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Severn Cullis-Suzuki: Das Mädchen, das die Welt zum Schweigen brachte
Starke Frauen die wir bewundern

Severn Cullis-Suzuki: Das Mädchen, das die Welt zum Schweigen brachte

Bereits vor 27 Jahren blickte die Welt auf ein junges Mädchen, das für seine Zukunft und die aller nachfolgenden Generationen kämpfte. Junge Frauen wie Severn Suzuki stehen immer wieder an vorderster Front.

„Ich kämpfe für meine Zukunft“

Im jungen Alter von gerade einmal 12 Jahren hielt Severn Suzuki die sechsminütige Rede auf dem 1992er Umweltgipfel in Rio, die sie zu einer Ikone im Kampf gegen den Klimawandel machte – ein Kampf, den sie bis heute engagiert weiterführt. Die Kanadierin gehört zur ersten Generation, die mit der realen Gefahr des Klimawandels aufwuchs. Doch statt sich ihren Spielzeugen zu widmen und den Erwachsenen das Steuer zu überlassen, gründete die Neunjährige mit einigen Mitschülerinnen den Umwelt-Club ECO (Environmental Children’s Organisation).

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Sie organisierten kleinere Veranstaltungen wie zum Beispiel Müllsammel-Aktionen. Doch sie wollten ihrer Sache sehr viel mehr Gehör verschaffen. Und so flogen sie drei Jahre später zur UN-Konferenz nach Rio, der Geburtsstunde der UN-Klimakonferenz. Sechs Minuten lang sprach sie ohne erkennbare Aufregung oder Lampenfieber vor den Staatsoberhäuptern der Welt – für ihre Zukunft und die aller nachfolgenden Generationen. Sie prangerte an, wie bei politischen Entscheidungen stets wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen und das Wachstum unweigerlich auf Kosten unseres Planeten vorangetrieben wird. „Seine Zukunft zu verlieren ist nicht das Gleiche wie ein paar Punkte bei einer Wahl oder ein paar Prozentpunkte auf dem Aktienmarkt zu verlieren.“ Ihre Rede blieb – auch dank des aufkommenden Internets – bis heute in Erinnerung. Doch den erhofften Erfolg brachte sie nicht.

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“Unsere Stimmen haben Gewicht”

Severn erkannte frühzeitig, dass der Wandel nicht von oben kommen würde. Die Politik blieb weitestgehend untätig. Also suchte sie einen anderen Weg und veröffentlichte nur wenige Jahre später ihr erstes Buch, einen Familienratgeber für ein nachhaltigeres Leben. Wenn Veränderungen nicht vonseiten der Politiker kommen würden, müsste jeder lernen, seinen Teil zu einer besseren Welt beizutragen, glaubte sie. Auch eine solche Bewegung könnte einen großen Unterschied machen. Severn verfolgte ihre Leidenschaft auch im akademischen Bereich, studierte Biologie und Ökologie, unter anderem an der Universität Yale, und blieb weiterhin als Umweltaktivistin tätig. 20 Jahre später kehrte sie als Erwachsene zum Klimagipfel 2012 nach Rio zurück und musste eine traurige Bilanz ziehen: „Wir brauchen einen massiven Paradigmenwechsel, um unsere Welt zu retten.“ Doch sie glaubt daran, dass dies möglich ist, dass wir alle uns zum Besseren wandeln. Und sie glaubt weiterhin daran, den Sorgen unserer Kinder Gehör zu verschaffen. Nicht zuletzt für ihre Kinder möchte sie weiterkämpfen, sodass sie dieselbe Chance auf eine Zukunft haben wie alle Generationen vor ihnen. Und sie gibt diesen Kampf nicht auf. Inzwischen wohnt sie auf der Insel Haida Gwaii in British Columbia und setzt sich stark für deren Belange ein.

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„Hört unseren Kindern zu“

Der Ruf nach Generationengerechtigkeit, der in den 1990er Jahren mit Severns Rede begann, hat keineswegs nachgelassen, sondern wird aktuell immer stärker. Sogenannte Graswurzelbewegungen, politische oder gesellschaftliche Initiativen, die aus der Bevölkerung heraus entstehen, gewinnen immer mehr an Bedeutung, wie die engagierten Aktivist*innen von „Friday for Future“ zeigen. Vor allem Mädchen und junge Frauen, die in Angst um ihre Zukunft aufwachsen mussten, machen sich heute stark für das lange überfällige Umdenken: Wir müssen unser Verhalten ändern, wenn wir unsere Erde retten wollen. Ihr verspielt unsere Zukunft. Und damit ist Schluss. Severn hat ihnen bewiesen, dass ihre Stimmen eine Wirkung haben und ihre Meinungen zählen. Sie werden deswegen nicht mehr verstummen. 

Quellen: Bilder: Youtube/Screenshot "Severn Cullis-Suzuki at Rio Summit 1992", "Severn Suzuki's speech at Rio +20" , Text: Julia Lucas

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