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Werbepost belastet Umwelt mehrfach
Werbeprospekte: Sie glauben die Menge nicht

Wenn die Umweltkiller per Post nach Hause kommen

Tonnenweise Werbewurfsendungen landen wöchentlich in unseren Briefkästen - Werbung wider Willen, die meist ungelesen direkt im Papierkorb landet. Damit werden enorme Ressourcen verschwendet und die Umwelt mit nicht recyclingbarem Papiermüll belastet. Deutschland ist wieder mal ganz vorne dabei.

Deutsche Werbepost verprasst enorme Ressourcen

Laut einer aktuellen Studie des Post Digitalisierers "Caya" wird jedem deutschen Haushalt im Jahr durchschnittlich 46 Kilogramm Werbepost zugestellt. Das sind insgesamt 1,9 Millionen Tonnen Werbewurfsendungen, die zu 90 Prozent direkt im Müll landen. Deutschland verteilt damit im europaweiten Vergleich die meiste Werbung.

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In Zeiten der Digitalisierung nicht nur eine unzeitgemäße Verteilung von Werbung, sondern auch eine vermeidbare Umweltbelastung. Die Umweltverschmutzung durch Werbewurfsendungen in diesem Ausmaß ist nach Angaben des Verbands Deutscher Papierfabriken enorm. Für die Erzeugung der knapp 2 Millionen Tonnen Papier-Werbepost werden rund 1,08 Tonnen CO2 ausgestoßen. Das entspricht ca. 390 Flügen um den Äquator mit einem voll ausgelasteten Airbus A320. Ebenso gravierend sei der Wasser- und Stromverbrauch. Jährlich werden für das gesamte deutsche Werbepostaufkommen 15 Milliarden Liter Wasser eingesetzt - der Verbrauch von 30.000 Menschen in einem Jahr. Hinzu kommen 3,85 Millionen Kilowattstunden an Strom. Ebenso viel wie rund 1.750 Haushalte pro Jahr verbrauchen.

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Werbepost belastet Umwelt mehrfach

Tonnenweise Werbewurfsendungen landen wöchentlich in unseren Briefkästen

Die Herstellung millionenfacher Werbepost verschlingt enorme Ressourcen und verursacht Unmengen von Papiermüll. Aber nicht nur das - Massenhaft Prospekte werden im Ausland produziert. Dadurch entstehen lange Transportwege. Zudem leiten die Papierfabriken vielerorts noch gefährliche Chemikalien in die Gewässer. Für eine verführerische Optik wird oftmals nassfestes, imprägniertes Papier verwendet, das mit wenig umweltfreundlichen Farben und Lacken bedruckt wird. Was wenigstens zu recyclingfähigem Altpapier werden könnte, wird so zu Einweg-Werbepost, die eigentlich in den Restmüll gehört. Millionenfach werden Bäume für unerwünschte Werbung gefällt und unsere Umwelt durch deren Herstellung mehrfach belastet. Vor dem Hintergrund dringend Lösungen zu finden, dem Klimawandel und Umweltverschmutzungen entgegenzutreten, eine leichtsinnige Ressourcenverschwendung, die einfach aufgehalten werden kann.

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Einfach aktiv werden gegen den Umweltkiller "Werbeprospekte"

Stop – Bitte keine Werbung

Während einerseits der Ruf nach Umweltabgaben für Werbepost-Produzenten immer lauter wird, hilft schon ein einfacher Aufkleber "Bitte keine Werbung" auf dem Briefkasten. Dieser ist rechtsbindend und im Falle eines Verstoßes kann dagegen vorgegangen werden. Eine kurze Info an Verlagshäuser unterbindet die Zusendung von Hochglanzkatalogen. Zudem lohnt es sich bei Online-Bestellungen das Häckchen zum Einverständnis für analoge Werbezustellungen zu entfernen. Etwas mehr Arbeit macht es, die Annahme unerwünschter Werbebriefe zu verweigern und "zurück an Absender" zu schicken. So füllen sich die Briefkästen der Versender, was eventuell zu einem schnelleren Umdenken führen kann. Mitmachen kann man auch bei der Initiative "Letzte-Werbung", deren Initiatoren und Mitstreiter auf dem Weg bewusster zu konsumieren und die Ressourcen dieser Welt nicht länger zu verschwenden einfach und vielseitig gegen die Werbeflut vorgehen. Kostenlos kann sich dort auch jeder einen "Keine-Werbung" Aufkleber bestellen. So wird der Briefkasten auch zur kleinen Diebstahlsicherung. Denn überquellende Briefkästen locken in der Urlaubszeit gerne mal Einbrecher an.

Die einfachste Umweltaktion Deutschlands: "Letzte-Werbung"

Quellen: www.swr.de, www.fibers-in-process.de, Bilder: Depositphotos/Kzenon, olena-design, boroda, Text: Tine Esser

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