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Frau öffnet Backofen
Kosten senken

Stromfresser im Haushalt identifizieren

Strom gehört zu den Ressourcen, die immer kostspieliger werden. Auf Dinge wie den Kühlschrank, die Waschmaschine oder gar den Fernseher zu verzichten, ist für den Menschen selbstverständlich unvorstellbar. Daneben gibt es jedoch Haushaltsgeräte, die regelrechte Stromfresser sind. Doch wie identifiziert man sie und gibt es Möglichkeiten, ihren Verbrauch zu drosseln?

In vielen Fällen ist es dem Verbraucher gar nicht bewusst, wie viel Strom er eigentlich verbraucht. Die bittere Überraschung kommt dann mit der jährlichen Abrechnung, die eine hohe Nachzahlung offenbart. Oftmals ist es leider so, dass viele Geräte Strom verbrauchen, der eigentlich gar nicht benötigt wird. Am Ende rächt sich das.

Prinzipiell lohnt es sich, nach versteckten Stromfressern zu suchen. Denn sie machen einen Großteil der Stromrechnung aus. Nachfolgend finden Sie daher eine Zusammenfassung mit zusätzlichen Tipps, wie Sie mehr Strom einsparen können.

Stromfresser in der Küche

Allein in der Küche gibt es zahlreiche Haushaltsgeräte, die an den Strom angeschlossen sind und häufig mehr davon verbrauchen als nötig. Mit dazu zählt:

  • Elektroherd: Je nach Alter verbraucht ein Elektroherd circa 445 Kilowattstunden Strom. Um seinen Verbrauch zu dezimieren, gibt es ein paar einfache Tricks. So lohnt es sich zum Beispiel, einen Liter Wasser gleich mit dem Wasserkocher zu erhitzen und diesen dann in den Topf zum Kochen zu geben. Zudem sollte beim Kochen stets die richtige Plattengröße ausgewählt werden, um keine Energie zu verschwenden. Bereits das Auflegen des Deckels auf den Topf kann auf längere Sicht ordentlich Strom einsparen.
  • Kühlschrank: Er gehört mit zu den Elektrogeräten, bei denen man extrem viel falsch machen kann. Ist zum Beispiel die Temperatur im Inneren zu niedrig eingestellt, läuft er auf Hochtouren und verbraucht somit mehr Strom. Allein die Aufstellung in einer kühleren Ecke der Küche kann Strom einsparen, genauso wie die Einstellung der korrekten Kühltemperatur. Ebenso lohnt es sich, Reste vom Mittagessen zunächst abkühlen zu lassen, ehe man sie im Kühlschrank lagert.
  • Gefrierschrank: Genauso wie der Kühlschrank ist auch der Gefrierschrank von einem höheren Stromverbrauch betroffen. Er läuft praktisch ununterbrochen und kommt somit (je nach Modell) auf einen jährlichen Verbrauch von bis zu 415 Kilowattstunden Strom. Wichtig ist, stets die Tür geschlossen zu halten und ihn nur dann zu öffnen, wenn man es wirklich muss. Ferner ist es sehr sinnvoll, ihn nicht zu überladen.
  • Geschirrspüler: Sein hoher Stromverbrauch ist häufig ein Grund dafür, warum es auch heute noch zahlreiche Menschen gibt, die per Hand abspülen. Er verbraucht zwar weniger Strom als Kühl- oder Gefrierschrank, doch summiert sich die Menge seines Verbrauchs logischerweise, wenn er regelmäßig eingeschaltet wird. Um hier Strom zu sparen, lässt man ihn nur dann laufen, wenn er auch wirklich angemessen beladen ist. Zwar gibt es inzwischen Geräte, die erkennen, wenn eine Maschine voll beladen ist oder nicht. Doch verbrauchen sie bei einer zu 50 Prozent beladenen Maschine noch immer mehr, als wäre sie voll.

In der Regel hilft es bereits, sich zu überlegen, wie man die Geräte jeweils effizient benutzt. Es sollte zum Beispiel logisch sein, dass Gefrier- und Kühlschrank mehr Arbeit haben, wenn sie über einen langen Zeitraum geöffnet bleiben.

Waschmaschine und Trockner - Korrekt benutzen und Strom einsparen

Waschmaschine

Selbst heutzutage verzichten viele Verbraucher noch immer auf die Nutzung eines Wäschetrockners, weil er - neben der Waschmaschine - einer der größten Stromfresser schlechthin ist.

Dennoch ist seine Nutzung äußerst praktisch und besonders in kleineren Wohnungen, in denen es ohnehin nicht genügend Platz zum Aufhängen von Wäsche gibt, eine echte Bereicherung. Wer nicht auf seine Verwendung verzichten möchte, sollte dafür sorgen, ihn nach dem Trocknungsgang möglichst rasch auszuräumen. Denn je länger sich die Wäsche in der Trommel befindet, desto mehr Strom wird auch verbraucht.

Bei der Waschmaschine hingegen handelt es sich um ein unverzichtbares Gerät, ohne das niemand mehr auskommen möchte. Glücklicherweise gehört sie zu den Haushaltsgeräten, deren Verbrauch sich leicht steuern und eindämmen lässt. Ein besonderes Merkmal sollte auf dem nachhaltigen Waschen liegen. Denn oftmals läuft die Maschine nur halb beladen oder es liegt sogar nur ein Kleidungsstück in der Trommel. Derartige Vorgehensweisen verbrauchen unnütz Strom und sollten daher vermieden werden.

Generell gilt: Die Trommel sollte immer möglichst voll sein. Weniger Waschladungen pro Woche bedeuten auch einen geringeren Stromverbrauch.

Ferner spielt die Waschtemperatur eine Rolle. Zwar sind 90-Grad-Wäschen hin und wieder zu empfehlen (allein aufgrund der Reinigung der Maschine), doch genügen für die sonstigen Waschgänge durchaus Temperaturen von 30 Grad Celsius. Diese Programme laufen sehr viel stromsparender.

Übrigens: Eco-Programme laufen zwar etwas länger, verbrauchen jedoch kurioserweise weniger Strom. Ein weiterer Vorteil: Beim Gebrauch solcher Programme wird auch noch Wasser eingespart.

Versteckte Stromfresser im Wohn- und Arbeitsbereich

Man möchte annehmen, dass gerade im Wohn- und Arbeitszimmer weniger Strom verbraucht wird. Ein großes Problem hierbei sind jedoch die versteckten Stromfresser, die nicht einmal offensichtlich Energie verbrauchen.

Frau am Fernsehschauen

Hier nur einmal ein paar Beispiele:

  • Fernseher: Je nach Modell verbraucht er selbst dann noch Strom, wenn er nicht einmal eingeschaltet ist. Zwar wurde in den letzten Jahren immer mehr darauf hingearbeitet, dass sie im Stand-by-Modus nicht mehr viel Strom verbrauchen, doch hängt es auch immer ein wenig von der Ausstattung ab. So rufen Smart-TVs alle paar Stunden den Programmindex ab und brauchen hierfür selbstverständlich wieder mehr Strom. Zudem lohnt es sich, das Gerät abzuschalten, wenn man sich nicht einmal im Raum befindet.
  • TV- und Stereo-Zubehör: Verschiedenes Zubehör wie eine Hi-Fi-Anlage verbraucht, ebenso wie der Fernseher, im Stand-by Strom. Häufig schalten sie sich sogar gemeinsam mit dem TV-Gerät ein, obwohl sie nicht benötigt werden. Tipp: Die manuelle Ein- und Ausschaltung des Geräts sollte eingeschaltet bleiben. Ein Gerät, welches mehr Strom verbraucht, als man es vielleicht glaubt, ist auch der TV-Receiver. Enthält er zum Beispiel eine Festplatte und kann das Programm aufzeichnen, verbraucht er selbst im Stand-by-Betrieb so viel Strom wie die früheren Fernsehgeräte. Einfache Lösung: Stecker ziehen, wenn er nicht gebraucht wird.
  • Ladegeräte: Wer ein Smartphone oder Tablet besitzt, kennt es sehr gut - Das Ladegerät bleibt meist in der Steckdose eingesteckt. Eigentlich sollte es keinen Strom verbrauchen, am Ende kommt es trotzdem dazu. Um hier sparsamer zu agieren, heißt es: Ladegerät herausziehen, wenn man nicht gerade ein Gerät auflädt.
  • Beleuchtung: Oftmals verdeckt ist auch der Stromverbrauch der Beleuchtung. Je nach verwendeter Glühlampe ist dies mehr oder weniger. Daneben spielt die Beleuchtungsart eine Rolle. Viele Systeme arbeiten heutzutage beispielsweise mit Abschaltautomatiken, um den Verbrauch niedrig zu halten. Die Verwendung einer LED-Beleuchtung kann ebenfalls beim Strom sparen helfen.

Im Büro sollte man Computer, Drucker und Co. unter die Lupe nehmen. Hier hilft es, den Stromverbrauch gering zu halten, indem man sie nur während der Arbeit einschaltet. Kombi-Geräte inklusive Scanner, Drucker und Faxgerät sparen mehr Strom ein als jeweils separat aufgestellte Geräte.

Heizungsanlage und Wasserboiler checken

So manch alte Heizungspumpe verbraucht pro Jahr eine Menge von bis zu 500 Kilowattstunden Strom. Unterdessen hält der eine oder andere Wasserboiler den ganzen Tag das Wasser warm, obwohl es nur morgens und abends benötigt wird. Der überflüssig verbrauchte Strom kommt den Nutzer dabei häufig teuer zu stehen.

Dabei gibt es heutzutage zahlreiche energiesparende Anlagen, die das Sonnenlicht als Ressource nutzen oder Einstellungen besitzen, die dem Haushalt gemäß optimiert werden können. Es lohnt sich daher, derlei Anlagen durchzuchecken und gegebenenfalls anzupassen. Häufig wird die Umstellung sogar staatlich bezuschusst.

Alter spielt ebenfalls bedeutende Rolle

Ein Kriterium, welches bei der Lokalisierung eines Stromfressers immens helfen kann, ist das jeweilige Alter. Im Laufe der Entwicklung fertigt die Industrie immer mehr Geräte, die in Bezug auf den Stromverbrauch optimiert sind. Daher ist es durchaus empfehlenswert, sie von Zeit zu Zeit auszutauschen.

Bei Waschmaschine, Trockner und Co. ist von einem Höchstalter von sieben bis acht Jahren die Rede, beim Fernseher sind es zehn Jahre, nach denen ein Austausch sinnvoll ist. Beim Kauf ist es außerdem immer empfehlenswert, auf das Energielabel zu achten. Dank diesem ist eine klare Einsortierung in unterschiedliche Klassen (von A+++ bis D) möglich, die sich rund um den Energieverbrauch drehen. Geräte, an denen ein grünes Energielabel angebracht ist, sind in der Regel stromsparend und arbeiten sehr energieeffizient.

Quellen: Bilder: Depositphotos/Vera_Petrunina, monkeybusiness, AlexShadyuk, Text: red