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Wie aus Windstrom Windgas wird 540

Neueste Technik: Windgas kann Wind- und Sonnenenergie speichern

85 Prozent des Energiebedarfs in Deutschland könnte heute schon durch Windkraft und Solarenergie gedeckt werden. Das Problem: Bisher ist die hiermit erzeugte Energie nicht speicherbar. Das wird sich jetzt ändern, geht es nach Greenpeace Energy. Denn erstmalig kann Windenergie als Windgas nachhaltig gespeichert werden.

Windgas speichert Energie.

Windenergie und Sonnenkraft waren bis dato nicht speicherbar. Das wird sich mit der neuen Windgas-Technologie ändern. (c) Fotolia

Soeben hat Greenpeace Energy, ein nachhaltiger Energielieferant auf dem deutschen Markt, einen Vertrag mit dem Windenergie-Unternehmen Enertrag geschlossen. Enertrag besitzt eine Pilotanlage, die nördlich vom brandenburgischen Prenzlau eine Pilotanlage betreibt, welche mittels Windenergie Wasser elektrolytisch in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Mit dem so entstandenen Wasserstoff – dem Windgas – wird Greenpeace Energy seine aktuell 6.000 Gaskunden versorgen, sobald der Anschluss ans Gasnetz hergestellt ist.

Als erster Energieversorger wird Greenpeace Energy seine 6.000 Gaskunden teilweise mit Wasserstoff beliefern, der regenerativ und klimaneutral mit Windstrom erzeugt wurde. Die Windgas-Technologie erlaubt es erstmalig, überschüssige Windenergie zu nutzen, die bis dato ungenutzt bleibt. Bislang werden Windanlagen bei stürmischem Wetter sogar abgeschaltet, um das Stromnetz nicht über Gebühr zu belasten.

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«Windgas ist ein ganz wesentlicher Baustein für das Gelingen der Energiewende in Deutschland», sagt Greenpeace-Energy-Vorstand Steffen Welzmiller. Ohne geeignete Speichertechnologien kann Deutschland sich nicht zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen. Schließlich unterliegt die Stromproduktion von Solar- und Windkraftwerken je nach Wetter. Zwar existieren in Deutschland auch Pumpspeicherkraftwerke, die Überproduktionen aufnehmen können, doch deren Kapazitäten reichen bei Weitem nicht aus, um die künftig zu erwartenden Überschüsse von Sonnen- und Windstrom aufzunehmen. Windgas ist damit ein weiterer Schritt, um wind- und sonnenschwache Zeiten zu überbrücken.

Windgas lässt sich problemlos in das vorhandene Erdgasnetz einspeisen. Der Anteil an Windgas, so Greenpeace Energy, kann mehrere Prozent Wasserstoff-Beimischung verträgt. Das Gemisch aus dem Gasnetz lässt sich wie gewohnt zum Heizen oder Kochen sowie als Treibstoff für Erdgasautos verwenden. Vor allem ist es möglich, daraus in Gaskraftwerken wieder Strom zu machen. Damit ist die neue Windgas-Technologie einen Meilenstein, in Sachen derzeit vorhandener Speichertechnologien.

Greenpeace Energy bietet seit Oktober 2011 den Tarif proWindgas an. Dabei zahlen die Kunden pro Kilowattstunde Erdgas einen Aufschlag von 0,4 Cent. Dieser Aufschlag fließt direkt und nachhaltig in den Ausbau der Windgas-Technologie. Selbst eigene Elektrolyse-Anlagen seien zur Windgas-Produktion geplant, mit dem Ziel, die Speichertechnologie weiter auszubauen und den Windgas-Anteil sukzessive zu steigern.

Ein Video zeigt, wie das Windgas von Greenpeace Energy entsteht.

Quelle: Greenpeace Energy, Text: Jürgen Rösemeier