1. Home
  2.  › Körper & Geist
  3.  › Heilpflanzen
Knoblauchsrauke
Unkraut zum Essen

Knoblauchsrauke: Wildkräuter als Zutat in der Küche und als Heilmittel

Frühling ist die Zeit der Wildkräuter. Für manch einen sind sie nicht mehr als lästiges Unkraut, dabei stecken sie voller Aromen, Vitamine und Nährstoffe. Das Beste daran ist, die Natur liefert sie frei ins Haus - man muss nur zugreifen. Eines davon ist die Knoblauchsrauke. Ein aromatisches Kraut mit viel kulinarischem Potenzial. 

Sie wachsen am Wegesrand, im Wald und auf den Wiesen: essbare Wildkräuter. Sie sind klein, unscheinbar und oftmals als Unkraut verkannt. Dabei haben sie nährstofftechnisch einiges auf dem Kasten und sind wahre Geschmackshelden. Es lohnt sich, loszuziehen und die Wildkräuter zu sammeln.

Anzeige

Neben Giersch, Löwenzahn, Bärlauch oder Brennnessel gehört auch die Knoblauchsrauke zu den Wildkräutern, die ab sofort in keiner Frühjahrs- und Sommerküche mehr fehlen dürfen. Denn sie ist eines der schmackhaftesten Kräuter auf der Frühlingswiese und verleiht jedem Salat, Quark oder anderen Gerichten einen würzigen Kick. Ecowoman verrät, wie man sie erkennt und wie sie in der Küche eingesetzt werden kann.

Eigenschaften der Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke, lateinisch Allaria petiolata, ist eines der ersten Wildkräuter im Frühjahr. Der Geschmack und der Duft der zarten Pflanze erinnern an Knoblauch, woher sie auch ihren Namen hat – nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, aufgrund einer Verwandtschaft mit Knoblauch. Denn dazu fehlt ihr das typische Laucharoma.

Die Knoblauchsrauke stammt aus der Familie der Kreuzblütler und gleicht in ihren Eigenschaften vielmehr Kresse, Senf oder Nutzpflanzen wie Brokkoli. Die Knoblauchsrauke wächst bevorzugt im Halbschatten an Wegesrändern oder in Laubwäldern. Und dort ist sie dann auch fast ganzjährig zu finden. Ihre Blütezeit und somit auch die Phase, in der sie als Wildkraut auf dem Teller landen kann, dauert allerdings nur von April bis Juli.

Anzeige

Knoblauchsrauke: So erkennt man das würzige Wildkraut

Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke wächst vor allem an Wegesrändern oder Laubwäldern

Wer derzeit einen Spaziergang im Grünen macht, kann die Knoblauchsrauke fast nicht übersehen. Sie wächst als beinah alleiniges Kraut in Scharen und ist sogar im städtischen Raum anzutreffen. Je nach Standortbedingung kann sie eine Wuchshöhe zwischen 50 und 100 cm erreichen.

Das sind weitere Merkmale, an der die Knoblauchsrauke zu erkennen ist:

  • Die Pflanze trägt kleine, weiße Blüten. Sie sind an der Spitze der Rauke zu finden und in kleinen Trauben angeordnet.
  • Reibt man ihre Blätter zwischen den Fingern, sollte sich deutlich der Duft nach Knoblauch entfalten.
  • Die Blätter der Knoblauchsrauke haben eine dreieckige Form und erinnern an die Blätter einer Brennnessel. Allerdings ohne die fiesen Brennhaare und an den Blatträndern sind sie meist deutlicher gezackt.

Wer sich beim Sammeln der Knoblauchsrauke nicht sicher ist, kann ein Handbuch übers Wildkräutersammeln oder einen Ratgeber zur Hand nehmen. Alternativ gibt es inzwischen auch viele Apps oder geführte Kräuter-Wanderungen, die einen bei der Wildkräuter-Bestimmung unterstützen.

Am besten pflückt man Wildkräuter wie die Knoblauchsrauke immer abseits von Straßen, wo viel Autoverkehr ist, da sie sonst mit Schadstoffen belastet sein könnten. Entweder erntet man die Pflanzen im eigenen Garten oder auf Wiesen, wo weder mit Gülle oder anderen Mitteln gedüngt wurde noch die nicht ausschließlich als Hunde-Klo dienen.

Anzeige

Knoblauchsrauke in der Küche

Knoblauchsrauke auf Schneidbrett

Das würzige Aroma der Knoblauchsrauke sorgt dafür, dass sie in der Küche vielseitig zum Einsatz kommen kann. So harmonieren die Blätter der Knoblauchsrauke wunderbar mit einem Pflücksalat oder verfeinern Quark, Suppen und Gemüsegerichte.

Ihr Geschmack erinnert an Knoblauch, weshalb sie ihn in vielen Speisen problemlos ersetzen kann. Der Vorteil: Der oftmals unangenehme Mundgeruch bleibt aus. Auch punktet die Knoblauchsrauke als Gewürz in der kalten Küche. Die pfeffrige, scharfe Note der Rauken-Blätter kann beispielsweise für eine selbstgemachte Kräuterbutter oder einen Frischkäse mit Wildkräutern verwendet werden. Wer das pikante, würzige Aroma besonders intensiv erleben will, nutzt die Knoblauchsrauke für die Herstellung eines Pestos. 

Die Knoblauchsrauke sollte dabei nicht über 45 Grad erhitzt werden, sonst verflüchtigen sich die guten Inhaltsstoffe. Entweder verwertet man die Blätter roh oder mischt sie in gekochten Gerichten erst am Ende unter. Auch sollte sie grundsätzlich nicht getrocknet werden, da sie sonst ihr Aroma verliert.

Generell ist alles an der Knoblauchsrauke essbar – von der Blüte, dem Stängel und der Wurzel. Und die erinnert im Geschmack an Meerrettich und kann beispielsweise hauchfein auf ein Butterbrot gerieben werden. Hmm, lecker.

Rezeptidee mit Knoblauchsrauke

Pesto

Pesto aus Knoblauchsraukenblätter

  • 80 g Knoblauchsraukenblätter gut waschen und abtropfen lassen.
  • 40 g Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten.
  • Knoblauchrauke, Sonnenblumenkerne, 160 ml Olivenöl und ein Schuss Zitronensaft in einen Mixer geben und fein pürieren.
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken – fertig ist da Knoblauchsrauken-Pesto

Quiche mit Knoblauchsrauke

  • 200 g Mehl, 100 g Butter, 1 Ei, ½ Pck. Backpulver und ½ TL Salz zu einem homogenen Teig verkneten. Diesen in eine Quicheform drücken und dabei einen ca. 2 cm hohen Rand formen.
  • Den Teig mit einer Gabel einstechen und kühl stellen, bis der Belag fertig ist.
  • 175 g Frischkäse, 200 g Creme Fraîche, 30 g Parmesan, 3 Eier gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • 100 g Blätter der Knoblauchsrauke grob hacken und gleichmäßig unter die Frischkäsemasse heben.
  • Belag auf dem Mürbeteig verteilen und glattstreichen.
  • Im 180 Grad vorgeheizten Backofen rund 30 Minuten backen.
  • Auf Wunsch kann die Quiche vor dem Verzehren mit den Blüten der Knoblauchsrauke verziert werden.

Anzeige

Knoblauchsrauke hat eine Tradition als Heilpflanze

Wie so viele Wildkräuter hat auch die Knoblauchsrauke das Potenzial zum Heilkraut. Sie enthält, wie auch zum Beispiel der Lorbeer, viele ätherische Öle, von denen eine heilende Wirkung ausgeht. Sie wurde deshalb bereits vor mehr als 5000 Jahren als natürliches Heilmittel eingesetzt – heute findet sie im medizinischen Bereich allerdings kaum noch Anwendung.

Dabei soll die Knoblauchsrauke aufgrund der enthaltenen Senfölglykoside, Saponine sowie einigen ätherischen Ölen eine gesundheitsfördernde Wirkung bei Erkältungsbeschwerden, Rheuma oder Entzündungen haben. Als Tee oder in Form von Kompressen wirkt sie antibakteriell, wundheilend und schleimlösend. Außerdem wird der Knoblauchsrauke ein positiver Effekt bei einer Entgiftungs- oder Entwurmungskur nachgesagt.

Und es geht noch weiter: Die Knoblauchsrauke enthält jede Menge Vitamin A und C. Da es jedoch kein kommerzielles Interesse an Wildkräutern wie der Knoblauchsrauke gibt, ist ihre Wirkung kaum wissenschaftlich untersucht und sie gerät immer mehr in Vergessenheit. Schade eigentlich, denn sie ist aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe nicht nur gesund, sondern geschmacklich auch ein echtes Highlight. Also raus in den Frühling, in die Wiesen und Wälder und einfach selbst die Erfahrung sammeln, welches Potenzial in der Knoblauchsrauke steckt.

Quellen: Bilder: Depositphotos/rbiedermann, HenrikL, HeikeRau, MadeleineSteinbach, Text: Lisa Bender