwohl Wallfahrten eine lange Tradition haben, erleben sie vor allem seit ein paar Jahren und nicht zuletzt dank Hape Kerkelings Bestseller eine Renaissance. Santiago de Compostela, Mekka, Rom, Jerusalem - von überall her machen sich zumeist religiös motivierte Menschen auf den Weg zu einem Wallfahrtsort. Beim Wandern konzentriert man sich auf das Wesentliche und kommt zur Besinnung.
Paris ist eigentlich kein typisches Pilgerziel, doch in diesem Herbst werden sich aus ganz Europa Menschen auf den Weg in die französische Hauptstadt machen. Dort findet vom 30. November bis zum 11. Dezember die 21. UN-Klimakonferenz statt, auf der neue Vereinbarungen zum Klimaschutz als Nachfolge des Kyoto-Protokolls getroffen werden. Um die globale Erwärmung auf maximal 2°C zu begrenzen, muss das neue Abkommen Verpflichtungen für alle Staaten enthalten. Der diesjährigen Klimakonferenz wird aus diesem Grund eine große Bedeutung beigemessen.

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Pilgern für den Klimaschutz

Der Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit beginnt in Flensburg und verläuft über Hamburg, das Ruhrgebiet, Köln und Trier bis nach Paris. Los ging's am 12. September mit einer Auftaktveranstaltung, bei der auch die aus Skandinavien kommenden Pilger begrüßt wurden. Am nächsten Tag machten sich dann alle zusammen auf den Weg nach Paris. Die Strecke ist unterteilt in 12 Etappen, die wiederum aus mehreren Tagesetappen bestehen. Pro Tag werden zwischen 13 und 25 Kilometer zurückgelegt.Unter dem Motto „Geht doch!“ werden sich die Pilger jedoch nicht nur auf ihr Ziel Paris konzentrieren, sondern unterwegs sowohl mit „Kraftorten“, d.h. innovativen Projekten zum Klimaschutz, als auch mit „Schmerzpunkten“, z.B. Kohlekraftwerken, konfrontiert werden. Ruhetage bieten die Möglichkeit, neue Kraft zu tanken und vor Ort an Workshops zu regionalen Themen teilzunehmen.

Offen gegenüber anderen Religionen

Der Pilgerweg wird von einem ökumenischen Bündnis aus Landeskirchen, Diözesen, Missionswerken, Verbänden und Privatpersonen organisiert und will darauf aufmerksam machen, dass sich Menschen aus ihrem Glauben heraus für den Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Einer Kirche angehören muss aber niemand, der mitpilgern will. Unterwegs ist zwar Zeit eingeplant für gemeinsame Andachten, Singen und Phasen der Stille, die Organisatoren betonen jedoch, dass auch Angehörige anderer Religionen und nicht-religiöse Menschen willkommen sind. Das Angebot steht auch Kindern und Jugendlichen, die von einer Aufsichtsperson begleitet werden, sowie Menschen mit Behinderung offen.

Pilgerweg „light“

Wer nicht die gesamte Strecke mitlaufen kann oder will, kann sich der Gruppe auch für nur einen oder mehrere Tage anschließen. Auf einer Tagestour werden die Teilnehmer gebeten, sich selbst zu versorgen; sind die Pilger mehrere Tage dabei, werden die Übernachtung in der örtlichen Gemeinde und die Verpflegung organisiert. Die Teilnahme ist kostenlos, es wird lediglich um eine kleine Spende für die Gemeinde gebeten.

Anmeldung

Wenn auch Sie in Richtung Paris pilgern möchten, werden Sie gebeten, sich vorher anzumelden, auch wenn Sie nur einen Tag mitgehen möchten. Wenn Sie eine Übernachtungsmöglichkeit brauchen, sollten Sie sich bis ca. 4 Wochen vor Ihrem persönlichen Start bei den Organisatoren melden; unter Umständen ist eine Unterbringung aber auch noch später möglich. In diesem Fall sollten Sie sich direkt an die Koordinatoren der jeweiligen Strecke wenden. Das ganze Programm und die einzelnen Etappen können Sie hier einsehen.

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Quelle: Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit; ©lzf-thinkstockAutor: kle