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Alltagsprodukte in denen sich Plastik versteckt
Verstecktes Plastik erkennen

37 Alltagsprodukte in denen sich Plastik versteckt

Nicht allein Flaschen, Tüten und Verpackungen aus Plastik sind ein Umweltproblem. Auch Mikroplastik belastet Mensch und Natur. Häufig versteckt und erst auf den zweiten Blick erkennbar, lauert es in unzähligen Alltagsprodukten und verbreitet unbemerkt sein gefährliches Potential.

Wie gefährlich ist Mikroplastik für den menschlichen Körper?

Plastik hat fatale Auswirkungen auf unsere Umwelt. In der Natur zerfallen Plastiktüten, Verpackungen, Kunststoffflaschen und Co zu winzig kleinen Teilchen, dem sogenannten Mikroplastik, und gelangen über Fließwasser und Wind in die Meere, auf Ackerböden und damit auch in unsere Nahrungskette. An der medizinischen Universität in Wien konnten Forscher im letzten Jahr erstmals Mikroplastik im Darm von Menschen nachweisen.

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Die winzigen Kunststoffpartikel finden sich aber nicht nur in Fischen, Trinkwasser, Honig oder Milch wieder, sondern auch in unzähligen anderen Alltagsprodukten. In vielen Kosmetik- und Haushaltsartikeln, Wasch- und Putzmitteln, Lebensmittelverpackungen und Textilien ist industriell hergestelltes Mikroplastik, sogenanntes primäres Mikroplastik, wie Schleifmittel, Korrosionsschutz, Flüssigkunststoffe oder Naturfaserersatz enthalten, von dem aus Sicht vieler Mediziner auch verheerende Folgen unsere Gesundheit ausgehen. Kunststoffpartikel gelangen mittlerweile auf den unterschiedlichsten Wegen in unseren Körper. Es istnicht leicht, sich komplett davor zu schützen, aber es gibt auch einige Tipps um Mikroplastik aus dem Weg zu gehen?

Wie erkennt man Mikroplastik in Alltagsprodukten und wie lässt es sich vermeiden?

Grundsätzlich ist ein umweltbewusster und nachhaltiger Umgang mit Plastik die beste Lösung. Dabei gilt es vor allem den Plastikverbrauch, gleich welcher Art, im Alltag zu reduzieren. Für Verbraucher*innen sind Kunststoffanteile in Wasch- und Reinigungsmitteln oder Kosmetika nur schwer zu erkennen. Beim Einkauf empfiehlt es sich dennoch genau hinzuschauen und auf industrielle Schleif- und Peelingzusätze zu verzichten. Über verschiedene Apps lassen sich beispielsweise auch verschlüsselte Plastikzusätze direkt vor Ort in der Liste der Inhaltsstoffe identifizieren. Garantiert ohne Mikroplastik sind zertifizierte Naturkosmetik oder Bio-Produkte. Schnell und einfach lässt sich Plastik beim Einkauf auch vermeiden, indem man auf das neue Konsumenten-Siegel "Flustix" achtet, das plastikfreie Produkte kennzeichnet. Plastik in Alltagsprodukten ist aber oft auch erst auf den zweiten Blick erkennbar. Einen Überblick, worin und in welcher Form sich industrielles Mikroplastik versteckt, zeigt eine Liste von Flustix.

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LISTE 37 ALLTAGSPRODUKTE IN DENEN SICH PLASTIK VERSTECKT

Kosmetika und Körperpflege

In Kosmetika versteckt sich oft Plastik

  • Mikroplastik zur größeren Schmierfähigkeit: Um besser zu haften oder nicht davon zu fließen, werden Bodylotions, Hand-/ Sonnen-/ Gesichtscremes, Duschgels, Shampoos und Handseifen mit Flüssigpolymeren angereichert. Zusätzlich sorgt u.a. Mikroplastik als Filmbildner für Glanz und Geschmeidigkeit.
  • Zahnpasta enthält oft kleinste Plastikpartikel für seine Schmirgelfunktion.
  • Peelings weisen häufig Mikroplastik als Schleifkörper zur Entfernung von Hautschuppen auf.
  • Lippenstifte, Lidschatten und Puder sollen mit Mikroplastikbestandteilen als Bindemittel kompakter sein.
  • (Wasserfester) Mascara ist fast immer mit Flüssigkunststoffen angereichert.
  • Nagellack ist, wie die meisten Farben und Lacke, mit Mikroplastik versetzt, damit sie dickflüssiger und widerstandsfähiger sind.
  • Feuchttücher sind nicht etwa wie oft geglaubt aus Zellulose-Tuch hergestellt, sondern häufig aus einem Polyester-Viskose-Mix.

Reinigungs- und Putzmittel

  • Reinigungs- und Putzmittel wie z.B. Toilettenreiniger sind mit Flüssigkunststoffen bzw. gelartigen Cross-Polymeren angereichert.
  • Speziell für kratzempfindliche Oberflächen werden in Glaskeramik- und Kochfeldreinigern milde schleifende Mikroplastikpartikel eingesetzt.
  • In Waschmittel und Weichspüler verstecken sich ebenfalls häufig wasserlösliche Polymere und Mikroplastik.

Haushalt und Alltägliches

  • Minen von Blei- und Buntstiften werden zum Zwecke der Bruchfestigkeit mit einer hauchdünnen Kunststoff-Ummantelung versehen.
  • Zigarettenfilter basieren auf Zellulose-Acetat, einem so genannten „Bioplastik“, dessen Zersetzung lange dauert oder nicht einmal zu 100% gewährleistet ist.
  • Backpapier sollte eher ‚Backplastik‘ heißen, denn es hat eine Anti-Haft-Kunststoffbeschichtung aus Silikon, die in billigeren Mixturen sogar noch Chromsalze enthält.
  • In Kissen- und Sitzmöbel-Polstern werden heutzutage oft Kunstfasern oder Schaumstoffe verwendet, wobei typische Matratzenfüllungen aus Polyurethan schwer zu recyceln bzw. zu entsorgen sind und sogar eine Verbrennung sehr energieaufwändig ist.
  • Tampons werden oft mit einer dünnen Plastik-Beschichtung versehen, um Komfort beim Ein- und Ausführen zu gewährleisten und auch das Rückholbändchen besteht aus synthetischen Fasern. Der Tampon gibt im Körper das Plastik ab.
  • Glitzer besteht in der Regel aus Kunststoff oder aus Kunststoff beschichtetem Aluminium.

Textilien

Polyester, Polyamid und Polyacryl

  • Polyester, Polyamid, Polyacryl in Stoffen sind zu neuen Klassikern geworden und täuschen gerne Naturfaseroptik und -haptik vor. Mit jedem Waschgang gelangen schädliche Mikrofasern über das Abwasser in die Umwelt und zurück in das Trinkwassersystem.
  • Speziell das Nähgarn wird zum größten Teil aus Polyester hergestellt und versteckt sich somit in fast jedem Kleidungsstück, sogar in zertifizierten Produkten mit der Aussage „100 % Baumwolle“. Lycra, Spandex und Elasthan bestehen größtenteils aus Polyurethan und werden aufgrund ihrer hohen Elastizität und guten Färbbarkeit in Verbindung mit anderen Fasern für dehnbare Gewebe wie Strümpfe, Bade-, Unterwäsche- und Sportbekleidung eingesetzt.

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Food und Lebensmittelverpackungen

  • Brauereien schütten bei der Herstellung von Bier vorübergehend das Kunststoffgranulat Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) in das Bier, damit es länger klar bleibt – Rückstände könnten sogar erhalten bleiben.
  • 90 % der Tafelsalze weltweit enthalten bereits nachgewiesen Mikroplastik.
  • In Wurst, Käse, Oliven, Nüssen, Schokolade u.v.m. verbergen sich Plastikanteile. Laut EU-Kunststoffverordnung darf jede Kunststoffverpackung auf das eingepackte Lebensmittel – je nach Dicke der Verpackung – bis zu 10% der Plastikverpackung auf das Lebensmittel übertragen. Mediziner vermuten verheerende gesundheitliche Folgen.
  • In Wurst-, Käse- und Backwarenpapier ist für dem Frischhalteschutze eine dünne Plastikschicht eingearbeitet.
  • Mikroplastik konnte in 80% von Mineral- und Leitungswasserproben nachgewiesen werden.
  • Die Kaumasse in Kaugummis ist meistens aus einer Polymer-Basis, bestehen also aus synthetischem Gummi.
  • Lebensmittel- und vor allem Tiefkühlverpackungen sind zum Frischhalte-, Fett- und Feuchtigkeitsschutz mit einem Plastikfilm überzogen bzw. mit einer dünnen Plastikschicht aufgebaut und können daher nicht im Papiermüll recycelt werden.
  • Konservendosen wie auch Getränkedosen haben eine Innenbeschichtung aus dem Kunststoff Epoxidharz, die als Korrosionsschutz dient, aber auch Schadstoffe wie Bisphenol A, welches für Babys bereits verboten ist, enthalten und freisetzen können.
  • Metall-Schraubdeckel für Glasflaschen sowie Kronkorken sehen wie Metall aus, kommen innen aber nicht ohne Plastikabdichtung aus.
  • Kaffeefilter und Teebeutel werden mit Nassfestmitteln aus Kunststoffen angereichert, um die Festigkeit des Zellstoffs zu erhöhen. Teebeutel werden außerdem oft mit Polyethylen heißversiegelt, also zusätzlich zum Fadenverschluss mit Klebstoff verschlossen. Die Plastikbestandteile können so in den Tee migrieren.
  • TetraPak, Saftverpackungen & Co bestehen aus einem Kartonverbund, d.h. sie sind mehrmals verklebt, enthalten außer Aluminium und Karton auch vier Schichten Plastik.
  • Mischkunststoffe kommen u.a. bei Chips-Tüten zum Einsatz, diese sind nur schlecht bis gar nicht recycelbar.

Papier und Pappe

  • Etiketten und Aufkleber auf z.B. Äpfeln oder anderen Produkten sind mit Klebstoffen, also Plastik, versehen.
  • 90% aller verwendeten Klebstoffe in der Verpackungsindustrie enthalten Kunststoffe.
  • Verpackungen aus Pappe werden häufig mit Klebestreifen verklebt und/oder verschlossen, welche im Recycling nicht entfernt werden können und damit weitere Recyclingprodukte kontaminieren. Recyclingpapier und -karton ist je nach Reinheitsgrad in Abhängigkeit vom jeweiligen Recyclingprozess von 0,3 % bis zu zweistelliger Prozentzahl mit Kunststoffresten aus dem Altpapier verunreinigt.
  • Besonders hochwertiges, glänzendes und glattes Papier wird häufig mit einer Folierung bzw. mit Kunststoff-Bestandteilen optimiert.
  • Kassenzettel sind aus Thermopapier, also einem wärmeempfindlichen Mehrkomponenten-Papier mit Kunststoffschicht und sind daher nicht recyclebar, sondern gehören in den Restmüll.
  • Toiletten- und Küchenpapiere sind zunehmend mit kleinsten Plastikrückständen kontaminiert, insbesondere billig recycelte Papiere.

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Plastikfrei Einkaufen mit dem Flustix Siegel

Flustix


 

Als neues Nachhaltigkeitssiegel kennzeichnet Flustix plastikfreie Alltagsprodukte. In einem mehrstufigen, unabhängigen Verfahren werden die Produkte auf Kunststofffreiheit geprüft und zertifiziert. Ziel des  Flustix-Siegels ist es, dem Verbraucher eine zuverlässige Orientierung beim plastikreduzierten Einkauf an die Hand zu geben. Gleichzeitig soll die Möglichkeit der Identifizierung von plastikfreien Produkten und damit Vermeidung von Plastikmüll zu einem weitreichenden Beitrag für den Umweltschutz wachsen und  auch innovativen Wirtschaftsakteuren helfen ihre Nachhaltigkeit in puncto Plastik zu kommunizieren.

Quellen: www.flustix.com, www.meduniwien.ac.at, www.codecheck.de, Bilder: Depositphotos/matka_Wariatka, 5PH, merznatalia, andrej_k, VitalikRadko, Text: Tine Esser

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