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Urbane Gärten in Paris
Paris fördert Stadtgärten

Urbane Gärten für ein grünes Paris

Bessere Luft, besseres Klima, bessere Lebensqualität – Grünflächen in Städten machen vieles besser. Der Meinung sind offenbar auch die Stadtoberen von Paris. In der französischen Hauptstadt gilt seit Sommer ein neues Gesetz, das die Bewohner dazu animiert, urbane Gärten anzulegen.

Grün, grüner, Paris! Die französische Hauptstadt hat sowieso schon zahlreiche Gärten, Parks und andere Grünflächen zu bieten. Und in Zukunft soll an der Seine noch mehr blühende Vielfalt herrschen; dafür sorgt ein Gesetz, das im Sommer relativ unbemerkt von der europäischen und globalen Öffentlichkeit verabschiedet wurde.

Urbane Gärten in Paris

„Erlaubnis zum Begrünen“

Urbane Gärten sollen überall in Paris entstehen

„Permis de végétaliser“ („Erlaubnis zum Begrünen“) heißt die Maßnahme, die auf Betreiben der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo bereits am 1. Juli in Kraft getreten ist und die möglichst viele Bewohner dazu animieren soll, ihre Stadt ein ganzes Stück grüner zu machen. Seit dem Sommer können diese eine alle drei Jahre zu erneuernde Zulassung beantragen, die es ihnen erlaubt, ihr eigenes urbanes Gartenprojekt in Angriff zu nehmen.

Das kann ein Kräutergarten auf dem Balkon, ein Blumenbeet an der Hauswand oder ein Obstbaum im Garten sein – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Stadt unterstützt ihre Bewohner sogar beim Gärtnern, indem sie ihnen bei Bedarf ein Starterpaket mit Erde und Samen zur Verfügung stellt. Es gibt nur zwei Bedingungen, an die die urbanen Gärtner sich halten müssen: Erstens muss die Begrünung nachhaltig erfolgen, es dürfen also keine Pestizide verwendet werden.

Urbane Gärten in Paris

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Fassadenbegrüung Urbane Gärten in Paris

Stadtbegrünung für ein nachhaltigeres und schöneres Paris.

Schönere Stadt und bessere Lebensqualität

Und zweitens soll die Stadt ausdrücklich schöner werden, ästhetische Aspekte sollten also immer berücksichtigt und es dürfen nur lokale Spezies gepflanzt werden. Ganz besonderer Fokus liegt auf lokalen „Honigpflanzen“, mit deren Anbau dem weltweiten Rückgang der Bienenpopulation entgegengewirkt werden soll. Der Erhalt der Biodiversität ist ohnehin ein ausdrückliches Anliegen der für das Gesetz Verantwortlichen, die damit außerdem dem Klimawandel entgegenwirken wollen.

Grünflächen in Städten verbessern nachweislich das Stadtklima und die Luft, indem sie die Entstehung von Hitzeinseln verhindern und Schadstoffe abbauen. Durch das Pflanzen tausender urbaner Gärten machen die Bewohner von Paris ihre Stadt also nicht nur schöner, sondern verbessern gleichzeitig auch ihre eigene Lebensqualität ganz erheblich.

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Urbane Gärten in Paris

Zahlreiche Initiativen für ein grünes Paris

Für Bürgermeisterin Anne Hidalgo ist das „permis de végétaliser“ übrigens nur eine von vielen Initiativen für ein grünes Paris. Bis 2020 sollen zusätzlich eine Million Quadratmeter Grünflächen an den Hauswänden und auf den Dächern der französischen Großstadt entstehen, ein Drittel davon im Rahmen der urbanen Landwirtschaft. Hinzu kommen 30.000 Quadratmeter öffentliche Gärten und Parks, 20.000 neue Bäume und hunderte weitere Begrünungs- und Rekultivierungsprojekte.

Und auch über die hauptstädtliche Begrünung hinaus hat Frankreich erst kürzlich seinen Vorbildcharakter in Sachen Nachhaltigkeit bestärkt: Ende August hat die Regierung ein Gesetz veröffentlicht, nach dem ab 2020 Plastikgeschirr und -besteck verboten sein soll. Dass auch dieser nachhaltige Vorstoß genau wie das Pariser „permis de végétaliser“  von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet blieb, zeigt nur umso deutlicher, wie wichtig solche Initiativen für eine nachhaltigere und lebenswerte Zukunft sind. In diesem Sinne: Chapeau, Frankreich!

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Quellen: Mairie de Paris, Bilder: Marc Verhille/Mairie de Paris, Henri Garat/Mairie de Paris, Jean-Baptiste Gurliat/Mairie de Paris, Text: Ronja Kieffer