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Strom aus erneuerbarer Energie gut für Umwelt, Klima und Natur.
Erneuerbare Energie

Erneuerbare Energien zeigen den Weg in umweltfreundliche Zukunft

Erneuerbare Energien sind im Trend und ihr Anteil wächst kontinuierlich. Die Deutschen erzeugen mit Solarenergie und Windkraft, aber auch mit Wasserkraft und Geothermie Strom und Energie. Doch wie groß ist deren Potenzial und wie umweltfreundlich sind diese Methoden der Energie- und Stromerzeugung?

Bis in zehn Jahren sollen mindestens 20 Prozent des gesamten Energie-Verbrauchs in der EU durch alternative Energiequellen gedeckt werden. Dies bestimmt die 2008 erlassene EU-Richtlinie zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Zusätzlich sollen staatliche Pakete für eine «grüne» Belebung der weltweiten Wirtschaft sorgen. Die Pläne konzentrieren sich auf die Bereiche Energieeffizienz sowie saubere Energien und beinhalten unter anderem die Themen schadstofffreie Autos, Gebäudesanierungen, Stromversorgung, Transportverkehr, Infrastruktur und Wasserversorgung.

Aber nicht nur öffentliche Hilfsmaßnahmen forcieren den langfristigen Trend hin zu sauberen Energien. Steigende Lebensstandards, ein erhöhtes Bevölkerungswachstum und der noch immer hohe Ölpreis steigern zusätzlich die Nachfrage nach alternativen Energiequellen. Die stärkere Fokussierung auf die erneuerbaren Energien, insbesondere auf deren effizientere Nutzung, hat die Entwicklung neuer Technologien verstärkt. Davon profitieren Unternehmen, die sich mit neuen Energiequellen wie Wind, Solar, Geothermie oder Wellenkraft auseinandersetzen oder modernere Technologien entwickeln, wie verbesserte Turbinen und Brennstoffzellen. 

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Beispiel Schweiz: Nachhaltiger Strom aus Wasser-Kraftwerken

Die sicherste erneuerbare Energie ist Wasser. Weltweit ist diese Form der Stromerzeugung auf Platz zwei mit 16 Prozent des global erzeugten Stroms. Nur die Nutzung von Biomasse hat einen größeren Anteil. Bereits jetzt wird die Grundlast für das Schweizer Stromnetz durch Wasserkraft zur Verfügung gestellt. Moderne Kraftwerke, etwa Staudämme, stellen täglich Energie bereit und sind ein verlässlicher Faktor im heutigen Energiemix.

In der Schweiz wird die Wasserkraft bereits seit Jahrzehnten intensiv genutzt. Allerdings gibt es auch noch viel ungenutzte Wasserenergie: das Meer. Wissenschaftler sehen in seiner erheblichen Bewegungsenergie die Zukunft der Stromversorgung. Allein Großbritannien könnte aus der Nutzung der Meeresströmung und der Wellenenergie zehn Prozent seines gesamten Energiebedarfs decken. Schätzungen gehen davon aus, dass die Wellenenergie pro Küstenmeter bei 15 bis 30 Kilowatt liegt. Die weltweite Gesamtmenge der Wellenenergie wird auf ein Terawatt geschätzt, ein unglaubliches Potenzial, das rund tausend Atomkraftwerken entspricht. Ungefähr 50 Prozent des weltweiten Energiebedarfs könnten damit gedeckt werden.

Die Hoffnung auf eine kommerzielle Nutzung dieser niemals versiegenden Energiequelle hat daher inzwischen zu einem regelrechten Wettlauf zwischen den konkurrierenden Technologien geführt: Mechanische Energie-Gewinnungsformen, wie Gezeitenkraftwerke, Wellenkraftwerke und Strömungskraftwerke, werden bereits heute genutzt. Thermische Energie-Gewinnung hingegen, wie Meereswärme- oder Osmose-Kraftwerke, die Energie aus den Unterschieden im Salzgehalt gewinnen, bieten eher in Zukunft Perspektiven. Und in Deutschland? Laut Informationen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit erzeugen deutsche Wasserkraftwerke in Deutschland 3,4 Prozent des hierzulande produzierten Stroms. Damit sei das Potenzial nahezu ausgeschöpft. (Quelle: www.erneuerbare-energien.de)


Nutzung von erneuerbarer Energie ist gut für Klima und Umwelt.

Die Nutzung erneuerbarer Energie ist gut für den Klima- und Umweltschutz.

Geothermie, also Erdwärme, ist eine umweltfreundliche, ständig verfügbare, von Tageszeiten und Wetter unabhängige Energieform. Schließlich sind 99 Prozent der Erde heißer als 1000 Grad Celsius. Die Nutzung der Erdwärme erfolgt ohne den Ausstoß von schädlichem Kohlendioxid. Außerdem ist der Geothermiestrom volkswirtschaftlich insofern günstig, als dass er keinen zusätzlichen Aufwand zur Beschaffung, Lagerhaltung und Entsorgung benötigt. Bereits in einer Tiefe von 50 bis 100 Metern herrscht eine ganzjährig konstante Temperatur von zwölf Grad. Mittels Erdsonden und Wärmepumpen kann man die Energie aus dem Erdreich nutzen. Viele Anlagen im Privatbereich zeigen, dass dies in der Praxis funktioniert.

In der Schweiz stellen die Einzel-Erdwärmesonden die gängigste Nutzungsart der untiefen Geothermie dar. Allgemein ist das Hot-Dry-Verfahren am bekanntesten. Hierbei erfolgt die Nutzung der Erdwärme aus Tiefen von bis zu sechs Kilometern. Benötigt werden zwei Bohrlöcher: Eines, um kaltes Wasser in die Tiefe zu pumpen, und das zweite, damit das heiße Wasser darin aufsteigen kann. Das Erhitzen des Wassers auf rund 200 Grad Celsius übernimmt die Natur. Zwischen beiden Bohrlöchern stellen natürliche Risse im Gestein, die technisch geweitet werden, einen natürlichen Wärmetauscher dar. Zurück an der Oberfläche gibt das heiße Wasser seine Energie an ein Wärmekraftwerk ab. Erkaltet tritt es anschließend wieder seinen Weg in die Tiefe an. Auch in Deutschland wird die Geothermie in derzeit 24 größeren Anlagen mit 100 kW bis 20 MW genutzt.

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Vom Südwesten Deutschlands bis in die Schweiz und ins Elsass herrschen ideale Wärmebedingungen und Gesteinsvoraussetzungen in den Tiefenschichten bei rund 4 km. Aber auch in Nord-Ost-Deutschland und im bayrischen Molassebecken sind die richtigen Bedingungen gegeben. Bei ganzjährigen Temperaturen von über 170 Grad Celsius liegt hier ein immenser Energieschatz verborgen. Der Marktanteil der Geothermie ist heute noch relativ gering. Jedoch unter den gegenwärtigen politischen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel in der EU durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, wird bereits heute ein hohes Maß an Wirtschaftlichkeit erreicht, so dass die Geothermie einen entscheidenden Beitrag bei der künftigen Gestaltung des Energiemixes darstellt.


Erneuerbare Energien sind Basis für einen effektiven Klimaschutz.

Erneuerbare Energien wie die Windkraft dienen der nachhaltigen Energieversorgung.

In Zukunft mehr Energie aus Windkraft

Die Nutzung von Windenergie bietet in Deutschland das derzeit größte Potenzial an der Energieerzeugung mit erneuerbarer Energie. Die vielen Mittelgebirgslagen und große Landflächen im Osten Deutschlands sind hierzu ideal. Deutschland kann auf eine ausgereifte Technik zählen, deren Praxistauglichkeit erwiesen ist. Bis 2009 waren insgesamt 21.164 Windkraftanlagen installiert, die eine Gesamtleistung von 25.777 Megawatt erzeugen. Der weitere Ausbau und die Modernisierung bestehender, kleinerer Anlagen ist derzeit in der Umsetzung. Und seit August 2009 sind auch sogenannte Off-Shore-Anlagen in Betrieb. Lediglich 12 Windkraftanlagen mitten im Meer nördlich von Borkum produzieren so viel Strom, dass 50.000 Haushalte versorgt werden können.

Doch nicht nur der Energieerlös ist durch die Windenergie enorm. Alleine 87.000 Arbeitsplätze sind hierdurch entstanden und der Gesamtumsatz der Windenergie-Branche lag 2009 bei 5,8 Milliarden Euro.

Solare Energie: Mit der Sonne zum umweltfreundlichen Strom

Auch der Markt für Photovoltaik wird in Zukunft weiter wachsen. Die Produktionskosten in diesem Sektor sind die letzten 20 Jahre signifikant gesunken. Allein von 1980 bis 1996 ist ein Preisverfall von 40 Prozent zu verzeichnen. Die Leistungsdichte (Watt pro Quadratmeter) einer Solarzelle konnte pro Jahr um zehn Prozent verbessert werden, so dass mittlerweile der Siliziumpreis nur noch zu 15 Prozent in den Gesamtpreis einer Solarzelle mit einfließt. Man unterscheidet zwischen Solarthermie und Photovoltaik. Solarthermie-Anlagen dienen zur Warmwasserbereitung und zur Unterstützung der Heizungswassererwärmung. Photovoltaik-Anlagen wandeln mittels Wechselrichter durch Sonnenenergie entstehenden Gleichstrom in Wechselstrom. Dieser kann direkt in das deutsche Stromnetz eingespeist werden. Solarenergie in Deutschland produziert 2010 12 Milliarden KWh (Kilowattstunden) Strom und 5,2 Mrd. KWh Wärme. Daraus ergibt sich, dass Photovoltaik 2010 2% (2009: 1,1%) des Gesamtstrombedarfs abgedeckt hat und Solarthermie 0,4% (2009: 0,3%) des Wärmebedarfs in Deutschland. Auf die erneuerbaren Energien bezogen, hat Photovoltaik mit aktuell 11,8 % Anteil an der Stromerzeugung eine wichtige Rolle in der nachhaltigen Energieversorgung. Mit steigender Tendenz.

Quelle: nachhaltigkeit.org und www.erneuerbare-energien.de

Weitere Tipps und Infos zum Thema erneuerbare Energie finden Sie hier:


Buchtipp:

Hermann Scheer: Der energetische Imperativ. 100 Prozent jetzt: Wie der vollständige Wechsel zu erneuerbaren Energien zu realisieren ist.


  • Das Portal www.erneuerbare-energien.de des Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz und Reaktorsicherheit informiert umfassend zum Thema Erneuerbare Energien.
  • www.thema-energie.de der Deutschen Energie-Agentur dena informieren ebenso ausführlich und gibt eine Menge an Verbrauchertipps zum Thema nachhaltig Leben.

Bild: depositphotos/ elenathewise