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Rückenschmerzen gehören zu den deutschen Volkskrankheiten © KatarzynaBialasiewicz (iStock)
Bewegung gegen Schmerzen

Bewegung beugt Rückenschmerzen vor

Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Volksleiden in Deutschland. Professor Dr. Marcus Schiltenwolf, Schmerztherapeut und Leiter Orthopädie an der Universitätsklinik Heidelberg kennt Ursachen und gibt Einblicke in wirkungsvolle Behandlungsmethoden.

Menschen mit vielfältigen, meist enttäuschenden Behandlungsvorerfahrungen und einer geringen eigenen Handlungskompetenz sind die häufigsten Patienten, die sich einer Schmerztherapie unterziehen. Prof. Dr. Marcus Schiltenwolf rät dazu, einen Schmerztherapeuten dann aufzusuchen, wenn man die Rückenschmerzen selbst nicht mehr regulieren kann. Ein Schmerz gelte dann als chronisch, wenn er an mehr als der Hälfte der Tage im zurückliegenden Jahr  aufgetreten sei.

Einen Schmerztherapeuten aufsuchen

Prof. Dr. Schiltenwolf führt bei den betroffenen Patienten eine gezielte und umfangreiche Behandlung nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen durch: „Ambulant durch Beratung, tagesstationär durch multimodale Programme (integrativer Ansatz mit gleichrangiger Einbeziehung von Ärzten, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Musiktherapeuten). Schmerzmedikamente werden meist vollständig entwöhnt.“

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Bewegung kann Vorbeugen

Bewegung kann Vorbeugen © istock/thinkstok kzenon

Frauen sind häufiger betroffen

Zu seinen Patienten zählen bereits Kinder und seinen Erfahrungen zufolge gehen Frauen häufiger zum Arzt als Männer.

Die Folgen chronischer Rückenschmerzen sind vielfältig. Alltagserledigungen fallen immer schwerer, das Arbeiten kann unerträglich werden, was zu hohen Fehlzeiten führen kann. Durch Spannungszustände können weitere Probleme auftreten wie beispielsweise Kopfschmerzen. Die zunehmenden Belastungen im Alltag und Beruf führen dazu, dass Menschen immer mehr Stress und Hektik aushalten müssen. Hinzu kommen einseitige Belastungen bedingt durch Tätigkeiten am PC und passives Verhalten durch das viele Sitzen.

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Patient muss mithelfen, die Ursachen zu finden

Für viele Patienten sind Rückenschmerzen nicht selten mit vielen, aufwendigen Arztbesuchen verbunden, da es sehr langwierig sein kann, die wahren Ursachen zu lokalisieren. Gerade wenn somatische Gründe vorliegen ist eine Mithilfe der Patienten von großer Bedeutung. Stressursachen, die zu Verspannungen führen müssen gefunden und möglichst abgestellt werden. Natürlich ist es nicht einfach Gewohnheiten wie Tagesabläufe zu verändern, doch dauerhaft Schmerzmittel einzunehmen ist keine sinnvolle Alternative. Eine Selbstreflexion kann hilfreich sein, die Ursachen zu finden. Wann treten die Rückenschmerzen am häufigsten auf? Wie gehe ich mit Stresssituationen um? Was belastet mich im Leben? Die Beantwortung der Fragen sollte zu einem Handeln führen. Welche Möglichkeiten gibt es, um mögliche Ursachen abzustellen und welche Massnahmen muss ich ergreifen, um präventiv die Stressfaktoren zu vermeiden oder Stress besser zu ertragen ?

TIPPS von: Prof. Dr. Schiltenwolf rät zu präventiven Massnahmen: „3-4 Stunden Bewegung pro Woche, Verzicht auf Rauchen, gutes Stressmanagement. “

Quelle: medicalpress.de Bilder Focus: thinkstock/istock kzenon