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Torfabbau mit verheerenden Folgen

Torffreie Erden schonen die Moore

Mehr als 90 Prozent der Moore in Deutschland wurden bereits trockengelegt. Wie wichtig der Stopp des Torfabbaus ist, wird jedoch immer deutlicher. Für bestimmte Ökosysteme mit teils seltenen Tieren und Pflanzen, und natürlich für das Klima.

Torfabbau mit verheerenden Folgen

In den Mooren sind große Mengen an Kohlenstoff, und zwar erheblich mehr als zum Beispiel in den Wäldern, gespeichert. Legt man Moore zwecks Torfabbau trocken, werden Treibhausgase wie Kohlendioxid und Lachgas frei und gelangen in die Atmosphäre. Doch das ist nicht das einzige Problem.

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Der Abbau der Moore hat auch negative Auswirkungen auf dort lebende Tiere und Pflanzen. Durch das Verschwinden spezieller Moorarten nimmt auch die Biodiversität innerhalb der Moorlandschaften ab. Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere, darunter auch Insekten, sind durch die Trockenlegung der Moore ernsthaft bedroht.

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Auch für den Wasserschutz haben Moore eine wichtige Funktion. Große Wassermengen, zum Beispiel bei Hochwasser bzw. Überflutungen, können durch Moore abgedämpft und auch gespeichert werden. Dank natürlicher Filterfunktionen gelangen mit dem Wasser, das durch die Moore in die Böden sickert, weniger Schadstoffe wie beispielsweise Nitrate ins Grundwasser.

Torffreie Erde

Pflanzenerden ohne Torf 

Die Trockenlegung der Moore dient der Torfgewinnung – für bestimmte Bereiche der Industrie. Abgebauter Torf findet sich aber auch in handelsüblichen Pflanzenerden für den Privatbedarf. Um dem Torfabbau entgegenzuwirken, wurden in den vergangenen Jahren immer mehr torffreie Erden auf den Markt gebracht. Die Baumarktkette toom beispielsweise hat bereits 2016 damit begonnen, ihr Sortiment an Erden auf torffreie bzw. torfreduzierte Alternativen umzustellen, der Anteil an Torfersatzstoffe über alle Erden liegt heute schon bei über 70 Prozentund viele Produkte sind schon komplett torffrei. Bis 2025 sollen dort nur noch torffreie Erden erhältlich sein. Damit übertrifft das Baumarktunternehmen die Branchenempfehlung von ZGV (Zentralverband Gartenbau e.V.), BdB (Bund deutscher Baumschulen e.V.), VDG (Verband Deutscher Garten-Center e.V.) und BHB (Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V.), wonach bis zum Jahr 2025 Pflanzenerden um 50 Prozent torfreduziert sein sollten und bis 2030 um 70 Prozent.

Ebenso im Pflanzenbereich treibt toom die Torfreduzierung voran und gestaltet sein Sortiment an Pflanzen möglichst torffrei bzw. torfreduziert. Dafür steht auch das Label „PRO PLANET“, welches Pflanzen nur tragen können, sofern das Substrat, aus dem sie gewachsen sind, zu mindestens 50 Prozent aus Torfersatz besteht. Bis Ende 2020 gab es bei toom bereits zehn solcher Pflanzen und das Sortiment soll kontinuierlich weiterwachsen.

Quelle: toom Baumarkt GmbH (REWE Group); Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) – Friends of the Earth Germany, Bilder: toom/gettyImages/shutterstock/AdobeStock, Autor: red