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Home-Office
Home-Office – So klappt‘s

Home-Office – So klappt das Arbeiten zu Hause

Home-Office hat viele Vorteile – keine langwierige Pendelei, flexiblere Kinderbetreuung und weniger Ablenkungen sind nur einige davon. Allerdings sollte man einige Regeln einhalten, damit die Telearbeit auch wirklich reibungslos läuft. 

Vor- und Nachteile der Heimarbeit

Man hat das Gefühl, dass im deutschsprachigen Raum noch immer ein gewisser Vorbehalt gegen das Home-Office herrscht. Nicht nur schicken viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter ungern zum Arbeiten nach Hause, auch Arbeitnehmer machen sich Sorgen, dass sie dort nicht so produktiv sind wie am „richtigen“ Arbeitsplatz und den Anschluss an die Kollegen verlieren. Aber das ist unbegründet, denn mit ein paar einfachen Tipps klappt die Telearbeit mindestens genauso gut.

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  1. Zugriff sicherstellen

Um im Home-Office richtig arbeiten zu können, brauchen Sie Zugriff auf alle relevanten Informationen und Ihr E-Mail-Postfach. Am besten sollte noch eine Weiterleitung vom Arbeitstelefon auf das heimische Festnetz eingerichtet werden. Wenn aufgrund von technischen Einschränkungen oder Sicherheitsfragen kein direkter Serverzugriff möglich ist, müssen Sie alle Dateien, Ordner etc. mit nach Hause nehmen. Das verlangt viel Organisationsvermögen, eine vergessene Datei kann die Arbeit manchmal um mehrere Tage verzögern. Überlegen Sie also im Vorfeld gründlich, was Sie zum richtigen Arbeiten brauchen. Wenn Sie Kollegen im Büro haben, die Ihnen fehlende Dokumente zur Not schicken können, erleichtert das die Situation natürlich ungemein.

Frau macht Home-Office

  1. Arbeitszeiten einhalten

Natürlich gelten auch im Home-Office die üblichen Arbeitszeiten. Manch ein Arbeitgeber mag fürchten, dass sein Mitarbeiter faul auf dem Sofa liegt und Serien streamt. Viel häufiger ist jedoch das Gegenteil der Fall: Im Home-Office wird eher länger gearbeitet als am Büro-Arbeitsplatz. Vor der ersten Tasse Kaffee schon E-Mails checken und nachts im Bett den letzten Report lesen? Das führt geradewegs ins Burnout. Natürlich gibt es immer mal wieder stressige Phasen. Für den Normalfall sollte man sich aber an feste Zeiten halten. Gerade, wenn es keine Präsenzzeiten gibt, ist es umso wichtiger, sich selbst Start- und Endzeiten sowie Pausen festzulegen, an denen man den Schreibtisch einfach mal verlässt. Überstunden sind natürlich möglich, sollten aber gerade zu Hause nicht zur Routine werden. Ein kleines Ritual kann helfen, den eigenen Kopf in den Arbeits- oder Freizeitmodus zu schalten: vor Arbeitsbeginn eine Tasse Kaffee kochen, nach Schluss den Computer runterfahren und den Schreibtisch aufräumen – kleine Handlungen reichen oft schon aus, um sich in das richtige Mindset zu versetzen.

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  1. Arbeitsplatz einrichten

Mit dem Laptop im Bett arbeitet es sich nur schwer. Diesen Ort verbindet man mit Entspannung und Erholung. Die Gefahr, ein kurzes Nickerchen zu machen oder – im Gegenteil – die Arbeitssorgen nachts mit in den Schlaf zu tragen, ist einfach zu groß. Sofern es Platz dafür gibt, sollte der Arbeitsbereich deswegen räumlich vom „Erholungsbereich“ getrennt werden. Natürlich hat nicht jeder ein komplett eingerichtetes Arbeitszimmer zur Verfügung. Aber auch in einer Einzimmerwohnung lässt sich sicher ein Eckchen finden, das man zum offiziellen Arbeitsbereich erklären kann: eine Fensternische mit einem kleinen Schreibtisch reicht schon aus. Gibt es keinen Schreibtisch, tut es übergangsweise auch der Küchentisch. Hauptsache, man kann sich abends an einen Ort zurückziehen, der frei ist von allen Arbeitssorgen. Langfristig sollte man natürlich in einen ergonomisch korrekten Stuhl und anpassbaren Schreibtisch investieren, sonst drohen über kurz oder lang Rückenschmerzen und Haltungsbeschwerden.

  1. Kontakt mit Kollegen halten

Videochat mit Arbeitskollege

Nette Kollegen, mit denen man in der Kaffeepause quatschen und Ideen austauschen kann, gehören zu den großen Vorteilen eines richtigen Büros. Das Home-Office kann sich deswegen einsam und isoliert anfühlen. Aber die moderne Technik leistet hier Abhilfe. Inzwischen gibt es zahlreiche Online-Plattformen für Video-Konferenzen und Gruppenchats, beispielsweise Google Hangouts oder Skype. Auf diesem Wege kann man sich problemlos mit Kollegen zusammentelefonieren. Wie wäre es beispielsweise mit einer gemeinsamen Mittagspause vor dem PC, um sich über die neuesten Serien auszutauschen? In einem Chat kann man Ideen jonglieren, Konzepte besprechen oder offene Fragen klären. Außerdem ist es wichtig, sich auch im Home-Office regelmäßig mit seinem Vorgesetzen über die aktuellen Aufgaben auszutauschen. Ein regelmäßiger Jour fixe – telefonisch oder per Video – hält alle auf dem Laufenden.

  1. Haushalt und Kinder organisieren

Die Vorstellung ist verlockend: von zu Hause arbeiten und nebenbei die Wäsche machen und die Hausaufgaben der Kinder überwachen. In der Praxis schaffen das jedoch nur die Wenigsten. Die Waschmaschine schleudert so laut, dass man den Gesprächspartner am Telefon nicht versteht, die Kinder streiten sich und verlangen nach einem Schlichter, der Postbote klingelt. Das Chaos ist perfekt. Produktives Arbeiten ist so kaum möglich und der professionelle Eindruck ist dahin. Deswegen sollte man alle Hausarbeiten, wenn möglich, außerhalb der Arbeitszeiten erledigen. Wenn einen der Anblick des Wäschestapels stört, versteckt man diesen einfach im nächsten Zimmer. Für wichtige Telefonate und hochkomplexe Arbeiten sollte man möglichst eine anderweitige Betreuung für die Kinder organisieren. Und die Nachbarn freuen sich zwar bestimmt über das angenommene Paket, das heißt aber nicht, dass man zur Postfiliale mutieren muss.

Home-Office mit Kind

Um ungestört arbeiten zu können, empfiehlt es sich eine Betreuung für die Kinder zu organisieren

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  1. Motivation finden

Es ist nicht zu unterschätzen, wie sehr die produktive Arbeitsatmosphäre im Büro auch die eigene Motivation beeinflusst. Gerade, wer es nicht gewohnt ist, seine Arbeit selbstständig zu organisieren, tut sich unter Umständen schwer damit, nun vollkommen auf sich allein gestellt zu sein. Selbstdisziplin und vorausschauende Planung retten über die Zeit hinweg, bis man sich auch zu Hause eine Routine erarbeitet hat. Tägliche To-do-Listen, am besten mit grob geschätzten Zeitangaben, strukturieren den Tag und erleichtern den Überblick. Manche Home-Officer schwören auch darauf, sich morgens in die korrekte Arbeitskleidung zu werfen – sei es der Hosenanzug oder einfach nur die bessere Jeans –, manch anderer kann auch in der Jogginghose konzentriert arbeiten. Hier heißt es: Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Jeder ist anders und was für den einen super funktioniert, daran scheitert ein anderer. Geben Sie sich also die Zeit, sich an die Arbeit zu Hause zu gewöhnen und neue Rituale und Routinen zu entwickeln, mit denen Sie auch hier hochkonzentriert und produktiv sind. Dann klappt’s auch bald mit dem Home-Office.

Quellen: Bilder: Depositphotos/monkeybusiness, undrey, gzorgz, IuriiSokolov, Text: Julia Lucas