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Holi Festival
Holi Festival

Holi Festival: Wo das farbenfrohe Kultspektakel eigentlich her kommt

Buntes Farbpulver fliegt durch die Luft, Menschen feiern ausgelassen open air zu meist elektronischer Musik. Seit circa fünf Jahren finden in Deutschland den gesamten Sommer über Holi Festivals statt. Dass ihr Ursprung eigentlich aus Indien kommt, ist vielen dabei gar nicht bewusst.

Das Holi Fest in der westlichen Kultur

Viele von uns haben sie schon gesehen, die weiß bekleideten Menschen, die mit vielen bunten Farbflecken übersät im Sommer in der Bahn sitzen oder durch die Stadt laufen. Nach anfänglicher Irritation wegen ihres Aussehens, sprach es sich schnell herum: Sie alle waren auf einem Holi Festival. Diese finden seit einigen Jahren in den Sommermonaten in vielen deutschen Städten statt. Einen Tag lang wird auf einem abgesperrten Gelände zu live aufgelegter elektronischer Musik getanzt, getrunken und vor allem zu jeder vollen Stunde wild mit bunten Farbpulvern umher geworfen. Wer dort ankommt, ist meist einfarbig weiß gekleidet – schließlich soll der Farbkontrast möglichst gut zu erkennen sein.

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Holi Festival: Wo das farbenfrohe Kultspektakel eigentlich her kommt

Was viele nicht wissen: das bunte Fest hat ihren Ursprung in der hinduistischen Religion

Mythischer Ursprung

Vielen Besuchern ist dabei gar nicht bewusst, dass die Inspiration für dieses inzwischen von verschiedenen Veranstaltern organisierte Event in der hinduistischen Religion liegt. Es ist ein Frühlingsfest, das unter diesem Namen hauptsächlich in Nordindien und Nepal zelebriert wird. Das Fest der Farben, wie es auch genannt wird, beginnt am Vollmondtag des im hinduistischen Kalenders vorkommenden Monats Phalugna, der in unserer Zeitrechnung im Februar oder März liegt. Je nach Region wird zwischen einem und zehn Tagen gefeiert.

Es gibt viele Mythen, die sich um das Holi Fest drehen. Eine davon besagt, dass es seinen Namen von einer weiblichen Dämonin, die „Holika“ hieß, habe. Laut mündlicher Überlieferung gab es einen religiösen Streit zwischen ihr und Vishnu, einer der wichtigsten Gottheiten des Hinduismus. Da Holika verlor und daraufhin in Flammen aufging, wird noch heute in der ersten Nacht des Holi Festes eine Holika-Puppe aus Stroh verbrannt.

Ein weiterer Mythus behauptet, dass Krishna, eine der menschlichen Erscheinungsformen Vishnus, sich als Kind bei seiner Mutter beklagt habe, dass seine große Liebe, die Kuhhirtin Radha, im Gegensatz zu ihm so hellhäutig sei. Die Mutter riet ihm, das Gesicht seiner Geliebten mit Farbe zu bemalen, was er auch tat, sodass von nun an beide „farbig“ waren.

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Holi Festival

Für ein paar Tage sind alle Menschen gleich

Das Besondere am Holi Fest, das  unter anderen Namen und in anderen Regionen des Landes nicht nur die Freude über den bevorstehenden Frühling und Sommer zelebriert wird. Während dieser Feiertage sind alle Menschen gleich. Die sich sonst durch alle Bereiche so strikt ziehenden Kasten werden vorübergehend aufgelöst. Alte und junge Menschen feiern ebenso gemeinsam miteinander wie reiche und arme Leute oder Frauen und Männer.

So gesehen ist von seiner eigentlichen Bedeutung lediglich das Farbspiel und das Miteinander geblieben. Es lässt sich bestimmt darüber streiten ob es richtig ist, ein religiöses Fest abzuwandeln und zu kommerzialisieren. Für die einen mag dabei die eigentliche Bedeutung verloren gehen, andere mögen froh sein, dass auf diesem Wege überhaupt darauf aufmerksam und Interesse für die hinduistische Religion gemacht wird. Doch es bleibt ein buntes Fest, bei dem Jung und Alt zusammenkommen und gemeinsam eine vergnügte Zeit erleben.

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Quellen: Bilder: Depositphotos/NataliaD, bettorodrigues, Text: Jasmine Barendt