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Sauberes Wasser - bald im privatem Besitz?
Die Ware Trinkwasser

Wasser wird in Europa immer mehr zur Handelsware

Die einen sitzen auf dem Trockenen, die anderen haben es im Überfluss. Weltweit haben derzeit ca. 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dieses liegt vor allem an der Privatisierung des Wassers. In Deutschland befindet sich das Trinkwasser größtenteils noch in den Händen der Kommunen - Privatisierungen in Spanien, Portugal, Griechenland, Italien und Irland zeigen jedoch, dass die Probleme nicht weit sind.

Wasser ist eines der wichtigsten Grundstoffe dieser Welt. Ohne Wasser gäbe es kein Leben. Wie die Luft zum Atmen, so benötigen wir täglich sauberes Trinkwasser. Gleichzeitig ist Wasser auch für mächtige Industriekonzerne ein bedeutender Rohstoff. Durch Wasser-Bergbau in Gebieten mit großen Grundwasservorkommen, durch Ausbeutung der Flüsse, durch das Leasen von staatlichen Wassersystemen und Abwasseraufbereitungsanlagen, sowie durch das Privatisieren städtischer Wassersysteme, machen sich Großkonzerne die Wasservorkommen dieser Welt zu eigen. Bereits 2013 wurde auch in Deutschland diskutiert, ob Wasser zur Handelsware werden soll.

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Wasser ist ein Milliardengeschäft

Die EU plant den Wassermarkt genauso zu öffnen wie den Stromsektor. Begründet wird die Privatisierung mit der Überzeugung, dass privatwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlicher arbeiteten als staatliche Monopole. Neben Einsparungen für den Staat, erhofft man sich auch qualitative Verbesserungen bei der Wasserversorgung. Bisherige Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass das Gegenteil der Fall ist. Zwar gibt es in Deutschland noch über 7000 lokale Wasserversorgungsunternehmen, doch auch hierzulande klopfen die Konzerne bereits bei den kommunalen Wasserversorgern an und wollen einsteigen.
Die Franzosen sind bereits präsent. So teilte sich Vivendi Environnement von 1999 bis 2013 mit RWE die Berliner Wasserbetriebe. Der Konzern ThyssenKrupp, der mit Lyonnaise-des-eaux über das Unternehmen Eurawasser verbandelt ist, versorgt bereits Goslar, Potsdam, Leuna, Güstrow und Rostock. Wasserkonzerne wie Vivendi und RWE sehen sich als Umweltdienstleister.

Was passiert wenn Wasser nicht mehr öffentlich ist?

Die Folgen einer Wasserprivatisierung würde die nächste Generation tragen müssen. Die Erfahrungen aus Afrika, Asien, Amerika und Europa haben gezeigt, dass die Wasserpreise im Fall einer Privatisierung massiv ansteigen, während die Wasserqualität sinkt. So wurde der Wasserpreis in Portugal beispielsweise um bis zu 400 % erhöht.

Eine Privatisierung bedeutet auch, dass die Nachhaltigkeit nicht mehr gewährleistet ist. Bisher floss das Geld für Trinkwasser in die Instandhaltung der Leitungen und Rohre. Bei einer Privatisierung stünde vermutlich nur noch die Gewinnoptimierung im Vordergrund. Zudem haben private Unternehmen kein Interesse daran, Wasserschutzgebiete einzurichten oder Bauern zur ökologischen Landwirtschaft aufzurufen. Auf Kurz oder Lang würde nicht nur die Trink- und Abwasser-, sondern auch die Oberflächen- und Grundwasserqualität sinken. Doch je dreckiger das Wasser, desto mehr Geld fließt in die Kassen der Konzerne, da beispielsweise durch den Einbau neuer Wasserreinigungssysteme, die Wasserpreise erneut angehoben werden können.

Wird die Wasserqualität schlechter?

Eine Privatisierung kann auch Folgen für die Qualität unseres Trinkwassers haben.

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Quelle: www.tadema.de/aktuell/was.html, Bilder: depositphotos/chaoss,francofox,zurijeta, Autor: Meike Riebe