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Konzerne und die Weltbank behaupten, durch die Privatisierung des Wassers würden sie die Versorgung der Menschen in Drittweltländern verbessern.
Aufklärung am Weltwassertag

Krieg um das blaue Gold: Menschen kämpfen für ihr Wasser

Konzerne und die Weltbank behaupten, durch die Privatisierung des Wassers würden sie die Versorgung der Menschen in Drittweltländern verbessern. In Wirklichkeit sind Konzerne jedoch eher an großen Städten interessiert, die bereits eine ausgebaute Infrastruktur besitzen und zahlungsfähige Kunden bringen.

In ländlichen Regionen hingegen, bleiben die Bewohner weiterhin ohne Wasser, weil sich der Anschluss für die Konzerne nicht lohnt. Oder sie sind nicht in der Lage die teuren Wasserpreise zu zahlen – ihnen wird der Wasserhahn zugedreht.

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Trinkwasser wird abgestellt

So ist es in Manila, der Hauptstadt der Philippinen geschehen. Durch die Privatisierung des Wassers  und dem enormen Anstieg der Wasserpreise, waren viele Bewohner plötzlich von sauberem Trinkwasser abgeschnitten, da sie sich die Bezahlung nicht leisten konnten. Sie mussten sich  illegale Wasserstellen suchen, die zum Teil mit Kolibakterien verseucht waren, so dass im November 2003 die Cholera dort ausbrach.

Nicht selten versuchen diejenigen, die sich die teuren Wasserpreise nicht leisten können, Wasserleitungen anzubohren. Bemerkt der Wasserkonzern das, setzt er polizeiliche Maßnahmen ein oder stellt die Wasserversorgung für das entsprechende Dorf ganz ab, so dass die Bedürftigen sich nur noch über längere Wege das Wasser in Kanistern besorgen können. Die Qualität dieses Wassers ist jedoch oft schlecht.

Der Kampf um Wasser

Nimmt man den Menschen das Recht auf bezahlbares, sauberes Wasser, entstehen häufig soziale Spannungen bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Die Regierung in Chochabamba/ Bolivien verkaufte 1999 ihr Wasser an die Weltbank, die ihr im Gegenzug weitere Kredite versprach. Ein einziger Konzern erhielt daraufhin die Wasserrechte und setzte Preiserhöhungen von bis zu 300 % durch. Sogar der Regen wurde privatisiert. Das Sammeln von Regenwasser und das Nutzen anderer Quellen wurde verboten. Die Menschen in Bolivien gingen auf die Straße und protestierten. Nach Monaten des Protests gegen die Privatisierung des Wassers, verhängte der bolivianische Präsident im April 2000 das Kriegsrecht und ließ viele Protestler verhaften. Insgesamt forderte der Krieg um Wasser in Bolivien 6 Todesopfer. Doch die  Bevölkerung setzte sich durch, Militär und Politik zogen sich zurück und auch die Privatisierung konnte rückgängig gemacht werden.

Privatisierung der Flüsse

Um an Wasserressourcen heranzukommen, hat auch der Kampf um Flüsse bereits begonnen. So wurde beispielsweise in Indien ein Teil des Flusses Shenotah verkauft. Nach härteren Auseinandersetzungen konnte auch hier die Privatisierung rückgängig gemacht werden. Auch zwischen dem Senegal und Mauretanien herrschte bereits Krieg um Wasser.

Viele Farmer im Westen der USA sind seid Generation im Besitz von Flusswasserrechten um ihr Land zu bewässern und die Bevölkerung dort zu ernähren. Wasserkonzerne und Städte bieten den Farmern jedoch viel Geld um deren Rechte abzukaufen und das Wasser in die Städte zu leiten oder in Flaschen abzufüllen. Das Wasser fließt dann über weite Strecken oder wird in Tanklastern abtransportiert. Die Farmen verkommen und die örtliche Nahrungsmittelproduktion wird erschwert.

Wasserprivatisierung - Monitor 14.03.2013 - Alpenparlament -- Krieg um Wasser

Großstaudämme und Kanäle

Der Bau von Großstaudämmen sorgt auch für Konflikte zwischen der Türkei, Syrien und dem Irak. Alle drei Länder leben von den Flüssen Euphrat und Tigris, weshalb nach internationalem Recht Konsultationspflicht herrscht. Den Machthabern fehlt es jedoch am Willen zu Verständigung.

So plant die Türkei den Großstaudamm „Ilsu“, in der Nähe der syrischen Grenze, verbunden mit der Gefahr, dass die Türkei dem Nachbarland Syrien – und folglich auch dem Irak – das Wasser wegnimmt.

Ganz zu schweigen von der immensen Umweltzerstörung und Überflutung von hunderten von Dörfern, die der Bau solcher gigantischen Staudämme mit sich bringt.

Ägypten und der Sudan wollten einen Kanal bauen, der den Dinka, ein ursprünglich lebendes Volk, das von der Rinderzucht lebt, das Wasser geraubt hätte. Ihre Viehzucht wäre nicht mehr möglich gewesen. Die Dinka kämpften für ihr Wasser und stoppten den Bau des Kanals. Fraglich ist nur wie lange das anhalten wird, denn sie liegen im Einzugsgebiet des Nils, der rund 250 Millionen Menschen mit Wasser versorgt. Eine stärkere Zusammenarbeit wird in Zukunft nötig sein.

Wasserprivatisierung 100 % - Wie Nestle und Co. an Armut profitiert

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Bilder: depositphotos/Gilles-Pair,Text: Meike Riebe