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Schüßler-Salze

Schüßler-Salze: Sanfte Naturmedizin

Schüßler-Salze sind sehr beliebt und buchstäblich in aller Munde. Empfohlen werden sie gegen Schlaflosigkeit und als Nervenmittel, aber auch bei vielen weiteren Leiden. Nach der Lehre von Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler beruhen viele Krankheiten auf Störungen im Mineralstoffhaushalt der Zellen. Er entdeckte Ende des 19. Jahrhunderts 12 verschiedene Mineralsalze, die bis heute als ganzheitliche, sanfte Naturheilmittel von Heilpraktikern und Ärzten zur Linderung von zahlreichen Beschwerden verabreicht werden.

Salz findet in der Naturheilkunde unterschiedlichste Anwendungsmöglichkeiten ©Comstock Images

Salz findet in der Naturheilkunde unterschiedlichste Anwendungsmöglichkeiten ©Comstock Images



 

Geschichte und Wirkung

Der Oldenburger Arzt Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1899) entdeckte Ende des 19. Jahrhunderts die große Bedeutung von Mineralsalzen und Spurenelementen. Er hatte herausgefunden, dass jede einzelne Körperzelle zum Funktionieren bestimmte Mineralstoffe benötigt, die in ähnlicher Form und Konzentration bei jedem Menschen vorkommen. Er wies 12 Mineralsalze in den Zellen nach. Fehlt auch nur eine dieser Substanzen, arbeiten die menschlichen Zellen nicht richtig, der Organismus gerät aus dem Gleichgewicht, und es kann zu Fehlreaktionen und schließlich zu Beschwerden kommen. Diese neue Behandlungsart nannte Dr. Schüßler Biochemie.

Herstellung und Anwendung

Um dem Körper die Salze in einer geeigneten Form zuführen zu können, wandte Schüßler das aus der Homöopathie bekannte Prinzip der Potenzierung an. Dabei handelt es sich um einen speziellen Verreibungsprozess, der es ermöglicht, die Mineralsalze für die menschliche Zelle aufzuschließen. Die Salze sind in der Regel D6 = 1:1.000.000 oder D12 = 1:1.000.000.000.000 verdünnt.

Man legt die Tabletten unter die Zunge oder löst sie in heißem Wasser auf und trinkt sie in kleinen Schlucken. So werden die Inhaltstoffe direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen. Über die Haut kann man gleichzeitig mit den Schüßler-Salben arbeiten. Die biochemischen Mineralsalze haben keine bekannten Nebenwirkungen und können auch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

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Die 12 Salze des Lebens von Angelika Gräfin Wolffskeel von Reichenberg - ©Mankau Verlag

Die 12 Salze des Lebens von Angelika Gräfin Wolffskeel von Reichenberg - ©Mankau Verlag

 

Anwendungsgebiete

Auch wenn Dr. Schüßler davon überzeugt war, dass durch die Mineralsalze „alle Krankheiten, welche überhaupt heilbar sind, geheilt werden können“, ist die Wirksamkeit der Schüssler-Salze wissenschaftlich nicht bewiesen und wird von der modernen Schulmedizin mitunter stark angezweifelt. Als Gesundheitsvorsorge und als Selbsthilfe durch den Laien haben die Schüßler-Salze jedoch ihre Berechtigung.

Bei leichten Befindlichkeitsstörungen können die Salze ohne begleitende  Maßnahmen eingesetzt werden, um die Symptome zu lindern und den Heilungsverlauf zu verbessern. Bei schweren und chronischen Erkrankungen kann die Einnahme von Schüßler-Salzen die ärztliche Behandlung zwar nicht ersetzen, sie kann jedoch dazu beitragen, die Wirkung anderer Arzneimittel zu erhöhen, Nebenwirkungen zu vermindern und die Dosis zu reduzieren. 

Die 12 Salze

Dr. Schüßler hat 12 der im Körper befindlichen Mineralsalze in das Zentrum seiner Therapie gestellt. Er nennt sie Funktionsmittel, da jedes von diesen einen Einfluss auf bestimmte Funktionen der Körperorgane ausübt. Forscher entdeckten nach Dr. Schüßlers Tod 12 weitere Mineralstoffe, die für die Gesundheit des Organismus ebenfalls von Bedeutung sind. Diese werden sinngemäß als Ergänzungsmittel bezeichnet.

Buchtipp

Die 12 Salze des Lebens. Biochemie nach Dr. Schüßler: Ein Ratgeber für Erwachsene und Kinder - Mankau Verlag, 6. überarb. und erw. Aufl. 2013, 381 S., 14,95 € (D); ISBN 978-3-86374-086-3.

Quellen: schuessler-forum
Text: Oliver Bartsch
Bild: ©Deutschen Homöopathie-Union Karlsruhe, ©Comstock Images, ©Mankau Verlag