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1,2 Milliarden Menschen immer noch ohne Zugang zu Trinkwasser

Seit 1993 ist der 22. März der weltweite Tag des Wassers. Damit wollen die Vereinten Nationen auf die Wichtigkeit nicht nur der Verfügbarkeit von sauberem Wassern hinweisen. Immerhin sterben weit mehr als eine Million Menschen jährlich durch unsauberes Trinkwasser und eine Milliarde hat keinen oder unzureichenden Zugang zu sauberem Wasser. Tendenz steigend.

«Nahrungssicherheit und Wasser» ist das Thema des diesjährigen Weltwassertages. Foto: Fotolia

Der diesjährige Weltwassertag steht unter dem Leitthema «Nahrungssicherheit und Wasser». Ziel dieses Tages ist es, auf die Problematik des zunehmenden Mangels an sauberem Trinkwasser hinzuweisen. Was in der Menge für Deutschland noch kein ernsthaftes Problem zu sein scheint, wird in anderen Teilen der Erde zu einem wahrhaften Überlebenskampf: Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Wobei auch in der Schweiz die Grundwasserbildung aufgrund des verschwenderischen Verbrauchs für Schneekanonen oder durch steigende Touristenzahlen die Grundwasserbildung in den wichtigen Wintermonaten schon merklich sinkt. Und auch Deutschland hat ein Problem. Das ehemals als bestgeprüftes Lebensmittel gerühmte Trinkwasser scheint nach der Meinung einiger Wissenschaftler längst nicht so gut zu sein, wie sein Ruf es vorzumachen mag.

Wasser ist Mangelware auf dem «blauen Planet»

71 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Kein Wunder also, dass der Erde der Name blauer Planet verliehen wurde, betrachtet man sie aus dem Weltall. Doch, nur 2,5 Prozent hiervon ist trinkbares Süßwasser. Hiervon wiederum sind lediglich 20 Prozent als Grundwasser vorzufinden, dessen überwiegender Anteil in nicht zu fördernden Tiefen liegt. Und nur 1 Prozent des Trinkwassers ist als regeneratives Oberflächenwasser in Flüssen und Seen zu finden. Indes sind 79 Prozent in Gletschern und dem Ewigen Eis gebunden. Klar was bei einer Schmelze des Nord- und Südpol-Eises durch die Klimaerwärmung der Fall ist. Wertvolles Trinkwasser geht im Meerwasser verloren.

Der Weltwassertag soll für das Thema Trinkwasser sensibilisieren. Denn, je nach Region auf der Erde ist die Verfügbarkeit des Wassers sehr unterschiedlich; Wasserknappheit ist in vielen Teilen der Erde Alltag. Das Ergebnis ist erschreckend, schaut man auf die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation. Diese schätzt, dass 80 Prozent der Erkrankungen in  Entwicklungsländern mit der mangelhaften Qualität des Trinkwassers zusammenhängen. So sterben täglich weltweit etwa 4.500 Kinder alleine an Wasserknappheit und mangelnder Hygiene des vorhandenen Trinkwassers.

Der weltweite Wasserverbrauch nimmt dramatisch zu

Nur im Zeitraum von 1940 bis 1990 hat sich der weltweite Wasserverbrauch alleine schon vervierfacht, die Erdbevölkerung hat sich im gleichen Zeitraum verdoppelt. Tendenz steigend. Vom stets steigenden Bedarf der verschiedenen Industriezweige, in der Baumwoll- oder Lebensmittelproduktion, der Fruchtbarmachung durch immensen Wassereinsatz von unfruchtbaren Gebieten und vom Bevölkerungswachstum einmal ganz abgesehen.

Der Strom kommt aus der Steckdose, das Wasser aus dem Wasserhahn

Hat uns lange Zeit die Stromproduktion nicht interessiert, war dessen Herkunft sekundär, so ist die Menschheit in großen Teilen der Erde dafür sensibilisiert. Anders verhält es sich noch  mit dem Wasserverbrauch. Der Wasserbrauch steigt und steigt und die Qualität sinkt. Mit dem Weltwassertag hierfür zu sensibilisieren ist wichtig. Es ist schon längst keine Selbstverständlichkeit mehr, dass sauberes Trinkwasser aus unseren Wasserhähnen kommt.

So landen alleine vier Tonnen Medikamente in Deutschland jährlich in der Umwelt, zumeist ins Wasser. Hormone der Antibaby-Pille haben im Rhein nachweislich Einfluss auf die Fischpopulationen. Auch ist es noch nicht geklärt, inwieweit unser massiver Antibiotika-Verbrauch Reste ins Trinkwasser befördert. Mancher Wissenschaftler geht sogar so weit, dass EHEC oder mysteriöse Todesfälle auf Kinderkrankenstationen mit der Trinkwasserbelastung in Verbindung gebracht werden. Denn die Tests sind zwar akribisch, doch längst nicht auf alle möglichen Inhalte.

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Quellen: UNESCO, Weltwassertag

Text: Jürgen Rösemeier