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Das Wasser wird dann in eigenen Fabriken abgefüllt und hochpreisig verkauft.
Ausbeutung durch Konzerne

Krieg um das blaue Gold: Die Flaschenwasserproduktion

Konzerne sind immer auf der Suche nach neuen Wasservorkommen. Immer populärer wird auch das Abfüllen von Wasser in Flaschen, weil sich damit der Profit nochmal drastisch steigern lässt. An entsprechenden Orten auf der Welt werden dazu Brunnenbohrungen durchgeführt, um an das Grundwasser zu kommen. Das Wasser wird dann in eigenen Fabriken abgefüllt und hochpreisig verkauft. Diese Brunnenbohrungen sind problematisch für die Umwelt, da sie den Grundwasserspiegel senken und das umliegende Land austrocknen.

Nestlé, der größte Wasserflaschenproduzent weltweit, kaufte Rechte für Wasserquellen in der Nähe der Rocky Mountains auf. Das Wasser wird dort abgepumpt, in Flaschen gefüllt und mit minimalen Zugaben von Mineralien als „heilendes Tafelwasser“ oder „natürliches Quellwasser“ verkauft. Nicht selten werden dem Wasser auch Mineralien abgezogen um einen neutralen Geschmack zu erreichen.

Ziel des Konzerns ist es, die Menschen weltweit an die Flasche zu bekommen. In Europa ist das Ziel bereits fast erreicht. Hier wird für Flaschenwasser mehr Geld als für Leitungswasser ausgegeben. Menschen vertrauen Mineralwasser mehr als Leitungswasser, dabei ist es häufig dasselbe.

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Leitungswasser zum 20-fachen Preis

Kein Wunder also, dass auch immer mehr Kleinunternehmer aus dem Boden sprießen um gefiltertes Leitungswasser zum 20-fachen Preis zu verkaufen.

Nestlé möchte auch weiterhin neue Wasserrechte erwerben. Sogar in Afrika, der Kontinent, der für seine Wasserknappheit bekannt ist, werden jährlich 103 Millionen Liter Quellwasser abgepumpt. Der Konzern zahlt jährlich 200.000 US-Dollar als Ausgleich für das Wasser. Dieselbe Menge Wasser in Flaschen kostet dagegen 185.000.000 US-Dollar.

Sehr umstritten ist auch die Wasserflaschenabfüllung von Coca Cola in Indien, wo den, in extremer Armut lebenden Menschen, der Zugang zu ihrem ehemals eigenen Wasser verwehrt wird.

Ungehemmtes wirtschaftliches Wachstum wird die Wasserversorgung der Welt in Zukunft vor noch größere Probleme stellen. "Die Kriege der Zukunft werden um Wasser geführt" - prophezeite der ehemalige UN-Generalsekretär Boutros Gali.

Das dreckige Geschäft mit dem Wasser:

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Bilder: depositphotos/llucky78,Text: Meike Riebe