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Das Gerücht geht um, Kaffee sei nicht gesund. Lesen Sie hier die Wahrheit © Murnauer Kaffeerösterei
Macht Kaffee krank?

Macht Kaffee krank? DIe Potenziale der Bohne

Was haben ein arabischer Derwisch, afrikanische Hirten und der islamische Prophet Mohammed gemeinsam? Alle drei sollen angeblich dem Kaffee ihre Kräfte verdanken. Seinen Namen hat Kaffee übrigens vom Arabischen „Kahwe“ - „Kraft“.

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Seit jeher wird dem Kaffee eine naturheilkundliche Wirkung nachgesagt, die inzwischen zum größten Teil  auch wissenschaftlich belegt ist. Parallel dazu halten sich Berichte und Studien, die das Gegenteil behaupten. Auch Kaffeesommelier Thomas Eckel von der Murnauer Kaffeerösterei wird von seinen Kunden immer wieder gefragt und sagt dazu: „Es gibt bis heute keine eindeutigen Ergebnisse. Aber viele unabhängige Studien erlauben es mir, mit gutem Gewissen einen bewussten Genuss zu empfehlen. Entscheidend sind die Menge, die Zubereitungsform und die Qualität der Bohnen.“

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Sommelier Thomas Eckelt, weiß was guten Kaffee ausmacht © Murnauer Kaffeerösterei

Sommelier Thomas Eckelt, weiß was guten Kaffee ausmacht © Murnauer Kaffeerösterei

Bewusster Genuss – positive Wirkung

Oecotrophologen empfehlen,  täglich nicht mehr als 3-4 Tassen Kaffee zu genießen. In dieser Menge wirkt er positiv auf den Körper. Wichtige Inhaltsstoffe wie Mineralien, Vitamine, hochwertige Fette und Gerbstoffe sowie Aminosäuren sind elementar für den menschlichen Stoffwechsel. Neueste japanische Studien zeigen zudem, dass die enthaltenen Antioxidantien - bekannt auch im grünem Tee und Rotwein - das Risiko für Schlaganfälle, einige Krebsarten, Depressionen und Asthma verringern. Und, es gibt Hinweise auf vorbeugende Wirkung gegen Alzheimer, Typ-2-Diabetes sowie Asthma.  

Das Koffein sorgt für die Ausschüttung von Noradrenalin, unser Körper wird aktiv, reaktionsbereit und wach. Außerdem führt es zu erhöhter Muskel-Aktivität und regt Gehirn, Magen und Herz an. Kaffee in angemessener Dosierung kann daher verdauungsfördernd und positiv auf das Wohlbefinden wirken. Übrigens: Ein Stück Bitterschokolade oder ein Glas Rotwein haben übrigens denselben Koffeingehalt wie eine Tasse Kaffee!

Mythos Austrocknung

Genießt man Kaffee in Maßen, ist die oft beschworene Austrocknung des Körpers eine reine Mär. Unsere Nieren sind problemlos in der Lage, die durch den Kaffee erhöhte Flüssigkeitsausscheidung auszugleichen. Da beispielsweise Filter-Kaffee zu  98% aus Wasser besteht führt man zusätzlich quasi mit Kaffee angereichertes H2O zu. 

Ein Espresso belebt, ist aber nicht für Schwangere geeignet © Murnauer Kaffeerösterei

Ein Espresso belebt, ist aber nicht für Schwangere geeignet © Murnauer Kaffeerösterei

Die Menge macht den Unterschied

Ab täglich mehr als 6 Tassen kann es zum so genannten „Koffeinismus“ kommen - einer Koffeinvergiftung. Durch die permanente Adrenalin-Ausschüttung und die Blockade des beruhigenden Serotonin-Hormons, wird der Körper aus seinem natürlichen Gleichgewicht gebracht. Wer viel am Schreibtisch sitzt und sich mit Kaffee wachhält ohne körperlich aktiv zu werden, setzt den Körper unter Dauerstress. Energie- oder Schlaflosigkeit, Verstopfung, Sodbrennen, Unruhe bis hin zu Verstimmungen können die Folge sein.

Der übermäßige Konsum von Kaffee (mehr als 6 Tassen tgl.), zusammen mit übermäßigem Konsum von Alkohol und Nikotin sowie Übergewicht und zu wenig Bewegung können daher zu Herzerkrankungen, erhöhtem Demenzrisiko und Depressionen führen.

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Kein Kaffee in der Schwangerschaft

Einer Genießer-Gruppe ist jedoch vom Kaffeekonsum abzuraten - werdende Mütter sollten während der Schwangerschaft und in der Stillzeit auf Koffein verzichten – also auch auf zu viel Bitterschokolade, schwarzen Tee und ähnliche Naturprodukte mit hohem Koffeingehalt. Das Alkaloid steht unter Verdacht das Ungeborene zu schädigen. Wer auf den Kaffeegenuss partout nicht verzichten möchte, kann zu koffeinfreien Sorten greifen. Dabei ist jedoch unbedingt darauf achten, auf welche Weise der Kaffee behandelt wurde. Nicht zu empfehlen sind Prozesse, die Dichlormethan verwenden, da dieses das Erbgut des Ungeborenen schädigen kann. Fragen Sie Ihren Experten nach einem unbedenklich entkoffeinierten Kaffee nach EU-Richtlinie, wie zum Beispiel der Kaffee „Silencio“ der Murnauer Kaffeerösterei. Er wird mit natürlichem CO² aromaschonend entkoffeiniert.

Gesunder Kaffeegenuss!

Wer ein paar grundlegende Dinge beachtet, kann Kaffee zu seinem gesundheitlichen und geschmacklichen Vorteil nutzen.

Ganz wichtig ist es Kaffee zu kaufen, der langsam und schonend geröstet wurde. „Durch die Langzeitröstung wird der Kaffee aromatischer. Da die Bohnen weder enormer Hitze noch Druck in kurzer Zeit ausgesetzt werden, können sich die Giftstoffe Acrylamid oder Furan nicht ausbilden“, weiß Röstmeister Martin Hülsmann von der Murnauer Kaffeerösterei. Zudem garantiert die Wahl von ökologisch-nachhaltig angebauten Kaffees, dass keine Rückstände von Pestiziden oder Herbiziden aus den Bohnen ins Getränk gelangen.

Wer wirklich guten Qualitäts-Kaffee trinkt, kann sicher sein: Dieser Genuss erfreut nicht nur Geist und Seele, sondern auch den Körper. Sich bewusst Zeit für einen guten Kaffee zu nehemn, bedeutet auch eine entspannende Auszeit vom hektischen Alltag. Und diese Ausgeglichenheit ist die beste Medizin fürs Wohlbefinden!

Tipps & Tricks

Welche Tipps es für gesunden Kaffeegenuss noch gibt und wie Sie Ihren perfekten Genussmoment selbst kreieren, verrät Ihnen der kostenlose Ratgeber "5 Sommelier-Geheimnisse für Ihren perfekten Genuss". Hier geht’s zum Download.

Lesen Sie hier im ersten Teil der Serie alles über den perfekten Kaffee-Genuss

Text: Carolin Zieringer
Redaktion: Heinrike Helm

Quellen: Wiener Kaffeeinstitut Prof. Dr. Edelbauer; Murnauer Kaffeerösterei GbR
http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/news/kaffee-und-tee-gegen-schlaganfall-aid-1.3259569
http://www.kaffeeverband.de
http://www.coffeeandhealth.org/
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/kaffee-ungesund.html