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Gartenabteilung im Baumarkt
Umweltfreundliches Heimwerken

So sieht Nachhaltigkeit im Baumarkt aus

Ob Handwerker, Heimwerker oder Gärtner – Baumärkte sind die erste Anlaufstelle für Materialien zum Selberbauen. Die „Rohstoffe“ aus dem Baumarkt landen in unseren Häusern, Wohnungen und Gärten. Was wir uns wünschen: möglichst schadstofffreie und umweltfreundliche Produkte. Aber wie nachhaltig kann ein Einkauf im Baumarkt sein?  

Grünes Heimwerkerparadies

DIY ist nicht nur ein Trend. Das individuelle Bauen oder Gestalten ist vielmehr ein nachhaltiger, persönlicher Ausdruck im eigenen Zuhause. Manch einer lebt mit DIY-Projekten seine Kreativität aus, ein anderer nutzt das Heimwerken als Ausgleich zum Berufs- oder Familienalltag. Bei fast jedem DIY-Projekt unerlässlich: der Weg zum Baumarkt, um Materialien einzukaufen. Wie in vielen anderen Geschäften, werden wir im Baumarkt mit einer großen Produktauswahl konfrontiert.

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Da fällt es oft schwer, durchzublicken und das richtige Produkt zu wählen. Vor allem bei der Suche nach möglichst umweltfreundlichen und schadstoffarmen Baustoffen zu bezahlbaren Preisen. Auch für den Garten wünschen wir uns insektenfreundliche und naturschonende Produkte, die ins Budget passen. Je natürlicher, desto besser! Aber wo müssen wir genauer hinschauen? Und welche Produkte in Baumärkten sind überhaupt nachhaltig?

Bewusste Auswahl für umweltfreundliches Gärtnern

Wer im Baumarkt auf die Suche nach umweltfreundlicher Blumen-, Gemüse- oder Universalerde geht, sollte sich an der Beschriftung „torffrei“ orientieren. Herkömmliche Erden bestehen nämlich zu einem Großteil aus Torf, welcher trockengelegten Mooren entnommen wurde. Das große Umweltproblem dabei ist: Torfabbau setzt  klimaschädliches CO2 frei, das als Kohlenstoff in den Mooren gespeichert war. Hinzu kommt, dass die Trockenlegung der Moore zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ihren natürlichen Lebensraum nimmt. Auch der Insektenschutz spielt beim Einkauf im Baumarkt eine Rolle. So ermöglichen die richtigen Pflanzen und unbedenkliche Bio-Düngemittel einen insekten- und tierfreundlichen Lebensraum im heimischen Garten. Viele grüne Produkte für den Garten bietet beispielsweise toom mit seinem Bio-Sortiment Naturtalent. Darunter finden sich ökologisch unbedenkliche Holzschnitzel, torffreie Erden, Dünger, Kräuter und Obstbäume bzw. -büsche.

Nachhaltige Farben und Bodenbeläge im eigenen Heim

Frau am Renovieren

Ob für den Neubau, Anbau oder die Renovierung – Wandfarben, Lacke und Bodenbeläge zählen dabei zum Standardeinkauf. Aber wie grün sind die angebotenen Materialien? Wie kann man sicherstellen, dass keine giftigen Schadstoffe enthalten sind? Eine Orientierung bieten Umweltsiegel wie „Der Blaue Engel“. Das Umweltzeichen markiert viele Produkte, die als emissions- sowie schadstoffarm und gesundheitlich unbedenklich gelten. Die Baumarktkette toom beispielsweise liefert für die genannten Produkte eine weitere Orientierungshilfe mit dem Label „PRO PLANET“ der REWE Group. Produkte mit diesem Label belasten Mensch und Umwelt sowohl bei der Herstellung als auch bei der Verwendung weniger als herkömmliche Produkte. „Der Blaue Engel“ und „PRO PLANET“ finden sich bei toom zum Beispiel auf der Wandfarbe Komfortweiß ohne Konservierungsstoffe im recycelten Eimer. Die schadstoffgeprüften Greenvinyl-Bodenbeläge sind ebenso mit beiden Nachhaltigkeitslabeln zertifiziert. Sie sind zudem frei von Weichmachern und durch ihre hundertprozentige Recyclingfähigkeit besonders umweltfreundlich.

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Ein nachhaltiges Gesamtkonzept

Wie in jeder anderen Branche stellt sich auch im Baumarktbereich die Frage, wie nachhaltig ein Unternehmen im Großen und Ganzen geführt wird. Dazu zählen nicht nur umweltfreundliche und gesundheitlich unbedenkliche Endprodukte im Ladenregal. Auch der tägliche Betrieb im Baumarkt kann mehr oder weniger nachhaltig sein. Werden die Märkte möglichst energiesparend betrieben? Wie sind die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter vor Ort? Und auch die Logistik im Hintergrund spielt beim Nachhaltigkeitsgedanken eine wichtige Rolle oder die Herstellungsbedingungen bestimmter Produkte. Wird möglichst CO2-sparend produziert? Wie lang sind die Lieferwege? Und wie sehen die sozialen Arbeitsbedingungen während der Produktion und in der Lieferkette aus? Das alles sind Fragen, die unsere Konsumentscheidungen heute und auch in Zukunft beeinflussen.

Nachhaltigkeit in den toom Baumärkten

Nachhaltigkeit in toom Baumärkten

© toom

Die Baumarktkette toom hat den Wunsch der Kunden nach einem bewussten und gesunden Leben im eigenen Heim erkannt und den Faktor Nachhaltigkeit bereits fest in die eigene Unternehmensphilosophie integriert. Der Nachhaltigkeitsgedanke setzt bei toom unter anderem auf möglichst grüne Produkte. Mit der toom Eigenmarke bietet das Unternehmen viele Produkte zu fairen Preisen an, die sowohl schadstoffarm als auch umweltfreundlich sind. Und das grüne Produktsortiment wird stets weiter ausgebaut. Den Kunden soll auch in Zukunft ein nachhaltigerer und gleichzeitig erschwinglicher Einkauf im Baumarkt ermöglicht werden. Neben grünen Produkten zählt zum nachhaltigen Konzept auch der Bereich Energie, Klima und Umwelt. So werden die Baumärkte möglichst ressourcenschonend betrieben. Die gezielte Weiterentwicklung und Unterstützung der Mitarbeiter sowie gesellschaftliches Engagement in den Bereichen Inklusion und Obdachlosigkeit komplettieren den Nachhaltigkeitsgedanken bei toom.

Wie nachhaltig sind Baumärkte aktuell bzw. sollten sie in Zukunft sein? Wir haben bei René Haßfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung toom (CEO), nachgefragt. 

Wo genau sehen Sie die Verantwortung von Baumärkten für den Klimaschutz und einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen? Wo besteht aktuell noch Handlungsbedarf?

René Haßfeld

René Haßfeld © toom

René Haßfeld: Nachhaltigkeit ist bei toom in der DNA. Das bedeutet eben, dass es nicht nur darum geht, nachhaltigere Produkte in den Fokus zu setzen oder vereinzelte Aktionen anzustoßen. Vielmehr geht es darum, dass sich bei den 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Bewusstsein dafür entwickelt hat, auch über den Tellerrand zu schauen. Wir orientieren uns an unseren vier Nachhaltigkeitssäulen und richten jeden Schritt danach aus. Bei den Produkten ist es am offensichtlichsten. Wichtig ist dabei, dass man immer die gesamte Lieferkette und mögliche Hotspots betrachtet und stetig daran arbeitet, etwas zu bessern. Beispiele sind dabei zum Beispiel die zertifizierten Natursteine oder auch Fair Trees. Wir übernehmen hier Verantwortung und versuchen immer auch, unsere Kunden dafür zu sensibilisieren. Das ist bei Nischenthemen schwieriger, als bei Konsumthemen, wie Bienen- oder Waldschutz.

Investieren müssen Sie vor allem Zeit und viel Engagement. Denn ohne Mitarbeiter, die dies treiben und sich zur Aufgabe gemacht haben, schafft man keine Durchdringung – das gilt vom Einkäufer, über die Kommunikation bis hin zu jedem Mitarbeiter auf der Fläche.

Herr Haßfeld, Sie sind Vorsitzender der Geschäftsführung bei toom. Was unterscheidet toom in puncto Nachhaltigkeit derzeit von anderen Baumärkten?

Bereits seit 10 Jahren beschäftigen wir uns intensiv damit, wie wir mit unseren natürlichen Ressourcen umgehen und was wir als bundesweit agierendes Unternehmen machen können, um den nachfolgenden Generationen eine möglichst intakte Umwelt zu hinterlassen. Dabei überprüfen wir immer wieder unser Tun und vor allem auch unsere Produkte in Hinblick auf mögliche Hotspots in der Lieferkette oder auch den Möglichkeiten bei Verpackungen nachzujustieren. Dabei steht immer auch der Wunsch des Kunden im Vordergrund. Mit unserem Dreifachnutzen richten wir uns daher genau an den Erwartungen und Wünschen unserer Kunden aus. Denn wir bei toom stehen dafür, unseren Kunden ein bewussteres Leben zu erleichtern. Gerade als Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit bieten wir bei toom bereits ein breites und nachweisbares Fundament an alternativen Produkten und greifen auf eine hohe Expertise zurück, um auch in Zukunft stetig weitere Alternativen anbieten zu können. Immer mehr Verbraucher beschäftigen sich mit der Frage, wie sie ihr Konsumverhalten mit aktuellen Themen wie Umwelt- oder Klimaschutz in Einklang bringen können. Auch das Bewusstsein für schadstoffarmes Wohnen und Energiesparen in den eigenen vier Wänden wird im gesellschaftlichen Kontext immer wichtiger – gleichzeitig steht der Wunsch nach qualitativ hochwertigen Produkten zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis im Vordergrund. toom positioniert sich hier deutlich mit der Aussage „Gut für mich. Gut für die Umwelt. Gut für mein Portemonnaie.“ und stellt dabei den Dreifachnutzen für den Kunden in den Mittelpunkt.

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Wie möchten Sie in Ihrer Funktion als Geschäftsführer einer großen Baumarktkette den Markt positiv beeinflussen?

Wir bei toom agieren nach unseren Unternehmenswerten. Gerade bei nachhaltigen Themen haben wir bereits viel angestoßen und umgesetzt. Eine große Durchdringung kann innerhalb der Branche natürlich bestmöglich erfolgen, wenn viele weitere mitmachen. So zum Beispiel bei dem Thema Fair Trees – je mehr faire Nordmanntannen ihren Weg in deutsche Wohnzimmer schaffen, desto mehr Gutes können wir für die Arbeits- und Lebensbedingungen der Erntehelfer in Georgien tun. Ebenso beim Abbau von Natursteinen, dem Abbau von Torf und im Umgang mit bienengefährlichen Pestiziden. 

Sie haben für toom die Haltung „Respekt“ eingeführt. Was ist damit gemeint?

toom steht für Respekt.  toom motiviert seine Kunden zum Selbermachen und bringt ihnen für ihr Engagement in Haus und Garten Anerkennung und Wertschätzung entgegen. Denn als kompetenter Partner im Bereich Selbermachen ist es toom ein besonderes Anliegen, Kunden zur Umsetzung ihrer Vorhaben und zur kreativen Gestaltung zu motivieren und sie bei der Realisierung ihrer Projekte zu unterstützen. Ebenso ist verantwortliches und respektvolles Handeln im Sinne der Gemeinschaft für toom als Unternehmen der REWE Group Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Basierend auf vier Nachhaltigkeitssäulen hat sich toom zum bewussten und fairen Umgang mit Ressourcen, der Umwelt sowie den eigenen Mitarbeitern und der Gesellschaft verpflichtet. Ein wichtiger Eckpfeiler innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie ist die umweltfreundliche Sortimentsgestaltung in den Märkten – das gilt vor allem für die toom Eigenmarke.

Soziales Engagement ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie. Seit Anfang 2019 unterstützt toom den gemeinnützigen Verein Little Home Köln e.V. Der Verein engagiert sich für obdachlose Menschen. Mit dem Bau kleiner mobiler Häuser hilft er den Menschen, eine Unterkunft zu bekommen. Die Häuser auf Rädern werden auf toom-Parkplätzen gebaut. toom stellt Materialien für die Häuser zur Verfügung. Durch ein Leben im Little Home erhält diese kleine Gruppe von Menschen, die ansonsten obdachlos auf der Straße leben würde, einen Lebensraum sowie einen ersten Einstieg in weitere Hilfen. Dadurch können sie weiterhin in größtmöglicher Freiheit auf der Straße leben, ohne deren Gefahren unmittelbar ausgesetzt zu sein. Vor allem bietet Little Home diesen Menschen das Mindestmaß an Privatsphäre, die ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen ist.

Quellen: toom Baumarkt, Bilder: Depositphotos/Nomadsoul1, mihalec, Text: red