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Raum-Upcycling

Wie eine Bäckerei zum Kunstraum wird

90 Prozent unserer Zeit verbringen wir in Räumen. Grund genug uns intensiv mit diesem Lebensumfeld zu beschäftigen. Um eine effektive Nutzung der Potenziale von Raum und Raumklima zu erzielen, sind manchmal kaum neue Dinge nötige. Das Geheimnis: Upcycling.

Die aus den 60er/70er-Jahren stammende alte Bäckerei sollte zu einem Labor für Kunst und Kommunikation umgebaut werden. Geringes Budget und ein knapper Zeitrahmen legten die Grundlage für: Reduse, Reuse, Recycle. Somit wurde aus dem alten Fundus das gesamte Inventar neu zusammengesetzt, umgebaut oder neu interpretiert.

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Alle Materialien finden sich in einer neuen Zusammensetzung wieder © InteriorPark

Zunächst hat man die rustikalen Holzeinbauten samt abgehängter Decke im vorderen, ehemaligen Verkaufsraum entfernt. Doch die Abrissästhetik hatte Charme, somit wurde der Rohzustand belassen und mit Zitaten der Bäckerei aufgewertet. Ein Fliesenpanel der ehemaligen Wandverkleidung findet sich beispielsweise als Frontseite der Theke wieder. Sitzelemente im Schaufenster wurden aus gebrauchten, patinierten Regalbrettern der Backstube geschaffen und die Sitzflächen selbst aus geflochtenem Backpapier ausgepolstert – eine Replik an duftende Hefezöpfe, Backstuben und traditionelle Handwerkskunst.

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Raumerlebnis zwischen Nostalgie und Neuinszenierung

Man betritt das ehemalige Café nach wie vor durch die originale Glastür. Anders als früher erwartet den Besucher jetzt ein kontrastreiches Raumerlebnis. Denn die außergewöhnliche Atmosphäre des Raums wird durch die Farbe Gold in Kombination mit dunklem Holz bestimmt. Die dunkle Holzverkleidung an Wänden und Decken ist original und lediglich durch Champagner-goldene Fugen hervorgehoben. In deutlichem Kontrast zum vorderen Raum hat das Café eine warme Anmutung und lädt zum prunkvollen Verweilen zwischen Nostalgie und Neuinszenierung ein.

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Tritt man durch die Glastür, dann zeigt sich der Kontrast © InteriorPark

Die architektonischen Gestaltungsansätze und der Kontrast der beiden Haupträume wurde von InteriorPark zusammen mit dem Fotografen und Galeristen Andreas Körner entwickelt. Statt einer umfangreichen, architektonischen Planung im Vorfeld, wurde während des Umbaus direkt auf die Entwicklungen und Raumwirkungen eingegangen. Eine eher unkonventionelle Entstehungsgeschichte, allerdings mit überraschendem Ausgang.

Anstelle der ehemaligen Konditorei samt Café konnten somit ungewöhnliche Räumlichkeiten des künstlerischen Austauschs entstehen – ein Experimentierfeld für Fotografie, Installation, Performance, Intervention, Screening, Diskurs und Dialog.

Die erste Installation realisierte der Künstler Jan Löchte mit goldenen Tortenschachteln an der Decke des Cafés. Die Galerie AK2 ist geboren.

Quelle: InteriorPark / Text: Christina Jung

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Mit den goldenen Tortenschachteln wird die umgebaute Bäckerei zum Kunstraum © InteriorPark