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Nachhaltig bauen und unabhängig sein mit dem Sonnenhaus

Nachhaltig bauen und mindestens 50 Prozent des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser decken, besser noch 100 Prozent – das Sonnenhaus ist eine der cleversten Alternativen für den modernen Hausbau. Was das Sonnenhaus leistet und wie der Hausbesitzer dadurch die Umwelt schont und unabhängig wird, lesen Sie hier.

Energiesparen ist gut, die Energie, die man erst gar nicht benötigt, ist die beste. Das ist das Ziel des Passivhaus-Konzeptes. Genauso gelingt dies aber auch mit einem Sonnenhaus, beim Neubau, wie der Umrüstung eines Altbaus. Beim Sonnenhaus setzt man grundsätzlich auf die aktive Nutzung des kostenfreien und krisensicheren «Rohstoffs» Sonne. Das Sonnenhaus ist somit ein vorbildhaftes Niedrigstenergiehaus, denn es deckt bis zu 100 Prozent des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser solar ab, mindestens jedoch 50 Prozent. Der eventuelle Restwärmebedarf wird ausschließlich durch den klimaneutralen, heimischen Rohstoff Holz produziert. So funktioniert nachhaltiges Bauen.

Nachhaltig bauen mit überschaubaren Kosten

Das Ziel eines Sonnenhauses ist es, bei geringstmöglichem Primärenergieaufwand einen möglichst hohen Wohnkomfort und weitgehende Unabhängigkeit von Energiekrisen zu erreichen. Vom Umweltgedanken ganz abgesehen. Dabei zeichnet sich das Sonnenhaus durch sein bis ins Detail durchdachtes, ausgewogenes Gesamtkonzept aus.

Das weitgehend solar beheizte Eigenheim ist heute mit bezahlbarem Aufwand einfach realisierbar und bietet die Perspektive, nachhaltig zu bauen und sich jahrzehntelang über keine oder äußerst niedrige Heizkosten zu freuen. Das nachhaltige Bauen eines Sonnenhauses wird zum einen durch rationelle, ressourcenschonende Bautechniken ermöglicht. Zum anderen ist das Gelingen einer Solarheizung mit hohem Deckungsgrad nicht eine Frage einer hochkomplizierten Solaranlage. Vielmehr basiert diese Art des nachhaltigen Bauens auf einem einfachen und überschaubaren Systems, bei dem alle Komponenten sorgfältig aufeinander abgestimmt sind. Basis des sind: Viele Solarzellen und ein mächtiger Warmwasserspeicher.

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Das Sonnenhaus: Durch und durch ökologisch und nachhaltig

Die Ökobilanz beginnt bei der Auswahl der Baustoffe und setzt sich in der konsequenten Verfolgung allgemein anerkannter Grundsätze des energieeffizienten und nachhaltigen Bauens fort. Diese basieren auf einer effizienten Wärmedämmung und hochdichten Fenstern, wärmebrückenfreie und winddichte Konstruktion sowie die Nutzung der Sonnenstrahlung über große Glasflächen für die Raumheizung. Ein übertriebener bautechnischer Aufwand ist angesichts der Tatsache, dass der Restenergiebedarf im Sonnenhaus durch erneuerbare Energien gedeckt wird, nicht nötig. Vielmehr wird bei diesem nachhaltigen Bau-Prinzip neben der Ökobilanz auch das Kosten-Nutzenverhältnis zwischen Dämmstandard und energiesparender Anlagentechnik abgewägt.

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Ein Schnitt durch das Sonnenhaus zeigt dessen offene Bauweise und den riesigen Pufferspeicher. Foto: sonnenhaus-institut.de

Nachhaltig bauen und gesunde Wärme genießen

Ein Nachteil scheint zu sein, dass Sonnenenergie nicht tagtäglich ausreichend vorhanden ist. Doch dies gleicht das Sonnenhaus durch die Kombination von Sonnenkollektoren - 25 bis 80 Quadratmeter sind bei einem Sonnenhaus nötig - mit einem großvolumigen Langzeitspeicher optimal aus. Das Wasser, physikalisch immer noch am besten als Speichermedium und Wärmeträger für die Verteilung der Heizwärme eignet, wird in einem mehrere Kubikmeter fassenden und gut wärmegedämmten Pufferspeicher gespeichert. Dieser Pufferspeicher ist, neben der großen Solaranlage auf dem Dach das Hauptmerkmal eines nachhaltig gebauten Sonnenhauses. Wird dieser Pufferspeicher sogar in den Wohnbereich integriert, kann die Abwärme für die Raumheizung direkt mitgenutzt werden.

Die Energie für Heizung und Brauchwasser wird dadurch nahezu verlustfrei über mehrere sonnenarme Tage oder sogar Wochen gespeichert. Die Wärme des nachhaltig gebauten Sonnenhauses wird ansonsten über unsichtbare Heizsysteme in den Wänden und den Bodenflächen verteilt, wodurch eine gesunde, gleichmäßige Strahlungswärme abgegeben wird. Ein sehr angenehmes Wohnklima ist damit der angenehme Nebeneffekt und nachhaltiges Bauen mit Mehrwerten.


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Nachhaltig bauen und schöner wohnen: Nicht einmal Heizkörper werden benötigt. Foto: das-energieautarkte-haus.de

In länger andauernden sonnenarmen Perioden stellt eine Zusatzheizquelle, die Holzheizung, die Energieversorgung sicher. Der heimische, nachwachsende Rohstoff, verbrennt CO2-neutral und in moderner Anlagentechnik abgasarm. Das nachhaltig gebaute Sonnenhaus benötigt dabei maximal 3 Raummeter Holz. Da der Brennstoffbedarf im Sonnenhaus mit etwa 1 bis 3 Raummeter Holz im Jahr sehr gering ist, werden bevorzugt Kachel-, Kaminöfen oder Küchenherde als zentrale Heizquelle eingesetzt. Noch größeren Komfort bieten Holzvergaserkessel oder vollautomatische Pelletheizungen. Das Sonnenhaus-Heizkonzept eignet sich auch zum Einbau bei einer nachhaltigen Sanierung bestehender Gebäude. Voraussetzung: Eine Niedertemperaturheizung muss vorhanden sein und das Haus muss gut wärmegedämmt sein. Eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung ist kein Muss, wird aber von vielen Altbaubesitzern aus Überzeugung installiert.

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Die Historie des Sonnenhaus: Nachhaltig bauen ist das Ziel

  • Die Sonne produziert im Jahr 50 Mal mehr Energie, als wir auf der ganzen Welt benötigen.
  • Nachhaltig bauen und die Sonnenenergie effektiv nutzen, das ist das Ziel des Schlechinger Sonnenhaus-Institut.
  • Seit seiner Gründung im Jahre 2004 hat der Verein es erreicht, dass heute mehr als 500 Sonnenhäuser in Deutschland gebaut wurden.
  • Dem Team gehören fachkundige Architekten, Ingenieure und Geschäftsführer der Solarbranche an.
  • Weitere Informationen und nachhaltig bauende Sonnenhaus-Spezialisten unter: Sonnenhaus-Institut e.V.
  • Hier finden Sie ein weiteres Beispiel für nachhaltigens Bauen.
  • Wer im Sonnenhaus einen Holzkamin nutzt ist auf der sicheren Seite, was eine umweltfreundliche Heiztechnik angeht. Mehr zu Holzheizungen lesen Sie in dem Artikel «Umweltfreundlicher und kuschelig: Heizen mit Holz- und Kaminöfen».

 

Text: Jürgen Rösemeier