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Demenz Wenn die eigene Biografie verschwindet

In Deutschland sind etwa 1,4 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen. Da die Babyboomer der 60iger Jahre bald in Rente gehen, ist davon auszugehen, dass die Zahl der Demenzkranken bis zum Jahr 2050 auf rund 3 Millionen steigen wird. Eine erfolgreiche Therapie ist nicht in Sicht.

Mann mit Demenz versucht seiner Tochter etwas weis zu machen ©iStockphoto
Mann ist sich unsicher, ob er die richtigen Medikamente nimmt ©iStockphoto

Mann ist sich unsicher, ob er die richtigen Medikamente nimmt ©iStockphoto










 

Der Begriff „Demenz“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt „weg vom Geist“ oder auch „ohne Geist“. Man versteht darunter so unterschiedliche auftretende Symptome wie Gedächtnisverlust, Denkschwierigkeiten bei klarem Bewusstsein, Sprachstörungen, Stimmungsschwankungen und antisoziale Verhaltensweisen, die eine Bewältigung des Alltags sehr erschweren.

Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer Krankheit, die bis heute unheilbar ist. Es gibt aber einige vorbeugende Maßnahmen, die das Risiko zu erkranken verringern können. Dazu gehören: geistige, körperliche und soziale Aktivität, eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, reich an Vitamin C, E und Beta-Karotin, eine fett- und cholesterinarme Ernährung, möglichst ungesättigte Fettsäuren und die rechtzeitige Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Diabetes.

Die Diagnose

Eine sorgfältige Diagnose umfasst die gründliche Untersuchung sowohl des körperlichen als auch des geistigen Zustandes. Psychologische Tests werden eingesetzt, um Gedächtnis, Denkvermögen, Sprache und Wahrnehmungsfähigkeit zu prüfen. Dem Ausschluss anderer Erkrankungen dienen neben körperlichen Untersuchungen auch Laborbestimmungen und bildgebende Verfahren wie etwa Computer-Tomographie oder MRT. Besonders wichtig ist das Gespräch mit dem Betroffenen und seinen Angehörigen (Anamnese).

Die Diagnose können erfahrene Ärzte bzw. Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie stellen. Gedächtnisambulanzen (auch "Gedächtnissprechstunden" oder „Memory Kliniken“) sind besonders spezialisierte Einrichtungen zur Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Alzheimer-Krankheit ist heute noch nicht heilbar, das Fortschreiten der Symptome lässt sich jedoch vorübergehend hinauszögern. Medikamente ("Antidementiva") stehen zur Verfügung, die  rund  ein Jahr die geistige Leistungsfähigkeit aufrechterhalten können und sich auch positiv auf die Bewältigung des Alltags auswirken.

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Um die Lebensqualität Demenzkranker und ihrer Angehörigen zu verbessern und um Verhaltensstörungen zu lindern, können nichtmedikamentöse Ansätze (wie z.B. Verhaltenstherapie, Biografiearbeit, Milieu-, Musik- und Kunsttherapie) sehr hilfreich sein. Um als Angehöriger der Betroffenen die angemessene Betreuung zu gewährleisten, ist es wichtig, die Perspektive der Patienten zu kennen und auch einnehmen zu können. Da der Betroffene aber immer weniger in der Lage dazu sein wird, seinen Teil zum Miteinander beizutragen, muss dies zunehmend das Umfeld übernehmen. Besonders wichtig für die Demenzkranken sind dabei Vertrautheit, Sicherheit und Geborgenheit.

Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Text: Oliver Bartsch
Bild: ©iStockphoto