Janine Steeger für mehr Nachhaltigkeit
Fairtrade-Schokolode

Fairtrade-Schokolode: Nachhaltig Naschen mit Verstand

Ich muss mich outen! Ja, ich bin süchtig. Kann einfach nicht auf Schokolade verzichten. Wenn der braune Schmelz auf meiner Zunge zergeht, sprudeln bei mir die Glücksgefühle. Ist übrigens erwiesen: Schoki macht glücklich. Kein Wunder, dass alleine in Deutschland durchschnittlich jeder von uns 9,5 Kilo Schokolade nascht. Wahnsinn. Das sind 95 100-Gramm-Tafeln. Wobei – ich glaube, ich liege über dem Durchschnitt.

Janinge Steeger bloggt für nachhaltigleben

Janine Steeger Foto © Markus Nass
 

Und wissen Sie, was ich total klasse finde? Es wurden 2012 immerhin 796.000 Kilogramm Fairtrade-Schokolade abgesetzt. Wenn schon genießen, dann mit gutem Gewissen.

Ich habe ehrlich gesagt keine Lust etwas zu naschen, für das Menschen ausgebeutet werden. Sie etwa? Mal ein paar Fakten: 90 Prozent des weltweit produzierten Kakaos wird von Familienbetrieben geerntet. In über 30 Entwicklungsländern wird Kakao angebaut. 14 Millionen Menschen sichern damit ihre Existenz. Sind die Bohnen geerntet, werden sie an Zwischenhändler geliefert und anschließend in die Industrienationen.

Da die Kakaobauern viel zu niedrige Preise erhalten, sind dort Kinder- und Sklavenarbeit weit verbreitet. Für den Schokogenuss müssen Menschen in völlig unwürdigen Bedingungen arbeiten. Hilflose Kinder, verzweifelte Erwachsene. Ausbeutung pur. Da schmeckt die Schokolade doch wie ranzige Nüsse.

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Das Beste was man aus Kakao-Bohnen machen kann: Schokolade - ©iStockphoto

Das Beste was man aus Kakao-Bohnen machen kann: Schokolade ©iStockphoto

Nein! Wenn wegen Schokostücken Menschen leiden müssen, lege ich lieber eine Fastenzeit ein. Aber ein Leben ohne Schoki muss gar nicht sein. Fairtrade heißt die Lösung. Fairer Handel, durch den die Bauern und Bäuerinnen feste Mindestpreise bekommen und Verzicht auf Sklaven- und Kinderarbeit sind die wichtigsten Kriterien von Fairtrade.

Echt toll! Die Bauern erhalten zusätzlich Fairtrade-Prämien, schließen sich zu Gemeinschaftsprojekten zusammen und finanzieren Schulen oder die Umstellung auf ökologischen Anbau. Das sind wahre Helden. Diesen Menschen gehört eigentlich der Friedens-Nobelpreis verliehen.

Ich will fair kaufen, fair konsumieren. Das sind wir dieser Welt schuldig und all den Menschen, die auf diesem Planeten leben.

Ich habe die Hoffnung, dass wir langsam umdenken und Profitgier nicht mehr fördern. Macht es denn Sinn, die billigste Schokolade zu kaufen, wenn andere gesünder und unter humanitären Bedingungen produziert werden können? Nein, denke ich voller Überzeugung.

Jetzt aber genug. Mir läuft schon das Wasser im Munde zusammen. Aufgemacht, ausgepackt, abgebrochen und rein damit in den Mund. Was für ein Genuss! Nougat mit Nüssen. Herrlich. Natürlich Fairtrade. Ich lasse es mir schmecken. Sie hoffentlich auch.