Hay Day
Hay Day

Dieses Computerspiel musst Du kennen! Weil es helfen kann, die Welt zu retten...

Eine Freundin stellt sich seit Kurzem den Wecker auf 05:30 um die Kühe zu melken. Sie ist nämlich neben ihrem Hauptjob jetzt auch nebenberuflich Landwirtin. Im Internet. Bei einem Computerspiel. Die Kinder haben das angeschleppt, aber Mama glaubt es besser zu können und mischt sich deshalb heimlich ein. „Hay Day“ verändert gerade das Leben deutscher Familien. Das kann man verrückt finden, aber ich glaube, dass es auch etwas Gutes hat.

Worum geht es?

Bei Hay Day erbt der Spieler einen Bauernhof und ist damit ab sofort Landwirt. Selbsterklärend geht es darum, den Hof möglichst gut zu bewirtschaften, um damit erfolgreich zu sein. Natürlich gibt es auch Konkurrenz.

Das Spiel ist ab 6 Jahre freigeben, aber auch schon kleinere Kinder finden ganz schnell raus, wie man Gemüse anbaut, dass man sich um die Tiere kümmern und vor allem Ware verkaufen muss.

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Suchtfaktor mit Lerneffekt?

Hay Day ist in meinen Augen ein neues Tamagotchi. Wenn die Euter der Kühe übervoll sind, oder die Schafe völlig zugewachsen vom Fell, machen sie sich lautstark bemerkbar indem sie blöken oder muhen. Man kann die Geräusche ausstellen, aber lebensechter ist es mit. Bei uns zu Hause höre ich derzeit ständig Tiergeräusche.

In den meisten Familien fangen die Kinder an dieses Spiel zu spielen und nach kürzester Zeit passiert folgendes: Die Eltern mischen sich ein. Mit Sätzen wie „Oh, das ist jetzt Mist, dass Du nicht genug Futter für die Tiere hast. Die haben ja Hunger! Musst Du Dich das nächste Mal rechtzeitig drum kümmern.“

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Die Unzufriedenheit mit der kindlichen Herangehensweise treibt  Eltern irgendwann dazu heimlich für das Kind zu arbeiten. Wenn die Kleinen schon schlafen, schnappen sie sich das Tablet und optimieren den Produktionsablauf.

Die Kinder wundern sich dann morgens, warum sie plötzlich so viel Spielgeld auf dem Konto haben.

Werbung für die Landwirtschaft?

Dieses Spiel macht Landwirtschaft irgendwie wieder cool. Und das ist dringend notwendig. Denn Bauern und Bäuerinnen werden in rasantem Tempo immer weniger: im Moment sind nur noch 1/3 der arbeitenden Menschen weltweit in der Landwirtschaft tätig, in Deutschland nur noch weniger als 2 Prozent. Immer weniger Menschen sorgen sich also um die gesamte landwirtschaftlich nutzbare Fläche der Erde, was mit zunehmenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Problemen einhergeht.

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Alarmierende Zahlen

Weltweit gehen pro Minute 30 Fußballfelder fruchtbaren Bodens verloren. Und es dauert 15.000 Jahre, bis 1 Meter Boden entsteht.

Damit die Menschen weiterhin eine Chance auf Ernährung haben, gilt es die Böden zu hegen und zu pflegen und weitere Verluste zu stoppen. Wenn die Macher von Hay Day das jetzt noch als Thema unterbringen, bin ich endgültig überzeugt.

Anmerkung: Janine Steeger ist Botschafterin des Bodenfruchtbarkeitsfonds

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Quellen: www.bodenfruchtbarkeit.bio, Bilder: www.supercell.com, Text: Janine Steeger