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Nachhaltige Dämmung ist beim Bauen wichtig.

Nachhaltige Wärme-Dämmung: Auch auf graue Energie achten

Nachhaltig sanieren ist in aller Munde. Nicht nur die Nutzung effektiver und ressourcenschonender Heizsysteme ist im Trend, auch eine neue nachhaltige Wärme-Dämmung ist ein wichtiges Thema. Denn: Beides spart Energie und schont ihren Geldbeutel. Was beim Dämmen zu beachten und empfehlenswert ist, ein Überblick.

Energieeinsparen, Ressourcen schonen, Nachhaltigkeit und Erneuerbarkeit - all dies sind heute wichtige Themen und Zielsetzungen auch im Bereich des Neubaus und der Altbausanierung. Mit von der Partie ist auch die nachhaltige Wärme-Dämmung. Sie ist ein essentieller Bestandteil, um auf kleiner Ebene großes zu bewirken, um den Klimawandel und Naturkatastrophen zu reduzieren.

Wer sich für eine Wärmedämmung des Altbaus entscheidet oder das richtige Dämmmaterial für den Neubau sucht, sollte sich genauer umschauen. Die ökologischen Dämmstoffe sind nahezu alle hierfür optimal. Doch, nicht jeder ist für die nachhaltige Wärme-Dämmung geeignet. Die einen benötigen bei der Herstellung zu viel graue Energie oder werden um die halbe Welt transportiert, andere sind bereits in der Produktion umweltschädlich. Doch, alle sind besser als Styropor und Co. Denn diese Dämmstoffe basieren auf Erdöl und sind nach dem Ausbau nur noch Sondermüll.

Zellulose: Nachhaltige Wärme-Dämmung auch für den Sommer

Zellulose ist für die die nachhaltige Wärme-Dämmung des Dachgeschosses ideal und bereits gut etabliert. Es lässt sich einfach und umweltfreundlich aus Tageszeitungen herstellen, ohne dabei viel graue Energie – mit 4 Megajoule/Kg am wenigsten unter allen Ökodämmstoffen - im Herstellungsprozess zu benötigen. Mehr noch, im Vergleich zu herkömmlicher Mineralwolle hat Zellulose eine 25 % höhere Heizkostenersparnis zur Folge. Zudem hat das mit Zellulose anstatt Mineralwolle gedämmte Haus eine 5 Grad kühlere Dachgeschoss-Temperatur im Sommer, ist schalldämmend und durch das Einblasen der Zellulose-Flocken bestens auch im Randbereich isolierend.

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Auf die immer knapper werdenden Ressourcen auch für die nachhaltige Wärmedämmung reagieren bereits die ersten Unternehmen und machen erfolgreiche Versuche mit der Beimischung von Holzspänen.

Meist weniger nachhaltig als Wärme-Dämmung: Baumwolle

Auch Baumwolle setzt sich weiterhin durch, was die Nutzung als natürliches Dämmmaterial angeht. Doch, oftmals ist dieser Rohstoff als nachhaltige Wärme-Dämmung nicht geeignet. Zwar ist der Verbrauch an grauer Energie mit etwa 17 MJ/Kg bei der Aufbereitung im mittleren Bereich angesiedelt, allerdings ist die Herstellung selbst als kritisch anzusehen. Viel Wasser wird in teils regenarmen Anbaugebieten verbraucht, es werden Pestizide und Insektizide eingesetzt, sogar Entlaubungsmittel kommen zum Einsatz. Sicherlich, es gibt auch ökologisch produzierte Baumwolle. Wenn eingesetzt, dann sollte als nachhaltige Wärme-Dämmung mit Baumwolle nur diese eingesetzt werden. Jedoch ist dann der Preis vergleichsweise teuer.

Natürliche Dämmstoffe sind nachhaltig.

Eine nachhaltige Wärmedämmung mit natürlichen Dämmstoffen für optimale Einsparungen.

Nachhaltige Wärmedämmung mit Holz und Recycling-Kork

Holz ist ein klimaneutraler Baustoff und auch zur nachhaltigen Wärme-Dämmung ideal geeignet. Die Herstellung unter Druck und mit 380 Grad Hitze benötigt etwa 15 MJ/Kg in der Herstellung. Zudem wächst der Rohstoff in heimischen Wäldern, verursacht somit wenig Klimabelastungen beim Transport. Und, gleich der Zellulose, ist die Holz-Dämmung ein guter Schutz gegen Sommerhitze. Ideal also für all diejenigen, die eine nachhaltige Wärme-Dämmung anbringen möchten.

Kork, meist aus dem Mittelmeerraum hat einen vergleichbaren Verbrauch an grauer Energie. Kork ist zudem stark alterungsbeständig, wie Holz sehr diffusionsoffen («atmungsaktiv») und bietet einen guten Wärme- wie Hitzeschutz. Wer Recycling-Kork verwendet, geht mit der nachhaltigen Wärme-Dämmung auf Nummer sicher.

Schafwolle, Hanf, Flachs und Co. für eine nachhaltige Wärmedämmung

Verbraucht die Hanffaser noch ähnlich viel graue Energie wie Holz, so wird für die Flachsfaser mehr als das Doppelte nötig. Flachs hat zudem eine geringe Wärmespeicherfähigkeit, was sich bei dem sommerlichen Hitzeschutz negativ auswirkt. Hanf dagegen überzeugt wiederum durch einen hohen Ertrag beim Anbau und bietet gute Dämmwerte, identisch mit jenen des Flachses.

Schafwolle hat ebensolche positive Eigenschaften und ist für die nachhaltige Wärme-Dämmung gleichsam geeignet. Mit 16 MJ/Kg Dämmung liegt die Schafwolle im mittleren Bereich. Zudem bietet sie einen guten Wärmeschutz auch im Sommer. Bedenklich können Chemikalien sein, die zum Mottenschutz eingebracht werden. Doch, es gibt auch gesundheitlich unbedenkliche Schutzmittel, die bei der nachhaltigen Wärme-Dämmung mit Schafwolle eingesetzt werden.

Noch mehr zu ökologischen Dämmstoffen lesen Sie in dem Artikel «Mit ökologischen Dämmstoffen nachhaltig dämmen».

Text: Jürgen Rösemeier, Quellen: www.isofloc.de, www.nachwachsende-rohstoffe.biz, www.nachhaltiges-bauen.de