Nächstenliebe
Gegenseitig Helfen

Nächstenliebe als Kraftquelle

Die entscheidende Grundlage unserer Kultur ist das Füreinander-da-sein und das gegenseitige Helfen. In meinem neuen Beitrag schreibe ich daher über das Thema Nächstenliebe. Denn es ist wichtig bewusst durchs Leben zu gehen und zu erkennen, wenn jemand Hilfe benötigt.

Ich habe einmal nachgeschaut, welche Ausdrücke in der Vergangenheit als Worte des Jahres ausgewählt wurden. Wenn man sie liest wird einem schnell klar, welche Aura unsere Gesellschaft momentan umgibt:

Wort des Jahres 2011: Stresstest. Wort des Jahres 2010: Wutbürger. 2009: Abwrackprämie und 2008: Finanzkrise. Davor wurde „Klimakatastrophe“ gekürt und 2006 „Fanmeile“. Verfolgt man die Liste bis 1971, kommt das Wort Nächstenliebe dort kein einziges Mal vor.

Dabei ist das Füreinander- da-sein, das gegenseitige Helfen, eine der entscheidenden Grundlagen unserer Existenz. Und ich bin mir sicher, dass sich die meisten Menschen nach Nächstenliebe sehnen. Gerade in einer Zeit, die von Krisen, Existenzangst und Stress geprägt ist.

Nächstenliebe bewirkt Glücklichsein
Foto: Comstock/ Thinstock © Getty Images 

Ohne Nächstenliebe wäre unser Leben kalt

Mehr als 1,6 Millionen Treffer spuckt Google aus, wenn man Nächstenliebe ins Suchfenster eingibt. Der Begriff Vergeltung erreicht glücklicher Weise gerade einmal 347.000 Sucherergebnisse. Nächstenliebe trägt unsere Gesellschaft und macht sie stark. Ohne sie wäre unser Leben kalt, schwer und beklemmend. Die Liebe zu den Mitmenschen muss kein aufwendiges Unterfangen sein. Sie beginnt mit einem freundlichen Lächeln, einer Hilfsbereitschaft gegenüber Nachbarn, Kollegen und Menschen in Not. Sie kann im Alltag ebenso gelebt werden wie in einem Ehrenamt.

Wikipedia beschreibt es mit folgenden Worten: „Nächstenliebe wird allgemein als Bereitschaft einer Person verstanden, ihren Mitmenschen zu helfen. Sie beinhaltet ein Handeln, nicht nur ein Gefühl der Sympathie oder ein emotionales Gestimmtsein." 

Zugegeben klingt diese Beschreibung etwas abstrakt und doch finden sich darin entscheidende Schlüsselworte wie Bereitschaft, Mitmenschen, helfen und handeln.

Die Bereitschaft, anderen etwas Gutes zu tun, zu helfen, nicht passiv zu bleiben, sondern aktiv zu handeln, sind die Wurzeln der Nächstenliebe.

Um dies zu erkennen und zu praktizieren, müssen wir bewusst durchs Leben gehen, um zu erkennen, wo Hilfe benötigt wird. Vielleicht ist es die Kollegin, die völlig überfordert ist, ein alter Mensch, der nicht alleine die Straße überqueren kann, ein Nachbar, der einfach mal nur reden oder ein Kind, das getröstet werden will. Überall um uns herum gibt es Bedarf an Aufmerksamkeit und Liebe.

Natürlich ist es nicht einfach, wenn man selbst in Problemen erstickt und dann sich auch noch die von anderen aufladen soll. Aber genau hier liegt ein Schlüssel zum Glück. Wer anderen hilft, hilft auch sich selbst.

Nächstenliebe ist eine enorme Kraftquelle. Wenn ich mich mit den Kindern beispielsweise von Kinderschutzengel e.V. befasse, spüre ich eine Energie, die auf mich überspringt und die mich viele Tage lang trägt. Das Gefühl, diesen Kindern etwas Gutes getan zu haben, lässt unzählige Glücksfunken sprießen, die ein wundervolles Gefühl hinterlassen. Das kann ein einfühlsames Gespräch ebenso bewirken wie ein sanftes Streicheln oder ein kleines Geschenk.

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Ich bin davon überzeugt, dass wir das anziehen, was wir aussenden. Und wer in Liebe lebt und dies weitergibt, wird sie zurückbekommen.

Wir leben in keiner einfachen Zeit. In meiner Tätigkeit als TV-Moderatorin werde ich jeden Arbeitstag mit Meldungen konfrontiert, die mir deutlich machen, wie viele Menschen mit wirklich schwersten Problemen zu kämpfen haben. Krankheiten, Unfälle, Schulden, Arbeitslosigkeit, Überlastung, Mobbing und so weiter, um nur einige Brennpunkte zu nennen, mit denen viele von uns konfrontiert werden.

Jeder von uns kann diese Schicksalseingriffe weder verhindern, noch komplett vertreiben. Aber wir können mit Liebe ein wenig Licht in die dunklen Stunden unserer Mitmenschen hineinleuchten lassen und ich möchte zum Abschluss den berühmten Satz des Erfolgsautors Johannes Mario Simmel zitieren: „Wenn jeder Mensch auf der Welt nur einen einzigen anderen Menschen glücklich machte, wäre die ganze Welt glücklich.“