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Teich anlegen nicht nur im Naturgarten.

Teich im Naturgarten: Tierischer Planschspaß und gut für die Seele

Pfeilschnell fliegt die Libelle über die Wasseroberfläche, ihre durchsichtigen Flügel flirren im Sonnenlicht. Frösche, Molche und üppige Blumen- und Blütenpracht am und im Wasser. Ein Teich im eigenen, natürlich gestalteten Garten anlegen ist gar nicht so schwer. Das Ergebnis: Wellness für Tier und Mensch gleichermaßen. Eine einfache Anleitung, die nicht nur den Naturgarten bereichert.

Kaum etwas verbreitet so viel idyllisches Flair wie ein eigener Teich im Naturgarten. Schön, wenn man so ein idyllisches Plätzchen genießen kann – besonders, wenn es buchstäblich vor, respektive hinter der Haustür liegt. Der Teichboom der letzten Jahre ist auch aus der Sicht des NABU zu begrüßen, denn mit jedem gut gestalteten Tümpel entsteht ein kleines Feuchtbiotop, ein eigenes kleines Reich für viele Tier- und Pflanzenarten.

Im Naturgarten einen Teich anlegen: Was zu beachten ist und eine Anleitung

Teich anlegen nicht nur im Naturgarten.

Nicht nur die schillernde Libelle freut isch auf einen Teich im Naturgarten.  Foto: (c) NABU/Birkhahn

Ein Teich sollte mindestens acht Quadratmeter groß sein und an schönen Tagen wenigstens sechs Stunden Sonne abbekommen. Große Bäume und Sträucher sollen nicht in der Nähe stehen, denn das abfallende Laub und der damit verbundene Nährstoffeintrag verursacht schnell eine Algenplage. Doch, ein einfacher Trick kann dies, neben einer effizienten Teichpumpe verhindern: Zeitig im Herbst einfach ein Netz darüber spannen und das Laub regelmäßig absammeln.

Das Anlegen eines Teichs im Naturgarten beginnt schon bei der Gestaltung der Uferzone. Der Rand läuft, wie in der Natur, sanft in eine Sumpfzone aus. Ideal ist es, wenn diese Zone durch eine Art Böschung abgetrennt wird, deren Übergang zum Teich oberhalb der Wasseroberfläche liegt. Der Grund: Die diese feuchte Zone liebenden Pflanzen geben so kein Erdreich direkt in den Teich ab.

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Beim Anlegen des Teichs ist eine anschließende Flachwasserzone von 30 bis 50 Zentimetern Tiefe einzuplanen. Ihr größter Teil sollte im Norden des Teiches liegen, damit er von der Sonne gut erwärmt werden kann. Die Tiefzone des selbstgebauten Teichs im Naturgarten, hier ist eine Tiefe von 60 bis 100 Zentimetern einzuplanen, liegt aus der Mitte versetzt im Süden. Sie enthält immer etwas frostfreies Wasser, so dass hier Seerosen gedeihen, Amphibien – und Fische, entscheidet man sich für diese - überwintern können.

Teich anlegen nicht nur im Naturgarten.

Wer einen Teich anlegt kann sein Ufer vielfältig gestalten. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Von japanisch bis Naturgarten. Foto: (c) Thinkstockphotos

Am besten ist es, die Teichform zunächst mit einer Schnur festzulegen, auch die unterschiedlichen Teichtiefen können mit einer Schnur grob „vorgezeichnet“ werden. Dann wird das Anlegen eines Teichs im Naturgarten auch für den ungeübten Hobbygärtner ein Leichtes. Ist der Teichgrund ausgehoben, und sind die unterschiedlichen Tiefen ausgearbeitet, kommt eine mehrere Zentimeter dicke Sandschicht darauf zum Schutz der Folie. Teichfolien gibt es in jedem Baumarkt oder in Gartenbaubetrieben; sie sind preiswert und einfach zu handhaben. Wer Natur pur will, also passend zum Naturgarten, kann auch spezielle Tonelemente verstampfen.

Der Teich im Naturgarten: Weniger ist mehr

Als nächstes bringt man etwa 20 Zentimeter Substrat aus Sand oder Kies ein, als Grundlage für die Pflanzen. Aber Vorsicht: Weniger Pflanzen im angelegten Teich sind mehr! Denn Sumpf- und Wasserpflanzen wachsen schnell. Und noch ein Tipp zu Fischen: Wer ein möglichst natürliches Gefüge im selbst angelegten Teich möchte, sollte auf Fische verzichten. Denn die fressen gerne die Larven von Libelle und Co.

Lust auf einen Naturgarten bekommen? Wie Sie einen Naturgarten anlegen, lesen Sie hier. Biogarten anlegen? Auch hierfür haben wir die grundlegendsten Tipps. Noch mehr Selbermachen? Dann lesen Sie die Artikel Trockenmauer bauen und Kräuterspirale selbst anlegen.

Quelle: NABU-BW, Text: Jürgen Rösemeier