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Felicity Irons ist eine der letzten Binsen-Weberinnen
Tradition trifft Moderne

Alte Webtechnik zaubert Designer-Stuhl!

 Ein Designer macht Weberei wieder cool: Mit dem Rush Chair hat er einen Stuhl aus geflochtenen Binsen entwickelt, der Handwerkskunst in völlig neuem Licht zeigt. So dynamisch kann ein traditionelles Kunsthandwerk aussehen, wenn man es mit moderner Technologie vermischt.

Nur Dornröschen webte noch mit der Hand. Oder etwa nicht? Felicity Irons ist eine der letzten Binsen-Weberinnen in Europa. Jedes Jahr zwischen Juni und August fährt sie auf die Flüsse im zentralen England hinaus, um an deren Ufern die Binsengewächse zu pflücken. Aus ihnen zaubert sie mit Hilfe einer alten Webtechnik moderne Designer-Stühle, die das Beste aus Tradition und Moderne zusammen bringen. Die Stühle sind zu hundert Prozent natürlich und ein echter Eye-Catcher!

Traditionelle Handwerkskunst in neuem Licht

Im Zuge der Industriellen Revolution dominieren mittlerweile in nahezu allen Branchen maschinelle Herstellungsprozesse in Fabriken. Viele traditionelle Handwerkskünste sind längst ausgestorben, andere verschwinden zunehmend. Wieder andere erleben gerade eine echte Renaissance: Immer mehr Designer verbinden neuere Technologien inzwischen mit traditionellem Wissen und präsentieren alte Handwerkskünste wie die Handweberei in einem völlig neuen Licht. Sie wollen zeigen: Auch alte Kunsthandwerke sind immer noch relevant in der heutigen Zeit! Ist der „Rush Chair“ des Londoner Designers Christopher Jenner als ein aus Binsen geflochtener Stuhl eine Art Revolution der alten Webtechnik?

Traditionelle Handwerkskünste

Tradition und Innovation in einem Produkt. 

Designer-Stuhl aus geflochtenen Binsen

Felicity Irons produziert die Stühle, die Designer Christopher Jenner entworfen hat. Sie pflückt an drei englischen Flüssen verschiedene Binsensorten, vor allem Teichbinsen, und transportiert sie auf traditionelle Art an Land. Ihre Technik geht auf viele Jahrhunderte zurück und ist ähnlich wie der Rush Chair selbst absolut zeitlos. 

Binsen sammeln für den tollen Designer Stuhl

Künstlerin Felicity auf Materialfang.

Verarbeitung der Binsen

Die Binsen müssen anschließend trocknen, wobei sie ihr Gewicht auf bis zu fünf Prozent reduzieren. Schließlich wendet Felicity eine spezielle, alte Webtechnik an, um die Sitze der Stühle zu weben. An einem Stuhl webt sie bis zu sieben Wochen lang von Hand. Das Gestell des Stuhls besteht aus verschiedenen Holzfasern. Zwischen die oberen und unteren Holzelemente wird der von Hand gewebte Sitz aus Binsen befestigt, nachdem das Ganze wie eine Art Sandwich zusammen gefügt wurde. Eichendübel halten das Konstrukt fest zusammen. Präsentiert wird der Designer-Stuhl aktuell in der Gallerie FUMI in Porto Cervo, Sardinien.

Fertiges Produkt

Designer-Stuhl aus Holz und Binsen.

Das Beste aus Holz und Webtechnik

Der Rush Chair sieht nicht nur fantastisch aus, er ist auch zu hundert Prozent natürlich vom Pflücken bis hin zum Trocknen und schließlich Weben. Während der gesamten Herstellung werden keine Chemikalien verwendet. Der Designer-Stuhl ist eine einzigartige Verbindung aus Holz und Webtechnik und verbindet traditionelles Wissen mit der Moderne. Entstanden aus einer Freihand-Zeichnung, konnte er durch modernste 3D-Technik in ein handfestes Modell umgewandelt werden. Seine Form gibt das Prinzip der Endlosschleife wieder, mit der die alte Webtechnik funktioniert. Ein schönes Sinnbild und ein gelungener Beweis dafür, dass digitales Zeitalter und alte Handwerkskunst zusammen sitzen wie angegossen!

Detailreiche HandwerkskunstAlte Webtechnik modern genutzt.

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Quellen: TreeHugger, Designboom, Gallery FUMI, Christopher Jenner, Felicity Jones, Bild: Courtesy of Gallery FUMI, Text:  Isabel Binzer