1. Home
  2.  › Freizeit
  3.  › Reisen
Royal Brunei Airlines – mehr Frauen ins Cockpit
Muslimer Vorstoß - Mehr Frauen ins Cockpit

Royal Brunei Airlines – Die erste komplett weibliche Flug-Crew

Weibliche Flugpiloten sind eine Minderheit. Bei uns in Deutschland liegt die Frauenquote noch immer deutlich unter 10 Prozent. Zum 32. Nationalfeiertag des Sultanates Brunei setzte die Royal Brunei Airline im vergangenen Jahr ein Zeichen und ließ ausschließlich Frauen ins Cockpit.

Die erste komplett weibliche Crew

Vereinzelte weibliche Crewmitglieder gab es schon länger bei der Airline, doch am 23. Februar 2016 flogen ausschließlich Frauen das Flugzeug  – das gab es vorher noch nie. Kapitänin Sharifah Czarena Surainy steuerte zusammen mit Sariana Nordin und Dk Nadiah eine Boeing 787 Dreamliner von Bendar Seri Begawan in Brunei in die saudi-arabische Stadt Jeddah. Die drei Frauen flogen das erste vollständig von Frauen betriebene Flugzeug nach Saudi Arabien.

Sharifah Czarena bekam 2012 als erste Frau Südostasiens die Lizenz zur Flugkapitänin. Der nur circa 420 000 Einwohner zählende Staat Brunei liegt auf der Insel Borneo und grenzt an Malaysia. Der Großteil seiner Bevölkerung gehört dem sunnitischen Islam an, also einer Religion, in der Frauenrechte leider nicht immer groß geschrieben werden. Umso besonderer ist daher auch das Ingenieur Apprentice Programm der Royal Brunei Airlines, bei dem es darum geht, dass mehr Frauen in ehemals von Männern dominierten Berufen Fuß fassen sollen.

Anzeige

Social Media Kampagnen setzen sich für mehr Rechte ein

Doch was das Novum einer rein weiblichen Besatzung im Cockpit noch außergewöhnlicher machte: Im Land des Zielflughafens dürfen Frauen nicht einmal selbst Auto fahren. Zwar gibt es kein direktes Gesetz das es verbietet, einen Führerschein dürfen sie jedoch nicht machen – als Beifahrer werden sie lediglich geduldet. Erst 2014 mussten die beiden Frauen Lujain al-Hathloul und Maysa al-Amoudi für mehr als 70 Tage ins Gefängnis, nachdem sie über die Grenze Saudi Arabiens gefahren waren.

In den sozialen Netzwerken ist die Diskussion um Frauenrechte in Saudi-Arabien mit dem Schwerpunkt Autofahren längst angekommen: Die Kampagne Saudi Woman to Drive hat inzwischen knapp 38 000 Likes; eine weitere mit dem Namen Woman 2 Drive wartet mit über 19 000 Likes auf. Bei ihr werden Frauen dazu aufgefordert, Fotos von sich hinter dem Steuer zu posten. Darüber hinaus wird über Frauenrechte und von Aktivistinnen berichtet.

Das könnte Sie auch interessieren: 

Der etwas andere Mittwoch: Frauen streiken am Weltfrauentag

Quellen: Bilder: Depositphotos/agiampiccolo, Text: Jasmine Barendt