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Pinguine hautnah in der Doku, Our World: The Penguin Watchers
Spannende BBC-Reportage

BBC-Doku reist zu den Pinguinen der Antarktis

Atemberaubende Bilder über ein einzigartiges Pinguin-Projekt – das verspricht die BBC-Doku  „Our World: The Penguin Watchers“, die am 9. und 10. April mehrfach ausgestrahlt wird. Bei ecowoman erzählt die Journalistin Victoria Gill über die aufregenden Dreharbeiten in der Antarktis.

Nachdem wir zwei Tage auf dem Übelkeit erregend aufgewühlten südlichen Ozean gesegelt waren, fühlte sich die Ankunft im glasklaren, ruhigen antarktischen Gewässer wie das Erwachen aus einem langen unruhigen Schlaf an. Für den Kameramann Dave Cheeseman und mich bedeutete die Ankunft in dieser phantastischen Wildnis den Höhepunkt einer monatelangen Planungsphase: Es war der Beginn von sechstägigen Filmaufnahmen, die uns ganz nah an die antarktische Wildnis bringen würden.

Ziel des Projekts ist es, herauszufinden, wie Klimaveränderungen, Fischfang, Umweltverschmutzung und Krankheiten die Pinguine in der antarktischen Region  bedrohen.

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Der Klimawandel bedroht die antarktischen Pinguine

Wir wollten von der Arbeit des Zoologen Dr Tom Hart, der an der Universität Oxford praktiziert, erzählen. Ich traf Tom im Jahr 2012 am Londoner Zoologischen Institut. Damals war ich auf der Suche nach neuen Themen. Als mir Tom von diesem ungewöhnlichen Pinguinprojekt erzählte, war ich fasziniert. Tom entwickelte Antarktis  CCTV – ein Netzwerk aus Kameras, die auf den Pinguin-Kolonien an der antarktischen Küste platziert sind. Er überwacht mit den Kameras nun das ganze Jahr 24 Stunden lang und an sieben Tagen die Woche mehr Gebiete als je zuvor in dieser sich schnell erwärmenden Region.

Ein Netzwerk aus Kameras,nimmt die Pinguine hautnah auf

Ziel des Projekts ist es, herauszufinden, wie Klimaveränderungen, Fischfang, Umweltverschmutzung und Krankheiten die Pinguine in der antarktischen Region  bedrohen. Tom und seine Kollegen haben bereits einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Reduzierung von zwei Pinguinarten auf der Halbinsel ausmachen können. Vor einigen Jahren kam bei Experten auch eine zunehmende Sorge über den Einfluss der Fischerei auf. Die Antarktis mag unberührt erscheinen, aber es gibt dort einen regen Krillfang. Das ist eine winzig kleine Krebsart, die für Fischzuchten als Nahrung dient und die Nachfrage nach Omega3-Fischöl bedient. Krill ist ein Grundstock der antarktischen Nahrungskette; die Fischerei entzieht den Pinguinen und anderen Tieren also das Futter, auf das sie angewiesen sind.

 Journalistin Victoria Gill spricht über die aufregenden Dreharbeiten in der Antarktis.

Kameras sind Schaufenster auf eine atemberaubende Wildnis

Die Kameras fangen stündlich Bilder aus dem Zentrum der Pinguinkolonien ein, sie zeigen die Tiere in der sich verändernden Umgebung.  Sie sind visuelles Barometer dieses Wandels und ein ganzjähriges Schaufenster auf die größte Wildnis der Erde – eine unwiderstehliche Geschichte. Die Verantwortlichen der BBC World News Dokumentarserie „Our World“ traten zwei Jahre später an mich heran. Ende Januar 2016 waren wir endlich vor Ort.

 Journalistin Victoria Gill war den Pinguinen ganz nah

Die erste Station Neko Harbour war eine atemberaubende Ansammlung von schimmerndem Eis, dunkelgrauen Felsen der Küste und schneebedeckten Bergen. Tom warnte mich, dass der Sonnenschein eine vermeintliche Sicherheit vortäuschen könne. Als wir an der ersten Pinguinkolonie an Land gingen, hakten er und Kollegin Hila Levy eine Survivalkit-Checkliste ab, darunter auch ein Biwacksack, falls wir stranden sollten.

Tom und Hila operieren dank einer dauerhaften Kooperation mit einer amerikanischen Reisefirma von einem Touristenschiff aus. Die Forscher  werden jede Saison in die Antarktis mitgenommen. Während unserer Reise gingen die Expeditionsführer des Unternehmens jeden Tag in einem kleinen Schlauchboot an Land. Neben der Sicherheitsausrüstung hatten wir die Kameras und weitere Utensilien in unseren wasserdichten Rucksäcken, die jedes Mal gereinigt wurden, bevor wir von Schiff gingen. Bei Abreise wuschen wir auch unsere Schuhe in Desinfektionsmittel –  Sicherheitsmaßnahmen, um nichts auf das jungfräuliche  Eiland zu bringen, was schädlich sein könnte.

Mitten im Eis und ganz nah dran

Mitten im Eis und ganz nah dran

Die erste Eselspinguin-Kolonie, die wir besuchten, befand sich einen Fußmarsch von der Küste entfernt auf erhöhten eisfreien Felsen, die sich für Nisten ideal eignen. Wir filmten Tom und Hila, wie sie die Bilder und andere Daten auswerteten, und nahmen am Boden liegend die Pinguine auf.

Die erste Eselspinguin-Kolonie, die wir besuchten, befand sich einen Fußmarsch von der Küste entfernt auf erhöhten eisfreien Felsen, die sich für Nisten ideal eignen.

Um die zweite Kolonie zu erreichen, unternahmen wir einen Marsch in Schneeschuhen. Dort nisten alle drei Arten, die die Halbinsel bevölkern, einträchtig nebeneinander: Eselspinguine, Adeliepinguine und Kehlstreifpinguine.

Hila musste sich hier den Pinguinen sehr stark nähern. Sie führte Untersuchungen durch, für die sie einige Abstriche von den Pinguinen nehmen musste. Die folgenden Tage besuchten wir zehn Kolonien. In der Filmdokumentation fingen wir das frühe Stadium eines ehrgeizigen Langzeitüberwachungsprojektes ein. Die Kameras bleiben zurück und beobachten die Antarktis, wenn niemand mehr da ist. Ich freue mich darauf, zu sehen, was sie sonst noch alles entdecken.

ecowoman TV-Tipp: “Our World: The Penguin Watchers” - am Samstag, 9. April, um 13.30 Uhr und 18.30 Uhr und am Sonntag, 10. April, um 6.30 Uhr und 19.30 Uhr auf BBC World News.

ecowoman TV-Tipp: ?Our World: The Penguin Watchers? - am Samstag, 9. April, um 13.30 Uhr und 18.30 Uhr und am Sonntag, 10. April, um 6.30 Uhr und 19.30 Uhr auf BBC World News.

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Quellen: BBC World News / Huss PR-Consult, Bild: BBC World News, Text: Ronja Kieffer